Seit mehreren Wochen setzen sich auch in der Doppelstadt viele Schüler immer freitags bei den „Fridays for Future„ Demonstrationen für einen besseren Klimaschutz und eine nachhaltigere Zukunft ein. Das alles geschieht während der Unterrichtszeit. Kritiker der weltweiten Bewegung sagen, dass das Engagement der Jugendlichen häufig nach den Kundgebungen ende. Die Teilnahme sei lediglich ein Vorwand, um die Schule zu schwänzen. Dass dem nicht so ist, beweisen nun die Abiturienten der St. Ursula Schule. „Together we flow!“ heißt ihr Projekt, welches die Schüler im Rahmen ihres Biologie-Kurses seit gut zwei Monaten mit Leben füllen. Zweimal pro Woche fanden Arbeitstreffen statt. „Eigentlich sollten sie nach dem schriftlichen Abitur Referate vorbereiten“, erzählen die Biologie-Lehrerinnen Manuela Mauch und Friederike Auer, die den Schülern mit Rat und Tat zu Seite stehen. Das fanden die Jugendlichen aber nicht allzu spannend, weshalb man sich auf ein gemeinsames Nachhaltigkeitsprojekt geeinigt habe. Die Teilnehmer übernahmen dabei unterschiedliche Aufgaben.

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Infokampagne: Los ging es mit einer Projektseite im Sozialen Netzwerk Instagram. Hier gaben die Teilnehmer Tipps zu nachhaltigen Produkten, wie zum Beispiel Haarseifen, Zahnbürsten und Kaffee-Becher aus Bambus sowie Bienenwachstücher als Alternative zu Alufolie. Bei der Produktauswahl wurde darauf geachtet, dass alles auch für Schüler bezahlbar, regional erhältlich und umweltschonend ist. Dazu gab es Ratschläge, wie man alte Klamotten aufpeppt und wo gebrauchte Waren verkauft werden. Insgesamt 48 Beiträge sind mittlerweile zu lesen. 371 Abonnenten haben den Kanal abonniert. Für jüngere Mitschüler, die keinen Internetzugang haben, wurden aus Instagram-Beiträgen Plakate gestaltet und in der Schule aufgehängt, begleitet von Vorträgen für die Mittelstufe.

Vesperkontrolle: Als „Umweltpolizisten“ inspizierten die Projektteilnehmer die mitgebrachten Vesper in den Klassen fünf bis sieben. Den Mitschülern wurde aufgezeigt, wie Plastikmüll vermieden werden kann. Für Verbesserungen bei Nachkontrollen belohnen sie die Klassen mit Bäumen, die noch gepflanzt werden sollen.

Kuchenverkauf: Dass auch vegane Leckereien schmecken, wurde bei einem Kuchenverkauf bewiesen. Über 200 Euro spülten die ohne tierische Zutaten gebackenen Kuchen in die Kasse. Den Erlös spendeten sie an den Weltladen.

Fazit: „Im Internet gibt es viele wissenschaftliche Abhandlungen über den Klimawandel. Das ist wichtig und gehört auch dazu. Wir wollen aber zeigen, dass es einfach und lohnend ist, nach nachhaltigen Alternativen zu greifen. Und es ist einfacher als man denkt“, fasst ein Schüler die Erkenntnisse aus dem Projekt zusammen.

Fridays for Future

Am Freitag, 15. Februar, erreichte die internationale „Fridays For Future“ Bewegung die Doppelstadt. Auf dem Latschariplatz in Villingen fand gegen 11.30 Uhr der erste Schülerstreik statt.

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Initiiert haben die Veranstaltung Schüler der Waldorfschule.

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Ab diesem Tag folgten weitere knapp zehn Demonstrationen abwechselnd in Villingen und Schwenningen. Sogar in den Ferien wurde demonstriert.

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