Im 13-stöckigen Hochhaus in der Schwenninger Schluchseestraße 45 fallen die über 40 Jahre alten Aufzüge immer wieder aus. Die Bewohner der insgesamt 56 Wohneinheiten müssen dann Treppen steigen. Für junge Menschen ist das für einen gewissen Zeitraum kein Problem, ältere, kranke oder gehbehinderte Menschen sitzen dann aber in ihren Wohnungen fest. So geschehen am vergangenen Wochenende. Ein Aufzug im Hochhaus, welches Autofahrer vom Klinikum kommend auf Höhe der Essotankstelle rechter Hand sehen können, stand zuletzt komplett still. Der zweite Aufzug fiel zeitweise aus. Ein Hinweis eines Bewohners machte den SÜDKURIER auf die Situation aufmerksam.

Vor Ort bestätigten Bewohner diese Mängel, berichteten von häufigen Reparaturen und von ihren Problemen, die daraus resultieren, wie Einkäufe, Baumaterial und Haustiere nach oben zu schleppen, oder die Kinder sicher über die Stufen zu geleiten. Ein Zustand, der bei einigen auch für Unmut sorgte. Auf SÜDKURIER-Nachfrage reagierte Stefan Wiedenmaier verständnisvoll. Er ist der Leiter der Hausverwaltung von der Bad Dürrheimer Firma Treuhand Rebholz, die das Objekt erst vor rund einem Jahr von einem anderen Dienstleiter übernommen hat. Auch er sei schon von Bewohnern darauf angesprochen worden. „Doch das benötigt alles Zeit“, erklärt er. Die bestehenden Aufzüge würden bei Ausfällen immer schnellstmöglich repariert. "Die Techniker sind immer schnell vor Ort."

Auf lange Sicht sei es jedoch günstiger, neue Aufzüge anzuschaffen. „Wir haben das Thema deshalb gleich in der ersten Eigentümerversammlung angesprochen“, erinnert sich Wiedenmaier. Bei einer weiteren Zusammenkunft im November 2017 hätten sich die Eigentümer dann mehrheitlich für eine Erneuerung der Anlage ausgesprochen. „Daraufhin haben wir ein Angebot von Thyssen angefordert. Sobald das vorliegt, müssen die Eigentümer erneut zustimmen“, sagt der Hausverwalter. Danach folge die Finanzierungsphase, die Produktion der Anlage sowie der Einbau vor Ort.

Unter dem Strich müsse man mit einem halben Jahr rechnen. Die geschätzten Kosten von fast einer viertel Million Euro müssen von den Eigentümern anteilig getragen werden. „Wir versuchen bei unseren Objekten frühzeitig Rücklagen zu bilden und vorausschauend zu planen“ sagt Wiedenmaier. Ansonsten drohe ein Sanierungsstau. Die Bewohner müssen also weiter Geduld haben und hoffen, dass die Aufzüge noch lange durchhalten. Wiedenmaier macht aber auch ein wenig Hoffnung: „Mitarbeiter des Herstellers sind aktuell vor Ort und bauen ein wichtiges Ersatzteil ein.“ Dann sollen wieder beide Aufzüge funktionieren.

Baujahr 1975: Dieses Datum ist es auf dem Typenschild in dem altersschwachen Aufzug eingraviert. Der linke Fahrstuhl ist seit Tagen ganz außer Betrieb. <em>Bilder: Jens Fröhlich</em>