Im Nachhinein betrachtet kann Susanne Ciampa sagen: „Wir sind gut durch die vergangenen Wochen gekommen“. Sie ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma Ciampa Fliesen in Unterkirnach.

Viel Unsicherheit für Unternehmer

Doch Anfang März war das so nicht abzusehen. Zu Beginn der Corona-bedingten Einschränkungen in Deutschland gab es viel Unsicherheit. Es war an den Unternehmern, zu entscheiden, welche Maßnahmen sie umsetzen, um für ihre Mitarbeiter und ihre Kunden ein möglichst geringes Infektionsrisiko einzugehen und letztlich auch eine mögliche Schließung des Betriebs aus Quarantänegründen zu vermeiden.

Interne Abläufe umgestellt

Bei Ciampa Fliesen änderte man die betriebsorganisatorischen Abläufe. Beispielsweise fuhr nur noch jeweils ein Mitarbeiter im Auto auf die Baustellen. Im Betrieb wurde morgens zeitversetzt angefangen zu arbeiten, damit sich möglichst wenige Mitarbeiter dort gleichzeitig aufhalten und begegnen. Auf den Baustellen blieben, wann immer möglich, gleiche Teams beieinander.

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Zunächst Großbaustellen mit Platz zum Abstandhalten bevorzugt

Baustellen in Privathaushalten wurden zunächst in Absprache mit den Bauherren verschoben, damit auch so ein Kontakt möglichst gering gehalten wurde. Zunächst wurde vor allem auf Großbaustellen gearbeitet, wo mehr Platz und Raum zum Abstand halten zur Verfügung stand.

Produktion in Italien stand drei Monate still

Fliesen und Natursteine beziehe die Firma zum überwiegenden Teil aus Italien, weil hier die meisten Produzenten sitzen, sagt Susanne Ciampa. Es sei ihr zu Beginn der Krise entgegengekommen, dass sie ihren Bedarf in der Regel zwei bis drei Monate im Voraus plane und beziehe, denn Italien hatte einen kompletten Lockdown angeordnet. Die Produktionen standen drei Monate still. Verschärfend kam hinzu, dass es zeitweise Probleme mit dem Transport gab, auch wenn der Warentransport offiziell nicht eingeschränkt war.

Mit Kreativität gegen Engpässe

„Diese Art der Planung hat uns gerettet. Allerdings gibt es für bestimmte Fliesen noch wirkliche Engpässe. Da braucht es etwas Kreativität, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen“, sagt Susanne Ciampa.

Jetzt läuft die Fliesenherstellung wieder

Inzwischen laufen die italienischen Produktionen wieder im gewohnten Drei-Schicht-Betrieb. Dabei können die vergangenen drei Monate aber eigentlich nicht aufgeholt werden, wie Susanne Ciampa erläutert. Grund dafür sei, dass die Unternehmen gar nicht mehr Produktionskapazität schaffen könnten, als sie sowieso schon hätten, denn es werde in der Fliesenproduktion von je her rund um die Uhr gearbeitet.

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Ciampa sagt: „Ich freue mich wahnsinnig, dass wir eine so gute Auftragslage haben, dass wir unseren Lieferanten viel Ware abnehmen können. Damit können wir unseren Teil dazu beitragen, dass es auch mit der italienischen Wirtschaft wieder aufwärts gehen kann.“

Infektion mit Coronavirus

Trotz allen Vorsichtsmaßnahmen erwischte das Coronavirus Mitte April eine Mitarbeiterin der Firma Ciampa. Weitere Mitarbeiter wurden nicht infiziert. „Da zeigte sich, wie gut unsere Vorsichtsmaßnahmen waren“, sagt Susanne Ciampa. Doch erschreckt habe sie, wie sehr der Virus die junge Mitarbeiterin über einen längeren Zeitraum erwischt hatte. „Wenn Leute sagen, dass nur Menschen mit Vorerkrankungen oder alte Menschen sehr krank werden, dann stimmt das einfach nicht“, ärgert sich Susanne Ciampa.

Mehr Kontrollen auf Baustellen gefordert

Aufgrund ihrer Erfahrungen der vergangenen Wochen wünscht sich Susanne Ciampa, dass die Einhaltung der Abstandsregeln und anderer Vorsichtsmaßnahmen auf Baustellen mehr kontrolliert werde. Neben vielen vorbildlichen Baustellen gebe es auch etliche, auf denen die Regeln viel zu wenig umgesetzt würden, ärgert sie sich, und sagt: „Ich wünsche mir, dass wir alle nicht nachlassen in den Bemühungen um die Gesundheit der Menschen.“

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