Alljährlich im Frühjahr stehen die Landschaftsputzaktionen in den meisten Städten und Gemeinden im Kalender. Schließlich sollen Wald und Flur auf den Sommer hin wieder sauber sein. Bereits im vergangenen Jahr mussten diese Aktionen aber vieler Orts pandemiebedingt ausfallen.

Unterkirnach hat es jetzt bereits zum zweiten Mal geschafft, seine Landschaftsputzaktion auch unter den besonderen Bedingungen der Pandemie erfolgreich durchzuführen.

Vor dem Start der Landschaftsputzaktion ordnet Linda die farbigen Handschuhe für die teilnehmenden Kinder.
Vor dem Start der Landschaftsputzaktion ordnet Linda die farbigen Handschuhe für die teilnehmenden Kinder. | Bild: Cornelia Putschach

Teilnehmerrekord: Fast 100 Helfer trafen sich am Samstag pünktlich um neun Uhr zum Start auf dem Mühlenplatz. Das war zum einen absoluter Teilnehmerrekord, wie viele alteingesessene Unterkirnacher beim Anblick die zahlreichen Helfer feststellten. Zum anderen war es aber vor Allem in Zeiten der Coronapandemie auch eine besondere Herausforderung für die Organisatoren, die Aktion „Saubere Landschaft“ unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln durchzuführen.

Knapp 100 Helfer hören sich beim Start der Unterkirnacher Landschaftsputzaktion am Samstag auf dem Mühlenplatz die Erklärung von Bürgermeister Andreas Braun zum Ablauf der Aktion an.
Knapp 100 Helfer hören sich beim Start der Unterkirnacher Landschaftsputzaktion am Samstag auf dem Mühlenplatz die Erklärung von Bürgermeister Andreas Braun zum Ablauf der Aktion an. | Bild: Cornelia Putschach

Einhaltung der Abstandsregeln: Deutlich war deshalb auch die Bitte von Bürgermeister Andreas Braun bei der Begrüßung der vielen Helfer:“ Teilen Sie sich so auf, dass sie den notwendigen Abstand einhalten können. Familien können zusammen losgehen. Andere Gruppen sollte es nicht geben.“ Das Gebiet und die abzulaufenden Strecken sind in Unterkirnach für die Landschaftsputzaktion schon viele Jahre nach einem festen und bewährten System aufgeteilt.

Für die „Aktion saubere Landschaft“ unter Pandemiebedingungen wurden diese Strecken bereits im Vorfeld in kleinere Einheiten aufgeteilt. Zusätzlich wurde nach dem schneereichen Winter der Bereich der Langlaufloipe gereinigt und auch der Wasserweg wurde aufgrund vieler Spaziergänger erstmals mit in die Liste aufgenommen.

„Mir ist es wichtig, dass wir eine saubere Landschaft haben. Außerdem engagiere ich mich für den Unterkirnacher Ski-Club und bin für den Verein dabei.“ Wolfgang Vromen, Unterkirnach
„Mir ist es wichtig, dass wir eine saubere Landschaft haben. Außerdem engagiere ich mich für den Unterkirnacher Ski-Club und bin für den Verein dabei.“ Wolfgang Vromen, Unterkirnach | Bild: Cornelia Putschach

Für die Helfer waren Pläne vorbereitet, auf denen „ihr Gebiet“ verzeichnet war. Bei der Einteilung galt es zum Beispiel zu berücksichtigen, dass Familien gemeinsam unterwegs sein sollten oder dass Kinder keinesfalls an der vielbefahrenen Straße den Müll aufsammeln dürfen.

Altbürgermeister Siegfried Baumann nimmt sich nach dem Ende der Landschaftsputzaktion eine der vorbereiteten Brezeln. Auch eher war mit dem Müllsack unterwegs, um Unrat aufzusammeln.
Altbürgermeister Siegfried Baumann nimmt sich nach dem Ende der Landschaftsputzaktion eine der vorbereiteten Brezeln. Auch eher war mit dem Müllsack unterwegs, um Unrat aufzusammeln. | Bild: Cornelia Putschach

Gut ausgerüstet gegen den Müll: Ausgerüstet mit Handschuhen, Greifzangen und zahllosen blauen Müllbeuteln konnte es dann losgehen. Im Familienverbund oder in kleinen Gruppen zogen die Helfer vom Mühlenplatz in der Dorfmitte in alle Richtungen davon.

