Die Sorge um den Fortbestand der Unterkirnacher Trachten- und Volkstanzgruppe war den Mitgliedern bei der Hauptversammlung im Fohrenhof deutlich anzumerken. Viele Hindernisse stellen sich dem kleinen Verein, der mit seinen Auftritten als Repräsentant der Gemeinde jedoch weithin bekannt ist, derzeit in den Weg. Letztendlich konnte aber zumindest für die Frage der offenen Vorstandsämter eine gute Lösung gefunden werden.

Das Problem: Volkstanz gilt als Vollkontaktsportart

Seit zwei Jahren sind die Aktiven der Unterkirnacher Trachten- und Volkstanzgruppe auf keiner Bühne mehr zu sehen gewesen. Seit dem Beginn der Pandemie gebe der Verband kein grünes Licht für Auftritte und Proben, so berichtete Schriftführer Manfred Schröter. Grund sei die Einstufung des Volkstanzes als Vollkontaktsportart. Die Tänze leben vom ständigen Paarwechsel innerhalb eines Tanzes.

Verein kann das Risiko nicht tragen

Beim Verband sei man äußerst vorsichtig und übertrage die vollständige Verantwortung auf die Mitgliedsvereine, die diese Verantwortung aber letztlich nicht komplett selbst tragen könnten. Das Tanzen mit FFP2-Maske sei zwar theoretisch denkbar, in der Praxis aber aus konditionellen Gründen bei den flotten Tänzen für die Unterkirnacher nicht umsetzbar. Für das aktuelle Jahr hat der Verein deshalb bereits alle angefragten Auftritte wie beispielsweise beim Dorffest absagen müssen.

Es fehlt auch am Nachwuchs

Bedauern herrscht auch darüber, dass es derzeit keine Kindertanzgruppe gibt. Sie wäre eine wichtige Basis für die Zukunft des Unterkirnacher Volkstanzes. Doch wie bei so vielen Vereinen scheiterten auch hier Versuche, eine neue Nachwuchsgruppe aufzubauen. Zu sehr seien die Kinder und Jugendlichen anderweitig eingebunden, bedauert der Vorstand der Trachten- und Volkstanzgruppe.

Der Chef und seine Stellvertreterin treten ab

Auch die Neubesetzung aller Vorstandsämter bereitete dem zwar nur 16 Mitglieder zählenden, aber im Unterkirnacher Dorfleben regelmäßig präsenten Verein große Sorgen. Der bisherige Vorsitzende Harald Schuder wollte nach 36 Jahren im Amt nicht mehr kandidieren. Auch seine Stellvertreterin Ilona Knutz möchte in ihrem Engagement für den Verein kürzer treten.

Keiner will die Auflösung des Vereins

Trotz intensiven Bemühungen vor der Versammlung und Nachfragen sogar bei der mit den Unterkirnachern kooperierenden Volkstanzgruppe aus Neuhausen schien keine Lösung der Personalfrage in Sicht. Im Rahmen der Versammlung erörterten die nahezu vollzählig anwesenden Mitglieder denkbare Möglichkeiten. Sogar von der Auflösung des Vereins war die Rede. Doch diesen Schritt wollten die Vereinsmitglieder, so waren sich alle einig, auf jeden Fall umgehen.

Zwei Damen übernehmen das Ruder

Letztendlich erklärte sich dann Ulrike Ginter bereit, das Vorstandsamt zu übernehmen. Sie wurde ebenso einstimmig gewählt wie Ruth Appeltrath, die ihr künftig als stellvertretende Vorsitzende zur Seite steht. Schriftführer bleibt Manfred Schröter. Kassierer ist weiterhin Horst Schuder. Beisitzer im Vorstand sind jetzt Lukas Ginter, Christa Feiertag-Lelle und Ilona Knutz.