Cornelia Putschbach

Zunächst hatte Orkan Lothar 1999 Löcher in das Fichtenwäldchen im Unterkirnacher Grund gerissen. Nachdem die mit Buchen wieder aufgeforstet waren, leistete das Orkantief Sabine rund 20 Jahre später ganze Arbeit: Auf der 2,4 Hektar umfassenden Fläche am Hang blieben neben den Buchen nur ein paar vereinzelte Douglasien und Fichten stehen. „Alle anderen Bäume fielen um wie Mikadostäbe“, erinnert sich Raphael Schneider, der Sohn der Eigentümerin.

Allein ist das nicht zu schaffen

Jetzt, rund 2,5 Jahre später, ist das Sturmholz mühevoll aus dem Hang gezogen. Der Wald wird wieder aufgeforstet. Was einmal Wald war, muss Wald bleiben. Für die Aufforstaktion, die für die Eigentümerfamilie alleine nicht zu bewältigen wäre, wandte sich Helga Schneider an die Initiative „Deutschland Forstet Auf“.

Vom gegenübliegenden Hang ist zu erkennen, wie die jetzt aufgeforstete Fläche bei Unterkirnach strukturiert ist. Links und oben sind in ...
Vom gegenübliegenden Hang ist zu erkennen, wie die jetzt aufgeforstete Fläche bei Unterkirnach strukturiert ist. Links und oben sind in hellgrün die Wuchshüllen zu erkennen, die die neu gepflanzten Wildeichentriebe schützen. Die Buchen wurden bereits vor gut 20 Jahren nach dem Sturm Lothar aufgeforstet. Auf dem weiteren Gelände wird die Aufforstung mit Spitzahorn und Vogelkirsche folgen. | Bild: Cornelia Putschbach

Diese Initiative bietet Freiwilligen die Möglichkeit, sich bei Pflanz- sowie Pflegeaktionen im Wald gegen das Waldsterben in der Region und für den Klimaschutz zu engagieren. Dazu vernetzt sie die Freiwilligen mit Waldeigentümern. Sie bat auch in Unterkirnach Helfer, sich an der Pflanzaktion zu beteiligen.

„Ein Großteil unserer Arbeit leisten wir im Norden Deutschlands, in Berlin und Brandenburg. Hier im Süden sind wir noch weniger unterwegs“, erläutert Susi Hensel, die für die Pflanzaktion aus Hechingen nach Unterkirnach gekommen ist.

Das steile Gelände im Unterkirnach Grund ist für die Pflanzaktion herausfordernd. „Die Fläche liegt an einem Hang, bitte melden Sie sich nur an, wenn Sie trittsicher sind und eine einigermaßen gute Kondition haben“, lautete deshalb auch der Hinweis an die potenziellen Freiwilligen bei der Bekanntmachung der Aktion.

Susi Hensel von der Initiative Deutschland-forstet-auf kniet bei der Pflanzaktion in Unterkirnach am steilen Hang. Trittsicherheit ist ...
Susi Hensel von der Initiative Deutschland-forstet-auf kniet bei der Pflanzaktion in Unterkirnach am steilen Hang. Trittsicherheit ist hier bei den Helfern gefragt. | Bild: Cornelia Putschbach

Insgesamt packten knapp 15 Helfer rund um Raphael Schneider mit an. Das waren Freiwillige, die dem Aufruf der Initiative „Deutschland Forstet Auf“ folgten, aber auch Freunde und Nachbarn von Familie Schneider.

Später steht hier die Sturmfront

Zunächst wurden am Südrand und oberhalb des Hanges 350 Setzlinge Traubeneiche gesetzt. Sie sollen als Bäume später eine sogenannte Sturmfront für den Wald bieten. Jeder einzelne wurde nach dem Pflanzen zudem mit einer Wuchshülle versehen. Sie sorgt für ein gutes Microklima für die jungen Triebe, lässt sie gerade hinauf zum Licht wachsen und bietet außerdem einen Verbissschutz.

Das Gelände ist für die Aufforstung eine Herausforderung. Statt wie bislang Fichten werden hier jetzt sicherer stehende Laubbäume gepflanzt.
Das Gelände ist für die Aufforstung eine Herausforderung. Statt wie bislang Fichten werden hier jetzt sicherer stehende Laubbäume gepflanzt. | Bild: Cornelia Putschbach

Nach den Trieben der Traubeneiche folgte in weiteren Bereichen das Setzen von 650 Spitzahorn-Trieben und 100 Vogelkirschen. Auf rund 0,6 Hektar werden die Triebe gepflanzt.

„In den folgenden Jahren geht es weiter, mit noch anderen, den veränderten Klimabedingungen angepassten Baumarten, überwiegend Laubbäume“, kündigte Waldeigentümerin Helga Schneider schon im Vorfeld der Aktion an.