Es wird kälter und es wird dunkler in den öffentlichen Bereichen der Gemeinde Unterkirnach. Das lässt sich zumindest aus den bisherigen Einsparpotenzialen herauslesen, die Bürgermeister Andreas Braun in der Gemeinderatssitzung vorstellte. Anlass ist die Energieeinsparungsverordnung des Bundes zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit und die voraussichtlich massive Erhöhung des Gasbezugpreises.

Kosten klettern von 40.000 auf 163.000 Euro

Wie in der Sitzungsvorlage erläutert, müssen die Kommunen nach Rücksprache mit dem regionalen Energieversorger EGT für das kommende Jahr mit „mindestens einer vier- bis sechsfachen Verteuerung des aktuellen Bezugspreises für Gas rechnen.“ Für Unterkirnach würde dies bei gleichbleibender Nutzung der Einrichtungen wie Sporthalle, Schlossberghalle, Spielscheune, Werkhof, Feuerwehr, Schule und der beiden Kindergärten eine Verteuerung von derzeit 40.500 auf 163.000 Euro bedeuten.

Warmwasser war gestern

Konkret stellte Braun mögliche Einsparpotenziale vor. Demnach würde beispielsweise die Raumtemperatur im Rathaus auf die vorgeschriebenen 19 Grad abgesenkt werden. Warmwasserboiler und Außenbeleuchtung würden abgeschaltet, die Werbeanlagen werden zwischen 22 und 16 Uhr abgeschaltet.

Sporthalle

Hier soll die Temperatur dauerhaft auf 16 statt wie bisher 18 Grad abgesenkt werden, Ausnahme: das Probelokal des Musikvereins, wo weiterhin 18 Grad beibehalten werden sollen. Die Beleuchtung während des Trainingsbetriebs soll um die Hälfte reduziert werden. Duschen soll weiterhin mit heißem Wasser möglich sein. Hier setzt Braun auf die Vernunft der Sportler: „Kalt duschen im Schwarzwald ist nicht gut. Die Duschen sollen heiß bleiben, man kann ja nur kurz duschen.“

Schlossberghalle

Die Schlossberghalle soll nach Möglichkeit für den Trainingsbetrieb gar nicht genutzt werden. Bei kulturellen Veranstaltungen soll die Halle auf 19 statt wie bisher auf 21 Grad aufgeheizt werden. Nachts soll auf zwölf bis 14 Grad abgesenkt werden.

Spielscheune

Auch hier gilt: weniger spart Geld. Die Temperatur fällt auf 18 Grad statt bislang 20 Grad, die Beleuchtung soll je nach Besucherzahl um die Hälfte reduziert werden.

Werkhof

Hier gelten künftig 16 Grad als Maximum, Ausnahme der Sozialraum, der auf 19 Grad aufgewärmt wird. Ein Warmwasserboiler bleibt in Betrieb, die Duschen werden abgestellt. Das Wohnheim wird um ein bis zwei Grad abgesenkt.

Kirnachmühle

Bei Veranstaltungen müssen 19 Grad ausreichen.

Kindergärten und Schulen

Von den Energieeinsparmaßnahmen ausgenommen sind die Kindergärten und Schulen, wie Braun betont. Hier gilt der allgemeine Richtwert von 20 Grad, im Bereich U3 gilt der Richtwert von 21 bis 22 Grad. An der Roggenbachschule gilt der Richtwert von 20 Grad.

Beleuchtung

Wie Braun sagte, ist zwar der aktuelle Stromtarif für die Gemeinde bis 2024 gesichert. Dennoch soll im Bereich Beleuchtung auch jetzt schon gespart werden. So werden die Außenbeleuchtungen am Mühlentreff, an der Kirche sowie die Beleuchtungen an den Schaukästen am Rathaus und in der Hauptstraße abgeschaltet.

„Bei der Straßenbeleuchtung ist es so, dass ab 23 Uhr ohnehin jede zweite Laterne ausgeschaltet wird. Es ist zu prüfen, ob nicht generell nur jede zweite Straßenlampe eingeschaltet werden soll“, so der Unterkirnacher Bürgermeister. Er sagte aber auch, dass die Verkehrssicherheit vorgehe, es seien häufig bei Veranstaltungen auch nach 23 Uhr Personen auf der Straße unterwegs.

Es bleibt weihnachtlich

Ratsmitglied Birgit Kodet fragte, wie es sich mit der Weihnachtsbeleuchtung in Unterkirnach verhalten wird. Bürgermeister Braun sagte, es könne von den bislang 19 im Ort aufgestellten Weihnachtsbäumen eventuell der eine oder andere wegfallen. Komplett auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten wolle man jedoch nicht: „Wenngleich wir keine LED-Beleuchtung haben und die Beleuchtung schon ordentlich Strom verbraucht.“