Der Beschluss fiel einstimmig: Der voraussichtliche Gewinn in Höhe von 20.000 Euro der Unterkirnacher Energiegesellschaft für das laufende Jahr wird dem Aqualino bereits jetzt zur Verfügung gestellt. Damit verschafft der Gemeinderat den Betreibern des Hallenbads die für den Betrieb notwendigen finanziellen Mittel.

Doch es schwebt bereits ein neues Damoklesschwert über dem Badbetrieb: Sollte aufgrund eines noch größeren Engpasses bei der Gasversorgung die Notfallstufe ausgerufen werden, könnte es passieren, dass das Aqualino vorerst seine Pforten wieder schließen muss.

Diese Probleme hat das Aqualino

Mitte Mai trafen sich Vertreter der Gemeinde und des Aqualino zu einem wegweisenden Gespräch, wie Bürgermeister Andreas Braun in der Sitzung des Gemeinderates berichtete. Hierbei habe sich abgezeichnet, dass die Finanzlücke zwar nicht ganz so groß sei wie zunächst angenommen.

Die Betriebssicherheit des Unterkirnacher Hallenbades Aqualino ist aus finanzieller Sicht durch den Beschluss des Gemeinderates vorerst ...
Die Betriebssicherheit des Unterkirnacher Hallenbades Aqualino ist aus finanzieller Sicht durch den Beschluss des Gemeinderates vorerst gegeben. Jetzt muss noch die gesamtpolitische Situation mitspielen, damit die Badegäste weiter ins Bad kommen können. | Bild: Cornelia Putschbach

Das Aqualino benötige dennoch zusätzlich zum schon früher bewilligten jährlichen Zuschuss von 80.000 Euro bereits jetzt die 20.000 Euro aus der Gewinnausschüttung der Energiegesellschaft . Eigentlich wird diese erst jährlich nachträglich bezahlt. Unter anderem sollen zudem ehrenamtliche Aufsichtskräfte helfen, die Personalkosten zu senken.

„Vertrauensvolles Gespräch“

Zwei Stunden lang habe in diesem Gespräch ein „guter Austausch“ stattgefunden, so Andreas Braun. Man habe in diesem Rahmen „einiges klären können“. Das Gespräch sei „sehr vertrauensvoll, absolut sachlich und sehr lösungsorientiert“ gewesen.

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Im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzung diskutierte der Gemeinderat dann diese Option und kam, so Bürgermeister Braun, überein, der Bitte zuzustimmen. Inwiefern diese Übereinkunft einvernehmlich war, wurde nicht bekannt. Fakt ist, dass jetzt in der öffentlichen Sitzung die Zustimmung einstimmig und ohne vorherige nochmalige Stellungnahmen seitens der Gemeinderäte erfolgte.

Personalfrage muss geklärt werden

Die Auszahlung der 20.000 Euro knüpft der Gemeinderat allerdings an eine Bedingung. Bis Ende Juli muss die Geschäftsführerfrage geklärt sein. Dann muss der Förderverein als Hauptgesellschafter einen neuen Geschäftsführer vorgestellt und eingesetzt haben. Dass dies gelingen wird, daran lässt der Förderverein keinen Zweifel.

„Jetzt können wir den Personalwechsel vollziehen und uns den eigentlichen Aufgaben des Badbetriebes widmen“, sagte Klaus Kuhnt. Mit der vorgezogenen Auszahlung der Finanzmittel sollte die Betriebssicherheit des Aqualino gewährleistet sein. Doch stattdessen kann es sein, dass sich die Betreiber schon bald mit einem neuen Problem auseinandersetzen müssen. Darauf wies Andreas Braun jetzt hin.

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Das Aqualino ist an das Blockheizkraftwerk der Gemeinde Unterkirnach angeschlossen. Dieses wird mit Biomethangas betrieben, ist also eigentlich nicht von Gaslieferungen aus Russland abhängig. Sollten aber die Gaslieferungen weiter gedrosselt werden, könne es eine Vorgabe des Bundes geben, nach der Freizeiteinrichtungen den Betrieb einstellen müssen, um grundsätzlich Gas zu sparen.

„Ich möchte keine Ängste schüren, es ist aber meine Aufgabe als Bürgermeister, auch auf solche Entwicklungen hinzuweisen.“
Andreas Braun, Bürgermeister Unterkirnach