Zu einer mit vielen wichtigen Themen gespickten Informationsveranstaltung der Ortsverwaltung und des Ortschafsrates Obereschach kamen am Dienstagabend über 60 Bürger in die Festhalle. Ein wichtiges Thema: Die Stadt würde gerne die bestehende Erddeponie an der Sommertshauser Halde, die eigentlich geschlossen und wieder aufgeforstet werden sollte, noch einige Jahre weiter betreiben. Nachdem die ehemalige Tongrube unterirdisch komplett verfüllt ist, müsste dort nun ein großer Hügel aufgeschichtet werden.

  • Irrsinnige Mehrkosten: Das Thema hat den Ortschaftsrat zuletzt viel beschäftigt. Es geht um die Planung für den Weiterbetrieb und eine Neuanlage einer Erddeponie auf städtischem Gelände, unmittelbar neben dem Asphaltwerk der Baufirma Strabag an der Sommertshauser Halde. Wie Baubürgermeister Detlev Bührer und Martin Fetscher, der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft im Landratsamt, betonten, haben Stadt und Landkreis derzeit Schwierigkeiten, geeignete Lagerflächen für Erdaushub zu finden. Für nomalen, gering belasteten Erdaushub, gibt es kaum noch Deponieflächen in der Region. Mit dem Ergebnis, dass die Stadt den diesen Aushub von Baustellen mittlerweile "mit irrsinnigen Mehrkosten", so Bührer, auf Sondermülldeponien verfrachtet. Die Stadt würde daher gerne prüfen lassen, was der Weiterbetrieb der Deponie an der Sommertshauser Halde an Investitionen erforderlich macht. Die Deponie, die bisher nach Bergrecht befüllt wurde, bräuchte eine neue Genehmigung, da die oberirdische Aufschütttung künftig nach Abfallrecht vorgenommen werden müsste. Bührer: "Für den Weiterbetrieb brauchen wir die Zustimmung des Ortschaftsrates."
  • Drei Bedingungen: Ortsvorsteher Klaus Martin stellte klar, dass diese Zustimmung nur unter drei Voraussetzungen möglich sei. Es dürfe nur eine Erddeponie sein, die auf den Aushub aus Baustellen der Stadt begrenzt werde und nicht für den gesamten Landkreis. Die Ortschaft Obereschach dürfe zweitens nicht durch zusätzlichen Lkw-Zuliefererverkehr, der zur Deponie fährt, belastet werden. Und drittens müsse die Höhe der Aufschüttung vorab festgelegt werden. Der Ortschaftsrat benötige ein Modell, aus dem sichtbar werde, wie hoch die Aufschüttung werde. Ein Bewohner aus Sommertshausen appellierte an die Verantwortlichen, die Aufschüttung der Deponie so zu gestalten, dass ein echter Lärmschutz für den benachbarten Weiler entsteht. Bislang verursache der Betrieb an der Asphaltmischanlage der Strabag häufig erhebliche Lärmbelästigungen in Sommertshausen. Genau dies sei die Absicht, versicherte Baubürgermeister Bührer. Ortsvorsteher Martin dankte dafür, dass der Ortschaftsrat rechtzeitig über die Absicht informiert wurde.
  • Schule und Kindergarten: Zuvor hatte Martin den Bürgern einen kleinen Rückblick zu Erreichtem und einen Ausblick zu geplanten Maßnahmen gegeben. So sei in den beiden letzten Jahren in der Kindertagesstätte viel passiert. Dort wurde nämlich eine Küche eingerichtet und die Anzahl der Schlafplätze für Kinder unter drei Jahren deutlich erhöht, weil die Räume für die Erzieherinnen in die leerstehende Hausmeisterwohnung verlegt werden konnte. Dadurch ist es auch gelungen, alle Kinder, die bisher auf der Warteliste standen, in die Tagesstätte aufzunehmen. Auch bei der Grundschule hat sich einiges getan. Dort wurde die Fassade erneuert, Hochbeete installiert und am angrenzenden Spielplatz marode Spielgeräte ersetzt. Nach 22-jährigen Planungen und Verhandlungen, so Martin genüsslich, sei es in diesem Jahr endlich auch gelungen, den Weg zur Aubenmühle auszubauen.
  • Neugestaltung: Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen der 750-Jahr-Feier von Obereschach. Dazu wird der Vorplatz vor dem Vereinshaus „Alte Schule“ neugestaltet und vor der Grundschule soll der Schotterstreifen befestigt und eine Blumenwiese angelegt werden.