Der Förderverein des Hallenbads Aqualino hat für kommenden Samstag, 23. April, eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt. Tagesordnungspunkt ist die drohende Schließung des Hallenbads aufgrund der wirtschaftlich prekären Situation. Auch an Gemeinde und Geschäftsführung gibt es Kritik. In einem Vorabgespräch mit dem SÜDKURIER erläutert der Vorstand die genauen Hintergründe.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Stimmung bei Fördervereinsvorsitzendem Klaus Kuhnt, Vizevorsitzender Sandra Bandholz und Kassiererin Gaby Köngeter, die ihre jetzigen Vorstandsämter erst im Herbst vergangenen Jahres antraten, ist ernst. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Das Geld reicht einfach nicht“, bringt es Kuhnt direkt auf den Punkt. Nach aktuellem Stand kann der Badebetrieb noch bis zum Ende der Sommerferien aufrecht erhalten werden. Dann würden die Lichter im Aqualino ausgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Als Ursache für die finanzielle Schieflage führt er einerseits die steigenden Energiekosten auf. Noch stärker wiegt der Umstand, dass der Förderverein, der das Bad als Hauptgesellschafter der Aqualino-Betriebs-gGmbH betreibt, in der Gemeinderatssitzung Ende Februar aufgrund einer Veränderung der Konditionen des Pachtvertrags finanziell stark beschnitten worden sei.

So wurde die Zuschusssumme von ursprünglich zugesagten 35.000 Euro der Energieversorgung Unterkirnach (EGU), die die Betriebsgesellschaft zusätzlich zur jährlichen Grundförderung von 80.000 Euro erhalten sollte, mit Gemeinderatsbeschluss auf 21.000 Euro gedrosselt. Auch sollen mehrere Investitionen, die der Verein für die Modernisierung und Aufwertung des Hallenbads tätigte und deren Kosten von der ursprünglich vereinbarten Pachtsumme von 55.000 Euro abgezogen werden sollten, nicht anerkannt worden sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie Kuhnt sagte, habe man dem neuen Pachtvertrag mit den veränderten Konditionen zustimmen müssen, „da der Zuschuss von der Gemeinde bis zur Unterschrift zurückgehalten wurde.“ Auch von der Gemeinde Unterkirnach ist man enttäuscht.

Das könnte Sie auch interessieren

Wie genau es finanziell um das Aqualino steht, macht Gaby Köngeter noch deutlicher. „Uns geht es richtig dreckig“, fasst sie die Lage knapp zusammen. „Die nun zur Verfügung stehenden 101.000 Euro reichen bei weitem nicht aus. Wir benötigen 150.000 Euro im Jahr“, rechnet Köngeter vor.

Allein die Personalkosten für Schwimmmeister, Aushilfskräfte und für den Geschäftsführer, der das Amt zwar ehrenamtlich ausführt, aber eine Aufwandsentschädigung erhält, betragen rund 100.000 Euro im Jahr.

Die fehlende Summe allein durch Spenden zu finanzieren, sei für den Verein auch nicht machbar. „Auch eine Zunahme der Badegäste um 100 Prozent würde das Dilemma nicht ausgleichen“, so Kuhnt. Im vergangenen Jahr wurden im Schnitt 2000 Einzeleintritte pro Monat zuzüglich Gruppenkarten verkauft.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass der Förderverein alle Anstrengungen unternimmt, um das Hallenbad am Leben zu erhalten, zeigt sich daran, dass im vergangenen Jahr 16.000 Euro an Spendengeldern generiert werden konnten, wie Sandra Bandholz sagte. In einem Mitgliederbrief wird auch Kritik an der Geschäftsführung geübt.

Wie es dort heißt, werde der Vorstand „bei einem Fortbestand des Aqualino über eine andere Besetzung in der Geschäftsführung beraten müssen.“ Gleichzeitig wolle man den amtierenden Geschäftsführer jetzt nicht aus der Verantwortung entlassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Vorstandsmitglieder hoffen, dass zu der außerordentlichen Hauptversammlung, die am Samstag, 23. April um 15 Uhr in der Schlossberghalle stattfindet, auch interessierte Nichtmitglieder des Fördervereins kommen, um mit über die Zukunft des Unterkirnacher Hallenbads zu beraten.