Die Äpfel wachsen dieses Jahr in Massen an den Apfelbäumen von Villingen-Schwenningen. So kommt es, dass die Mostereien gar nicht mehr hinterherkommen mit dem Saftpressen. Auch der Raiffeisenmarkt in Villingen wird mit Äpfeln überhäuft. Mitarbeiterin Julia Müller erzählt:" Die Mosterei Singer vom Bodensee kommt gar nicht mehr hinterher, uns Container zu liefern, sodass wir unsere Apfelannahme momentan stoppen müssen."

Auch die umliegenden Mostereien könnten scheinbar kaum bis gar keine Äpfel mehr annehmen, sagt sie. Deshalb weis Julia Müller auch nicht mehr, wo sie die Leute mit ihren Äpfeln hinschicken soll. Der ZG Raiffeisen habe dieses Jahr rund 100 Tonnen Äpfel angenommen, was acht Tonnen pro Tag bedeute, wie Julia Müller berichtet.

Auch für Martin Jäckle und seine Familie war die Ernte erfolgreich. Sie betreiben zusammen mit Bruder Armin Jäckle einen Hofladen bei den Bertholdshöfen in Villingen, wo sie unter anderem frisch gepressten Apfelsaft aus ihren Äpfeln verkaufen. "Das Äpfelsammeln findet bei uns immer als Familienaktion statt, bei der alle mithelfen", berichtet Martin Jäckle.

Martin Jäckle begutachtet die Äpfel seiner Ernte 2018.<em>Bild: Lea Spormann</em>
Martin Jäckle begutachtet die Äpfel seiner Ernte 2018. | Bild: Lea Spormann

"Letztes Jahr haben wir 1000 Kilogramm gesammelt, dieses Jahr waren es rund 1250", erzählt er. "Es hätten sogar noch mehr sein können. Aber dafür haben unsere Lagerkapazitäten nicht ausgereicht." Aus den 1250 Kilogramm bekam die Familie rund 950 Liter Most, den sie in einem Fass im Keller und in Fünf-Liter-Beuteln aufbewahrt.

Ihre Äpfel bringen sie immer zur Mosterei Burkhart in Obereschach. Dort muss Martin Jäckle vorher einen Termin vereinbaren, um seine Äpfel mosten zu lassen. "Als wir am 29. September dort waren, wurde uns gesagt, dass auch dort alle Termine bis Ende Oktober bereits vergeben seien", berichtet er.

Warum gibt es dieses Jahr so viele Äpfel? Martin Jäckle vermutet, dass es einerseits am Wetter liegt und andererseits daran, dass die Ernte im vergangenen Jahr weniger erfolgreich war, sodass die Bäume mehr Energie tanken konnten. Er kann sich auch nicht daran erinnern, in den vergangenen 15 Jahren so viele Äpfel gehabt zu haben wie in diesem Jahr. "Es ist ein absolutes Apfeljahr", sagt Martin Jäckle.