Auch seine Nachbarn, so berichtet er, seien entsetzt über die Stadtverwaltung. Wie berichtet, will diese das Thema übernächste Woche dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlege. Käfer verdeutlicht, dass die Richthofenstraße schon seit Jahrzehnten diesen Namen trägt. Es sei völlig unverständlich, diesen nach so langer Zeit zu ändern. Nicht nur er stelle sich die Frage: "Was kostet das Ganze?" Alle Adressen, Visitenkarten, vorgedrucken Briefumschläge seien "reif für die Tonne". Ärgerlich sei auch, dass von der Verwaltung das Meinungsbild in der Bevölkerung ignoriert werde. Eine Umfrage im SÜDKURIER vor einigen Wochen hatte ergeben, dass eine klare Mehrheit der Teilnehmer gegen eine Umbennung der Richthofenstraße und des Wohngebiets Welvert sind. "Das kostet uns nur einen Haufen Geld und gibt jede Menge Theater", betont der Anwohner.

Die Stadtverwaltung schlägt vor, dem Gebiet Welvert den neuen Namen „Im Brühl Süd“ zu geben. Analog dazu soll das Quartier Mangin künftig „Im Brühl Ost“ heißen, das Lyautey-Gelände „Im Brühl West“. Die Richthofenstraße soll nach Morand Faust benannt werden. Faust war ein französischer Kriegsgefangener und soll verantwortlich gewesen sein für die friedliche Übergabe der Stadt Villingen am Ende des Zweiten Weltkriegs an die französische Besatzungsmacht.

Weitere Namensvorschläge gibt es auch für die Straßen, mit denen die Quartiere neu erschlossen werden. Einen konkreten Vorschlag dazu gibt es von dem Südstadtbewohner Hans-Georg Reinsch. Er schlägt vor, eine Straße nach Schwester Oranda zu benennen. Sie wirkte fast drei Jahrzehnte im Johanna-Schwer-Hort in Villingen im Auftrag der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz im Kloster Hegne bei Konstanz. Schwester Oranda habe so wahrscheinlich Tausende von Kindern in der Stadt mit großgezogen, ihre „fürsorgliche Obhut“ sei bis heute immer wieder Gesprächsstoff bei älteren Einwohnern, so Reinsch. Diese Lebensleistung der Ordensschwester zu würdigen hält er für sinnvoller als auf auswärtige Namen zurückzugreifen.