Am heutigen Dienstag legt die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Technischen Ausschusses erstmals konkrete Pläne vor, welche Teile der Verwaltung auf dem Mangin-Gelände gebündelt werden sollen, welche Ämter in ihrem Domizil bleiben und welche finanziellen Auswirkungen die neue Variante hat. Fazit: Es ist ein äußerst kompliziertes Rechenexempel und unterm Strich ist keine der Varianten deutlich günstiger. Bei der abgespeckten Bündelung auf dem Mangin-Areal ließen sich die Kosten für die Stadt über einen längeren Zeitraum strecken und es bliebe mehr Luft für andere, dringende Maßnahmen.

Rückblick

2016 hat der Gemeinderat beschlossen, große Teile der Verwaltung auf dem Mangin-Areal zu bündeln, vor allem sollten die technischen Ämter aus Schwenningen abziehen und stattdessen das Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport im Rathaus Schwenningen ein neues Domizil finden. Für das Stadtarchiv war ein Neubau zwischen den bestehenden Mannschaftsgebäuden geplant. Mit dem Amtsantritt von OB Roth kam eine neue Variante ins Gespräch: Er wollte nicht mehr die ganze Verwaltung auf dem alten Kasernengelände bündeln, sondern nur noch Teile. Hintergrund waren vor allem Proteste aus Schwenningen, hier herrschte die Befürchtung, politisch abgehängt zu werden.

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Neue Pläne

Nach den jetzt vorliegenden Plänen sollen künftig nur Stadtarchiv, Bürgeramt – mit Ausnahme der Bürgerservice-Zentren – und Rechtsamt, Amt für Innenrevision, Stabstelle für Digitalisierung und Projektmanagment, der Personalrat und die Telefonzentrale in die beiden Mannschaftsgebäude umziehen. Diese Dienststellen sind alle in angemieteten Räumen untergebracht. Dann wären nach der Vorlage der Verwaltung lediglich 114 Mitarbeiter betroffen, statt ursprünglich rund 360. Das Liegenschaftsamt und die technischen Dienststellen mit Bürgermeister Detlev Bührer an der Spitze würden im Rathaus Schwenningen und in den angemieteten Räumen in der Winkelstraße 9 bleiben, ebenso die Ämter in der Villinger Innenstadt.

Die Kosten

Nach Machbarkeitsstudie von Architekt Andreas Flöß hätte der Umbau der beiden Mannschaftsgebäude rund 41,5 Millionen Euro gekostet. In dieser Summe war aber der notwendige Neubau des Stadtarchivs mit rund 7,3 Millionen Euro nicht enthalten. Mit Neubau läge die Summe also bei 49,8 Millionen Euro. Bei der neuen Variante kommt die Verwaltung in ihrer Vorlage auf 34 Millionen Euro Kosten für die Sanierung. Die deutlich geringere Summe resultiere daraus, dass weniger Büro- und mehr Lagerräume entstehen sollen. Die Schaffung moderner Büros sei sehr kostenintensiv, vor allem der Schallschutz für geplante Großraumbüros sei teuer. Allerdings gibt es auch Verschiebungen, da bei der neuen Variante einige Gebäude im Besitz der Stadt bleiben sollen und damit auch saniert und bewirtschaftet werden müssen. Rund 23 Millionen Euro berechnet die Verwaltung für Sanierung von Justinus-Kerner-Straße (Jubis), Oberer Straße (Stadtkämmerei) und den Rathäusern in beiden Stadtbezirken. Allerdings gebe es hier auch Fördergelder. Die Kosten pro Arbeitsplatz lägen bei der alten Variante bei 104 629 Euro gegenüber 102 019 bei der neuen Planung, eine Differenz also von 2600 Euro. Bei den finanziellen Aufwendungen die pro Jahr anfallen, ist die Summe bei der alten Planung etwas wirtschaftlicher und läge bei 2,294 Millionen Euro. Bei der abgespeckten Bündelung der Verwaltung sind es 2,306 Millionen Euro, die die Stadt jährlich aufbringen muss.

Der Grundstückskauf

Noch laufen die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten, Bima. Kompliziert ist die Lage durch mögliche Altlasten und deren Beseitigung. Außerdem orientiert sich die Bima am Marktwert der umliegenden Grundstücke und der schwankt stark. Für sozialen Wohnungsbau und beispielsweise die Errichtung eines Kindergartens gibt es Abschläge auf den Kaufpreis: So rechnet die Stadt bei einem Preis von 6,8 Millionen Euro mit einem Rabatt von rund vier Millionen Euro. Zu bezahlen wären also noch rund 2,8 Millionen Euro.

Die Sitzung

Die Sitzung des Technischen Ausschuss findet am Dienstag, 3. März, ab 17.10 Uhr in der Neuen Tonhalle in Villingen statt.