Das Villinger Hebammenhaus, es ist das fünftgrößte bundesweit, hatte eingeladen zum Infoabend. Und wurde von werdenden Eltern nahezu überrannt. "Die Resonanz war überwältigend", sagt Monja Dinser, eine der Hebammen.

In zwei Gruppen wurden die werdenden Mütter und ihre Begleiter durch die Räume geführt und bekamen nicht nur alles erklärt, sondern auch jede, oft ganz spezielle Frage von Monja Dinser und ihren Kolleginnen beantwortet. Im vergangenen Jahr hatten die acht Hebammen, die im Hebammenhaus tätig sind, den zehnten Geburtstag des Hauses feiern können und in diesen zehn Jahren hat man ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, sodass auch die, nach einer Geburt wichtige, Nachbetreuung gewährleistet ist.

Es seien etwa 200 Neugeborene, die jährlich im Hebammenhaus am Villinger Hallenbad das Licht der Welt erblicken, erzählt Monja Dinser. Aktuell sind 19 Hebammen und insgesamt mehr als 30 Mitarbeiter dort beschäftigt, die sich um die Neugeborenen und ihre Mütter kümmern. Denn gerade die Betreuung im Wochenbett sei wichtig, so Dinser.

In den ersten zehn Tagen erhalten Mutter und Kind täglich Besuch und auch danach ist eine Betreuung der kurzen Wege gewährleistet. Erst nach einem Abschlussgespräch, das etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt erfolgt, ende die Betreuung, erklärt Monja Dinser. "Wir wenden in der Regel keinerlei, die Geburt beschleunigende, Mittel oder Maßnahmen an", so die Hebamme, die selber Mutter eines zweijährigen Jungen ist. Die Geburt solle wenn immer das möglich ist auf ganz natürlichem Wege erfolgen, wobei natürlich bei den äußerst seltenen Komplikationen auch schnell ärztliche Hilfe oder eine Verlegung in eine der Umkreiskliniken gewährleistet ist. Hier finde man sich mit einer Verlegungsrate von zwölf Prozent weit unterhalb des Bundesdurchschnitts, der aktuell bei 18 Prozent liegt, wieder. In der Regel aber gehen Mutter und Kind mit dem Vater drei Stunden nach der Geburt nach Hause.

Monja Dinser (links) steht für Fragen rund um das Hebammenhaus und um Schwangerschaft, Geburt und Betreuung gerne zur Verfügung und informieret ausführlich über alle Belange, die die Geburt und das Wohl von Kind und Mutter betreffen. Bilder: Rüdiger Fein
Monja Dinser (links) steht für Fragen rund um das Hebammenhaus und um Schwangerschaft, Geburt und Betreuung gerne zur Verfügung und informieret ausführlich über alle Belange, die die Geburt und das Wohl von Kind und Mutter betreffen. Bilder: Rüdiger Fein

Bei der eigentlichen Geburt sind immer zwei Hebammen dabei und im Vorfeld garantiert das Hebammenhaus immer eine Eins zu Eins Betreuung. Mit den 200 Geburten im Jahr sei man sehr gut ausgelastet, erzählt Dinser, wobei es auch schon mal deutlich mehr sein können, als diese eher statistische Zahl. Leider gehe die Zahl der Hebammen zurück bei gleichzeitig steigendem Bedarf. Deshalb solle jede Frau, die sich für eine Geburt außerhalb einer Klinik entschieden habe, so früh wie möglich das Gespräch mit dem Hebammenhaus oder einer örtlichen Hebamme suchen, rät Monja Dinser.

 

Das Hebammenhaus

Die Geschichte: Im Mai 2007 haben mehrere Hebammen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis zum s'Hebammenhaus zusammengeschlossen. Im ersten Jahr betreuten sie 30 Geburten, inzwischen sind es über 200 pro Jahr. Das Einzugsgebiet reicht über Rottweil, Konstanz bis nach Waldshut.

Die Praxis: Die Betreuung von Schwangeren, Wöchnerinnen und Stillenden findet je nach Situation und Absprache zuhause oder in den Praxisräumen in Villingen (Saarlandstraße 50) oder Triberg (Hauptstraße 19) statt.

Kontakt: Für Fragen können sich werdende Eltern von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 12 Uhr an das Hebammenhaus wenden unter der Telefonnummer 07721/8787105 oder per E-Mail an info@shebammenhaus.de. (ang)