Die Leidensgeschichte füllt etliche Kapitel und zieht sich viele Jahre hin – die Leidtragenden sind Hunderte von Hoptbühl-Gymnasiasten, die Leichtathletik und diverse Mannschaftssportarten zuletzt nur in der Halle ausüben konnten. Das soll nun ein Ende haben, bereits am Dienstag soll sich der Technische Ausschuss mit dem Thema befassen, eine Sanierung des maroden Hoptbühl-Sportplatzes in die Wege geleitet – entweder wird das Thema von der Stadtverwaltung oder den Fraktionen eingebracht. Ziel: eine schnelle Planung und eine zügige Erneuerung. Die Vorgehensweise wurde nach SÜDKURIER-Informationen am Freitag im Gespräch mit dem Oberbürgermeister gebilligt, eine überwältigende Mehrheit für das Vorhaben gilt nach Stand der Dinge als sicher.

Dennoch wird es wohl frühestens 2019 werden, bis der Sportplatz wieder zur Verfügung steht. Allerdings hätte es sich auch noch in die Länge ziehen können, wenn die Gemeinderäte zunächst eine Gesamtkonzeption aller Villinger Sportanlagen abgewartet hätten. Doch das lehnen alle Fraktionen ab – zum Teil schon seit Längerem wie die CDU. Bereits in der Haushaltsrede 2018 forderte ihre Sprecherin Renate Breuning eine Planungsrate, weil die Sportanlage übrigens nicht nur für das Gymnasium am Hoptbühl, sondern auch für die Christy-Brown- und die Albert-Schweitzer-Schule benötigt wird.

Für all diese Bildungsstätten liegt der nächste zur Verfügung stehende Sportplatz am Hubenloch, für kurzfristige Planungsänderungen beim Sportunterricht, beispielsweise wenn es regnet, ist der wegen der Entfernung eher ungeeignet. Vor einem halben Jahr hatte Breuning mit ihrem Vorschlag noch keinen Erfolg. Inzwischen sieht es anders aus, "entweder wir beantragen es" oder die Verwaltung werde von sich aus eine Planungsrate festzurren. Die müsse verbunden sein mit einer Verpflichtungsermächtigung, die wirksam wird, wenn der Platz saniert wird – die Kosten betragen nach bisherigen Kalkulationen zwischen 650- und 800 000 Euro. Ähnlich sieht es der SPD-Sprecher Edgar Schurr: "Wir müssen als Schulträger dafür sorgen, dass die Schüler auf dem Platz Sport treiben können. Daher mache es aus seiner, aber auch aus Breunings Sicht keinen Sinn, nun zunächst die Gesamtkonzeption für alle Sportanlagen abzuwarten, denn "wir brauchen den Platz", so Schurr, daher sei eine Erneuerung alternativlos. Wenn man es so wolle, sei die Sportanlage, die nun seit etwa 1,5 Jahren nicht mehr genutzt werden könne, innerhalb der Sportstättenkonzeption für Villingen gesetzt.

Auch für den Bündnisgrünen Joachim von Mirbach, früher selbst Lehrer am Gymnasium am Hoptbühl, müsse nun schnell mit der Planung begonnen werden, damit die Arbeiten möglicherweise bereits im Oktober oder November ausgeschrieben werden. Er sieht es als wenig realistisch an, zeitgleich über eine Verlegung des Sportplatzes in Richtung Landeszentralbank zu diskutieren – eine Überlegung, die vor Jahren aufgeworfen wurde. Allerdings kann er sich vorstellen, dass die Sprunggruben, die in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße liegen, bei der Sanierung verlegt werden. Laut dem Freien Wähler-Fraktionssprecher Andreas Flöß sollte es "so schnell wie möglich gehen". Dass der Hoptbühl-Platz im Rahmen der Sportstättenkonzeption erst noch begutachtete werden müsse, sei unnötig. Auch Frank Bonath (FDP) steht zu "100 Prozent" hinter einer schnellen Umsetzung, eine Planung sei dieses Jahr noch machbar, dann könnte im nächsten Jahhr bereits gebaut werden.

Der Zeitplan

Eher wortkarg gibt sich die Stadtverwaltung zu dem Thema. Der Technische Ausschuss solle sich bereits am heutigen Dienstag, ab 16 Uhr im Matthäus-Hummel-Saal damit befassen, teilte eine Sprecherin mit. Mehr wollte sie zu dem Thema nicht sagen.