Die Ball-Regisseurinnen Heidi Mayer, Andrea Irion und Angela Kornhaas stehen am Montagabend um kurz nach halb sechs vor der Bühne der Neuen Tonhalle und sehen den ersten Tanzschritten der kleinsten Mitglieder der Katzenmusik zu. "Das erste Mal auf der großen Bühne ist immer schwierig", sagt Mayer und muss auch ein wenig schmunzeln, als die Kinder versuchen, ihre Arme und Beine sowohl im Takt der Musik, als auch im Takt der Choreografie zu bewegen. Es ist das, woran ihr Herz hängt: die Kinder und Jugendlichen im Verein. "Wir haben so viel Energie in die Aufbauarbeit gesteckt in den vergangenen Jahren, jetzt schauen wir, dass vor allem da alles klappt."

Der Abend wird noch lang. Um viertel nach neun sind die Männer terminiert. "Wir sind heute bestimmt noch bis zehn Uhr hier", sagt Mayer. Der erste Probentag ist traditionell der Ballettabend. Am Dienstag sind die Sprechrollen dran, am Mittwoch findet der erste Gesamtdurchlauf statt. Dann werden sie wissen, ob der Ablaufplan, den sie schon vor Monaten erstellt haben, Bestand haben wird. Reicht die Zeit zwischen den Nummern zum umziehen? Stimmt die Gesamtlänge des Programms? Was dann steht, kommt so auch am Wochenende mit 150 Mitwirkenden auf die Bühne.

Das Motto in diesem Jahr: ein rheinisches. Jedem Jeck si Kapp! heißt es und soll, wenn es nach den Ball-Regisseurinnen geht, den Fastnachter der Doppelstadt offen werden lassen für eine andere Kultur. Auf den Einwand, ob ein solches Motto den alemannischen Narri-Narro-Fastnachter nicht zu überfordern droht, sagt Mayer nur lapidar: "Da muss er dann durch." Recht hat sie. "Bisher hatten wir immer so was Normales. Dieses Mal wollten wir ein wenig davon wegkommen." In der Vorbereitung haben sie sich Prunksitzungen angeschaut und in der Historie des Vereins gekramt. "Mit unserem Prinzen, den Ratskappen, den Wagen, haben wir bei der Katzenmusik auch karnevalistische Züge."

Nach den Sommerferien haben sie mit den Planungen begonnen. Das Schwierigste: Ein Thema finden, die entsprechenden Rollen vergeben und die Textschreiber suchen. "Es war früher leichter", sagt Mayer. Als sie vor 25 Jahren Mitglied der Katzenmusik wird, hat der Verein noch doppelt so viele Mitglieder. "Da konnte man aufwendigere Sachen machen."

Gezittert wird im Vorfeld vor allem ob einer Frage: Kommt das Motto auch beim Publikum an? Die Antwort darauf kann am Freitag anders ausfallen, als am Samstag. "Am Freitag klatschen die Leute an anderen Stellen, als am Samstag. Samstags toben die Leute bei Sachen, die am Freitag gar nicht kommen", sagt Mayer und zuckt mit den Schultern: "Wirklich komisch."

Mayer führt beim Girli- und beim Damenballett Regie. Am Ballabend wird sie hinter der Bühne für Ordnung sorgen und auf der Kanzel sicherstellen, dass das Spotlicht und die Jingle im richtigen Moment losgehen. Andrea Irion, 41 Jahre alt, steht am Wochenende als Tänzerin beim Damen-Ballett auch selbst auf der Bühne. Angela Kornhaas ist seit Kurzem Mutter, sie hilft noch, so gut es geht. Arbeitstreffen nach Feierabend, monatelange Proben zweimal die Woche – kurzum: hunderte Stunden Arbeit, und dann ist nach vier, fünf Stunden an zwei Abenden alles vorbei. Warum tut mach sich das an? "Weil es Spaß macht", sagt Heidi Mayer, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. "Leidenschaft für die Sache", sagt Andrea Irion und Mayer fügt hinzu: "Und vor allem Lust auf die Menschen."

Los geht der Ball um 20 Uhr. Mayer und Irion werden ab fünf Uhr da sein. Sie werden "jede Menge Frisuren" machen, "schminken bis kurz vor Schluss" und versuchen, "alle bei Laune zu halten". Das erste Glas Sekt nach dem Ball, darauf freut sich Irion schon jetzt.

Ist der Ball am Samstagabend vorbei, müssen Sie noch in der Nacht aufräumen. Die Umkleidekabinen müssen besenrein übergeben werden, Bühnenbild, Kostüme, alles muss verräumt sein, bevor am Sonntagmorgen um zehn Uhr der Bus kommt und die Katzen aus Villingen zum Narrentreffen nach Gengenbach fährt. Fasnet, das zeigt sich hier, ist harte Arbeit.

Hier gibt es noch Karten

Während der Ball am Samstagabend bereits seit Längerem ausverkauft ist, gibt es für den Ball der Katzenmusik unter dem Motto "Jedem Jeck si Kapp! Prunksitzung der Katzenmusik" am Freitagabend, um 20 Uhr, in der Neuen Tonhalle in VS-Villingen, noch einige Restkarten. Eine Kartenvorbestellung ist unter Angabe der Anzahl möglich per E-Mail an info@katzenmusik-villingen.de. Rund 150 Akteure – von den Tänzern über die Bühnenmaler, Choreografen und Techniker bis hin zu den Büttenrednern – werden beim Katzenball an zwei Abenden in der Neuen Tonhalle in diesem Jahr im Einsatz sein. (ang)