Das Thema Katzendomizil war bei der Jahreshauptversammlung der Villinger Katzenmusik das beherrschende Thema des Abends. Einerseits wurden Enttäuschung und Wut deutlich, als Generalfeldmarschall Dominik Schaaf sein Wort an den ehemaligen Oberbürgermeister Rupert Kubon und die Verwaltung der Stadt VS richtete. Andererseits machte der neue OB Jürgen Roth deutlich, dass er dieses Thema zur Chefsache machen will und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleiben werde.

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Es geht um das Gebäude an der Kanzleigasse 2, das der Katzenmusik einst als mögliches neues Vereinsheim versprochen wurde. Doch auf eine Verwirklichung der Pläne warten die Katzen seit nunmehr vier Jahren. Dominik Schaaf hatte im Anschluss an seine Begrüßung mehr als deutlich seiner Verärgerung, Wut und auch Enttäuschung Luft gemacht. "Wir sind geschockt und frustriert zugleich", so der Generalfeldmarschall. Man habe "die Schnauze voll von Versprechungen, Angeboten und Beschlüssen" und wolle jetzt Fakten sehen. Mit einer zweiseitigen Absage habe der ehemalige OB Kubon einen der ältesten Brauchtumsvereine der Zähringerstadt abgefertigt, beklagte Dominik Schaaf den schlechten Stil. "Ich appelliere an Sie, Herr Roth, lassen Sie uns nicht im Regen stehen", so Schaaf weiter. Man gewähre dem neuen OB "Welpenschutz" bis zum Tag nach Aschermittwoch, dann werde er persönlich auf der Matte stehen, um über das Thema zu sprechen, kündigte der Generalfeldmarschall an.

Das fehlende Katzendomizil erzürnt alle Mitglieder, dies wurde auch bei der Jahreshauptversammlung deutlich.
Das fehlende Katzendomizil erzürnt alle Mitglieder, dies wurde auch bei der Jahreshauptversammlung deutlich.

In seiner Antwort ging Jürgen Roth auf das Thema ein. "Es pfeifen ja die Spatzen von allen Dächern, dass bei den Katzen Katerstimmung herrscht", so Roth. Er werde sehr schnell zumindest für die dringend benötigte Unterbringung des Katzenarchivs und der Kleiderkammer eine Lösung finden. Er gestehe auch zu, dass das Thema Kanzleigasse die Stadt nicht besonders gut dastehen lasse, räumte der neue OB ein. Gleichzeitig bat er aber darum, ihm für die Suche nach einer grundlegenden und insbesondere nachhaltigen Lösung Zeit einzuräumen. Man habe es schon einmal gehabt, dass vorschnell Versprechungen gemacht wurden, die sich bei näherem Hinschauen als nicht machbar herausgestellt hatten. Und, so Roth, er könne und wolle sich nicht über die Meinung der Sachverständigen, die das Gebäude begutachtet haben, hinwegsetzen. "Ich sage Ihnen aber zu, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um eine adäquate Lösung zu finden". Für seine deutlichen Worte gab es viel Beifall, ebenso für die zornigen Worte des Generalfeldmarschalls. Hatte man noch vor Beginn der Versammlung die Solidarität mit dem Katzenchef in Frage gestellt, so wurde bei der einstimmigen Entlastung und der Wiederwahl ohne Gegenkandidaten deutlich, dass die Basis hinter Dominik Schaaf steht.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde deutlich, dass es dem Verein zumindest finanziell gut geht. Hatte man das abgelaufene Rechnungsjahr doch mit einem deutlichen Plus abgeschlossen, wie Kassierer Rainer Wagner berichten konnte. Anstehende Satzungsänderungen, es ging hier um den Umgang mit den elektronischen Daten der Mitglieder und um Anforderungen des Fiskus, wurden ebenso einstimmig angenommen wie auch der gesamte Vorstand einstimmig entlastet wurde. Die Wahlen brachten keine Veränderungen. Dominik Schaaf wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt, der dritte Vorstand ist nach wie vor Nicolas Mayer und im großen Rat wurden Jürgen Moser, Andrea Irion, Uwe Schmidt, Sascha Stadler, Bernhard Stadler, Michael Spormann und Klaus Quandt in ihren Ämtern bestätigt. Als neuer Aspirant wurde Detlef Pfundstein eingekleidet. Über die mehr als 100 Ehrungen wird der SÜDKURIER separat berichten.