Behörden prüfen derzeit nach Informationen des SÜDKURIER eine Ampelregelung für eine der unfallträchtigsten Straßenkreuzungen im Landkreis. Die Stumpenkreuzung zwischen Obereschach und Weilersbach sowie zwischen Kappel und Nordstetten liegt derzeit in einem Tempo-70-Bereich und ist mit Stoppstellen auf den Zufahrten aus beiden VS-Dörfern abgesichert. Trotzdem kommt es hier immer wieder zu teils schweren Unfällen.

Die Unfallverursacher fuhren meist von der Stumpenstraße von Obereschach kommend geradeaus in Richtung Weilersbach und ignorierten die Stop-Stelle an der Kreuzung. Unfallbeteiligte nahten häufig aus Richtung Villingen/Nordstetten. Die Geschwindigkeit der verunglückten Fahrzeuge gilt für die Behörden bislang nicht als primär ursächlich für die Zusammenstöße. Die Kreuzung ist erwiesenermaßen unfallreich. Unternimmt hier vor allem die Stadt nichts, könnten der Kommune im Extremfall sogar Schadensersatzforderungen drohen. Genau vor diesem Hintergrund wird nun baulich und juristisch abgewogen und genau deshalb kommt nun eine Ampel ins Gespräch.

Maßnahmen für mehr Sicherheit

Klar ist, das viele der Unfälle durch Unachtsamkeit verursacht werden: Überfahrene Stoppstelle und übersehene Verkehrsteilnehmer sind nur zwei Gründe, weshalb es hier immer wieder kracht. Weitere Optionen wurden bereits diskutiert – und wieder verworfen. Die Aufstellung eines Blitzers, der Schnellfahrer einbremsen könnte, war nur eine davon. Um den sich häufenden Unfällen an der Stumpenkreuzung zwischen Nordstetten und Kappel entgegen zu wirken, hat der Kreis vor zwei Jahren mit der Stadt VS zusammengewirkt. So wurden inzwischen zur besseren Einsehbarkeit ein Schneezaun und eine Buchenhecke beseitigt und die Beschilderung der Gefahrenstelle verbessert. Danach krachte es trotzdem immer wieder.

Ralf Pahlow, Leiter der Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises, weist auf die klaren Vorteile der Verkehrskreisel hin. „Kreisverkehre haben den Vorteil, dass sie auch stärkere Verkehrsaufkommen relativ flüssig abwickeln können, ohne dass es lange Wartezeiten gibt.“

Um Kreisstraßen handelt es sich bei der Route von Nordstetten nach Kappel und von Obereschach ortsauswärts bis zur Kreuzung. Eine Gemeindestraße ist hingegen die Trasse nach Weilersbach, die Richtung Schule und Neubaugebiet Glöckenberg führt. Für Straßenbau gilt an der Straßenschnittstelle der Landkreis als zuständig.

Bauvorhaben zur Entschärfung der Kreuzung

Ortschaftsräte, Gemeinderat und Kreistag sowie die dazugehörigen Fachausschüsse haben das Thema bereits ausgiebig durchdiskutiert und Beschlüsse gefasst. Der Bau eines Kreisels würde hier geschätzte 560 000 Euro kosten. 250 000 Euro könnten an Landeszuschüssen erwartet werden. Schon 2015 und 2016 hatte das Straßenbauamt des Kreises einen Umbau der Kreuzung vorgeschlagen, wofür sich seinerzeit keine Mehrheit fand. Am 14. Mai 2018 beschloss der Umweltausschuss des Kreistages, die Planung für den Umbau der Kreuzung einzuleiten. Bei der Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen hofft man, dass ein Baubeginn noch im Jahr 2019 erfolgen kann. Eine zwischenzeitlich diskutierte Teil- oder Vollsperrung der Straße nach Weilersbach wischte erst der Ortschaftsrat und dann auch der VS-Gemeinderat klar vom Tisch. Allerdings ist beispielsweise das Bürgeramt der Stadt der Auffassung, dass ausgerechnet die Gradeausfahrt von Obereschach nach Weilersbach "gefahrenträchtig" ist. Andererseits ist diese Route die kürzeste Verbindung zwischen den beiden VS-Gemeinden. Käme es zur Platzierung einer Ampel an dieser Stelle, wäre dies eine Schutzmaßnahme für Autofahrer und Behörden für die Übergangszeit bis zum Bau des Kreisels.

 

Wann es an der Stumpenkreuzung vor Villingen zu markanten Unfällen kam

Die Stumpenkreuzung gilt als Unfallschwerpunkt im Kreis. Seit 2003 ist das eine gefährliche Stelle im Straßennetz der Region.

  • 5. März 2018: Ein neunjähriges Kind wird bei einem Zusammenstoß verletzt.
  • 30. November 2017: Ein leicht Verletzter, 40 000 Euro Schaden.
  • 19. September 2017: Eine leicht Verletzte, Totalschaden an zwei Autos.
  • 23. November 2016: Ein Verletzter, 6000 Euro Schaden.
  • 21. September 2016: Ein Verletzter, 9000 Euro Schaden.
  • 20. Mai 2016: Drei Leichtverletzte nach Zusammenstoß.
  • 19. Dezember 2015: Keine Verletzten, 10 000 Euro Sachschaden.
  • 8. Oktober 2015: Zwei Schwerverletzte nach Zusammenstoß.
  • 1. Juli 2015: Zwei Schwerverletzte.
  • 8. April 2015: Frau und drei Kinder leicht verletzt.
  • 2. März 2015: Keine Verletzten, 19 000 Euro Sachschaden
  • 17. Mai 2013: Zwei Verletzte
  • 7. März 2013: Zwei Schwerverletzte
  • 28. September 2012: Totalschaden an einem Wagen
  • 27. Februar 2012: Keine Verletzten
  • 1. April 2012: Keine Verletzten
  • 1. Januar 2012: Ein Schwerverletzter
  • 30. Dezember 2011: Eine Verletzte
  • 18. Juni 2011: Radfahrer wird übersehen
  • 6. Oktober 2010: Radfahrer wird schwer verletzt
  • 2. Juni 2010: Zwei Schwerverletzte
  • 23. November 2007: Eine Leichtverletzte
  • 6. Juli 2007: Keine Verletzten
  • 8. Mai 2006: Eine Leichtverletzte
  • 8. April 2003: Zwei Schwerverletzte.