Am Schmutzigen Donnerstag vor einigen Monaten war es so weit. Die Villinger Kriminalpolizei nahm einen 42-jährigen Hästräger im Trubel der Fastnacht fest. Vorausgegangen war der Aktion eine einjährige Ermittlungsarbeit.

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Der Mann, höchstwahrscheinlich ein Villinger „Stachi“, soll ein Jahr vor seiner Festnahme, am „Schmotzigen“ 2019, ein achtjähriges Mädchen zuerst mit einem für Weißnarren typischen Wedel „geputzt“ und anschließend über die Josefsgasse, die Kronengasse und den Münsterplatz in die öffentliche Toilette in der Kaufhausgasse gezogen haben. Dort soll er dem Mädchen in einer abgeschlossenen Kabine über die Kleidung an den Bauch gefasst haben. Die hinzugerufene Mutter der Achtjährigen hatte damals vielleicht Schlimmeres verhindert.

Bild: Matthias Jundt

Passiert war die Tat vor etwa eineinhalb Jahren um kurz nach 16 Uhr. Die Polizei hatte daraufhin einen Mann auch mithilfe der Öffentlichkeit gesucht. Denn: Der Täter war geflüchtet.

Ein Jahr später war es dann soweit. Der Mann wurde wieder an einem „Schmotzigen“ festgenommen. Dem Zugriff waren umfangreiche Ermittlungen der Kripo in Zusammenarbeit mit der Konstanzer Staatsanwaltschaft vorausgegangen. Auch die Narrozunft Villingen, so hatte es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft geheißen, hatte eng mit der Ermittlungsgruppe zusammengearbeitet. Eine genaue Personenbeschreibung führte die Beamten letztlich zum Tatverdächtigen.

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Dieser hatte den Sachverhalt bei der Vernehmung eingeräumt. Die Polizei war bei ihren Ermittlungen von einem sexuellen Hintergrund ausgegangen. Nun wurde Anklage erhoben – und zwar wegen Nötigung in Tateinheit mit Freiheitsberaubung, wie Johannes-Georg Roth, leitender Oberstaatsanwalt, auf SÜDKURIER-Anfrage informiert. Für eine Anklage wegen einer sexuellen Handlung habe es keinen hinreichenden Tatverdacht gegeben.

Noch kein Termin

Das Strafmaß für den Angeklagten liegt in einem Rahmen von einer Geld- bis zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe. Wie hoch das verhängte Strafmaß letztlich ist, hängt laut Roth aber immer vom Verfahren, den Umständen und den Eingeständissen der Beteiligten ab. Vorhersagen im Vorfeld seien daher unmöglich.

Einen genauen Prozesstermin gibt es noch nicht, wie das Amtsgericht Villingen auf Anfrage informiert.

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