Vor knapp einem Jahr verkaufte Katja Ise Hebi das Hotel Garland im Villinger Kurgebiet. In dem Gebäude sollen bereits dieses Jahr knapp ein Dutzend neuer Eigentumswohnungen entstehen. Daraus wurde aber bisher nichts. Stattdessen wird das frühere Hotel als Unterkunft für Monteure und Mitarbeiter von Baufirmen genutzt.

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Hebi, die zeitweise in Kanada lebt, ist enttäuscht. Wenn sie in Villingen ist, traut sie sich kaum ins Kurgebiet. Das frühere Hotel, einst ein Schmuckstück, verwahrlose jetzt, berichtet sie. An den Fenstern stehen Bierflaschen, im Garten wuchert das Grün. Sie habe sich auf das Versprechen der Bauträgergesellschaft verlassen, dort zügig Eigentumswohnungen zu erstellen. Doch letztendlich hat sie keine rechtliche Handhabe, wie sie selbst einräumt. Im notariellen Kaufvertrag steht, dass der Käufer beabsichtigt, das Gebäude umzubauen und Wohnungen einzurichten. Doch wann das der Fall sein wird, ist eben nicht definiert. Dennoch möchte Hebi „nicht als Lügnerin da stehen“, sie habe schließlich auf das Wort des Rottweiler Unternehmens vertraut.

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Auch die Nachbarn des früheren Garlands sind nicht wirklich erfreut. Eine 77-Jährige, die nicht genannt werden möchte, ging davon aus, dass die Wohnungen zügig entstehen. Sie habe für die eigene Immobilie einen Kurgebietspreis bezahlt – das heißt, sie war nicht wirklich günstig. Nun beklagt sie, dass das frühere Hotel einen ungepflegten Eindruck macht. Bis vor kurzem hätten die Bewohner noch ausufernd gefeiert – zumindest dagegen sei der Eigentümer inzwischen vorgegangen. Sie habe grundsätzlich nichts gegen Unterkünfte für Bauarbeiter, aber im Kurgebiet hätten sie nun wirklich nichts zu suchen. Dagegen sollte auch die Stadtverwaltung vorgehen.

Stadt geht der Sache nach

Die kümmert sich um die Sache. Ob es wirklich zulässig ist, das frühere Hotelgebäude so zu nutzen, müsste vor Ort überprüft werden, möglicherweise werde auch das Gewerbeaufsichtsamt hinzugezogen, berichtet die Sprecherin der Stadtverwaltung, Oxana Brunner. Ein Bauantrag zur Umwandlung der Hotelzimmer sei bisher noch nicht eingegangen, einzelne Tätigkeiten könnten allerdings auch verfahrensfrei sein.

Gesellschaft reagiert nicht

Hebi selbst hat Kontakt zu der Bauträgergesellschaft aufgenommen und dort die Auskunft erhalten, dass die Umplanungen und Neuplanungen eben einige Zeit erfordern. Da das Gebäude nicht mehr den neuesten Anforderungen, zum Beispiel der Energieeinsparverordnung entspreche, sei das sehr aufwendig. Auf mittlere Sicht werde das Haus allerdings nicht als Übernachtungsgelegenheit für Monteure genutzt, dazu sei der Kaufpreis viel zu hoch gewesen, wurde ihr mitgeteilt. Allerdings solle wegen der Investitionen auf eine Zwischennutzung auch nicht verzichtet werden.Auf eine Mail der SÜDKURIER-Redaktion reagierte die Bauträgergesellschaft nicht.