Bei der Landschaftsputzaktion in Unterkirnach ist die Jugendfeuerwehr mit ihrem Leiter Jakob Repp (rechts), so wie auch etliche andere Kinder und Jugendliche, mit dabei.
Bei der Landschaftsputzaktion in Unterkirnach ist die Jugendfeuerwehr mit ihrem Leiter Jakob Repp (rechts), so wie auch etliche andere Kinder und Jugendliche, mit dabei. | Bild: Cornelia Putschach

Unterwegs boten sich ihnen ganz unterschiedliche Bilder. Während einzelne Wegränder tatsächlich sauberer waren als in anderen Jahren, gab es auch Streckenabschnitte, die auffallend vermüllt waren.

„Ich bin wegen der Umwelt dabei. Viele Leute werfen ihren Müll einfach weg. Wenn wir den Müll nicht aufsammeln, wird unsere Welt immer schmutziger.“ Finn Schweiger, 10 Jahre, Unterkirnach
„Ich bin wegen der Umwelt dabei. Viele Leute werfen ihren Müll einfach weg. Wenn wir den Müll nicht aufsammeln, wird unsere Welt immer schmutziger.“ Finn Schweiger, 10 Jahre, Unterkirnach | Bild: Cornelia Putschach

Diejenigen Helfer, die an der Straße nach Villingen unterwegs waren, berichteten nach der Rückkehr beispielsweise von zahllosen großen Schnapsflaschen, die sie aufgesammelt haben. Wie die dorthin kamen, wolle man lieber gar nicht wissen, war man sich einig. Ein Helfer meinte mit einem Augenzwinkern: „Der Vodka Sputnik V hat demnach höchstens eine Wirksamkeit von 100 Metern.“

Der auf dem Mühlenplatz bereitgestellte Contaimer füllt sich am Samstag schnell. Die Helfer werfen ihre gut gefüllten Säcke hier hinein und Werkhofmitarbeiter Thomas Dold entsorgt hierin die Säcke der Helfer, die er auf dem Gemarkunsgebiet eingesammelt hat.
Der auf dem Mühlenplatz bereitgestellte Contaimer füllt sich am Samstag schnell. Die Helfer werfen ihre gut gefüllten Säcke hier hinein und Werkhofmitarbeiter Thomas Dold entsorgt hierin die Säcke der Helfer, die er auf dem Gemarkunsgebiet eingesammelt hat. | Bild: Cornelia Putschach

Immer wieder der gleiche Müll: Neben den unzähligen Glasflaschen bot das Repertoire des gesammelten Mülls wenig, was nicht auch in den vergangenen Jahren schon in den Müllsäcken der Helfer landete: Verpackungsmüll, alte Autoreifen und sogar Kanister mit Altöl, entsorgter Sperrmüll und vieles mehr sammelten die fleißigen Unterkirnacher auf.

Zum Abschluss ein Vesper auf die Hand: Nach zwei bis drei Stunden war die Landschaftsputzaktion rings um Unterkirnach erfolgreich beendet. Ein blauer Müllsack nach dem anderen wanderte in den auf dem Mühlenplatz bereit gestellten Container.

Werkhofmitarbeiter Thomas Dold sammelte zahlreiche weitere Müllsäcke ein, die die Helfer unterwegs an zuvor festgelegten Sammelpunkten deponiert hatten. Einziger Wehrmutstropen der gelungenen Aktion: Das traditionelle gemeinsame Eintopfessen musste bereits zum zweiten Mal pandemiebedingt ausfallen. Zum Ersatz gab es als Dankeschön der Gemeinde Brezeln und Brötchen als Proviant für den Heimweg der vielen Helfer.