Vertreter der Gemeinde sowie der an der Planung und Erschließung beteiligten Unternehmen, Bauherrn und andere geladene Gäste waren am Dienstagabend zu einer Feierstunde zusammengekommen.

Mit tatkräftiger Unterstützung vieler künftiger junger Bewohner des neuen Unterkirnacher Baugebiets am Sommerberg geben Altbürgermeister Siegfried Baumann (von links), Bürgermeister Andreas Braun, Arno Linder, des Geschäftsführer des Erschließungsträgers GkB, sowie Rainer Christ vom Planungsbüro BIT-Ingenieure das Gebiet offiziell frei.
Mit tatkräftiger Unterstützung vieler künftiger junger Bewohner des neuen Unterkirnacher Baugebiets am Sommerberg geben Altbürgermeister Siegfried Baumann (von links), Bürgermeister Andreas Braun, Arno Linder, des Geschäftsführer des Erschließungsträgers GkB, sowie Rainer Christ vom Planungsbüro BIT-Ingenieure das Gebiet offiziell frei. | Bild: Cornelia Putschbach

„Familienfreundliches, bezahlbares und zukunftsgerechtes Wohnen gehören für uns in Unterkirnach zu den Eckpfeilern der Dorfentwicklung“, stellte Bürgermeister Andreas Braun bei der Begrüßung der rund 80 Gäste fest. So sei es dann auch „fast schon selbstverständlich gewesen, nachdem die Bauplätze im Baugebiet Marbental III nahezu vollständig verkauft waren und die Gemeinde Unterkirnach über keine weiteren Baulandreserven an kommunalen Wohnbauplätzen verfügt habe“, dass auf dem Sommerberg Mitte 2017 ein Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt und das rechtskräftige Sondergebiet für Ferienhäuser in ein Allgemeines Wohngebiet geändert wurde.

Zwei, die sich gut verstehen: Altbürgermeister Siegrfied Baumann und der jetzige Unterkirnacher Bürgermeister Andreas Braun.
Zwei, die sich gut verstehen: Altbürgermeister Siegrfied Baumann und der jetzige Unterkirnacher Bürgermeister Andreas Braun. | Bild: Cornelia Putschbach

1,3 Hektar Wohnbaufläche

Der Bebauungsplan umfasst gut 1,8 Hektar, von denen rund 1,3 Hektar für Wohnbauflächen auf 20 Grundstücken vorgesehen sind. Nahezu alle Bauplätze sind bereits verkauft. Als erstes Gebiet im Kernort Unterkirnachs ist am Sommerberg II Glasfaser verlegt.

Mit musikalischer Begleitung durch den Musikverein und in Anwesenheit zahlreicher Bürger wird das neue Baugebiet am Sommerberg in Unterkirnach eingeweiht.
Mit musikalischer Begleitung durch den Musikverein und in Anwesenheit zahlreicher Bürger wird das neue Baugebiet am Sommerberg in Unterkirnach eingeweiht. | Bild: Cornelia Putschbach

Nach Satzungsbeschluss im April 2018 konnte Firma GkB als Erschließungsträger für das Baugebiet beauftragt werden. Ende 2018 erfolgte die Ausschreibung für die Erschließungsarbeiten. Mit den Arbeiten wurde im April 2019 begonnen. Im November war die Erschließung abgeschlossen. Die Fertigstellung der Straße Am Wald sowie die Aufbringung des Feinbelags erfolgten schlussendlich im April dieses Jahres.

Neu gestaltet empfängt der von Werkhofleiter Manfred Riehle gestaltete Spielplatz am Sommerberg in Unterkirnach die Kinder mit einer Felsenhöhle, Schaukeln und manch anderem Spielgerät.
Neu gestaltet empfängt der von Werkhofleiter Manfred Riehle gestaltete Spielplatz am Sommerberg in Unterkirnach die Kinder mit einer Felsenhöhle, Schaukeln und manch anderem Spielgerät. | Bild: Cornelia Putschbach

„Bis auf die üblichen Kleinigkeiten, verlief diese Erschließung zu unserer vollsten Zufriedenheit“, dankte Bürgermeister Braun den beteiligten Unternehmen. Ein Extra Lob gab es für den Werkhof der Gemeinde. Unter Federführung von dessen Leiter Manfred Riehle wurde der Spielplatz am Rande des Baugebiets konzipiert und gebaut. Mit seiner Felsenhöhle und anderen in die Landschaft eingefügten Spielgeräten wird er den vielen jungen Familien, die am Sommerberg II bauen und auch bei der Einweihung des Gebiets zu Gast waren, viel Spaß bieten.

Siegfried Baumann bedankt sich für die Wertschätzung seines Wirkens durch die Gemeinde Unterkirnach.
Siegfried Baumann bedankt sich für die Wertschätzung seines Wirkens durch die Gemeinde Unterkirnach. | Bild: Cornelia Putschbach

So wirkte Siegfried Baumann nachhaltig in Unterkirnach

  • Wahl zum Bürgermeister: Im Jahr 1968 wurde Siegfried Baumann, damals 30-jährig, erstmals zum Bürgermeister von Unterkirnach gewählt. Eine der ersten Amtshandlungen des jungen Bürgermeisters war damals die Verhandlungen über den Erwerb des Hofes und der damit verbunden Flächen des sogenannten Wurstbauern am Sommerberg. Unterkirnach sollte wachsen, neben zahlreichen Bauplätzen für Bauwillige sollte auch der Tourismus in Unterkirnach neu belebt werden.
Der Siegfried-Baumann-Weg führt durch das neue Baugebiet am Sommerberg. Er ist nach dem Altbürgermeister und Unterkirnacher Ehrenbürger Siegfried Baumann benannt.
Der Siegfried-Baumann-Weg führt durch das neue Baugebiet am Sommerberg. Er ist nach dem Altbürgermeister und Unterkirnacher Ehrenbürger Siegfried Baumann benannt. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Große Projekte: In der Folge wurde zur Sicherstellung der Wasserversorgung oberhalb des Marbentals ein Hochbehälter gebaut. Auch die Stromversorgung wurde kurzerhand in Eigenregie übernommen, nachdem sich diese als nicht zuverlässig genug herauskristallisierte. Neben zahlreichen Trafostationen wurde zur Stabilisierung der Stromversorgung ein Stausee mit Turbine gebaut. Vor allem in den siebziger Jahren, als es auch um die Frage der Selbständigkeit der Gemeinde Unterkirnach ging, wurde viel Geld investiert. Unterkirnach blieb selbstständig, nach und nach wurden unter anderem die Schlossberghalle, das Hallenbad und ein Blockheizkraftwerk gebaut. Pionierarbeit leistete Siegfried Baumann auch in Sachen ökologischer Klärschlammverwertung. Unterkirnach war die erste Gemeinde mit einer biologischen Kläranlage und einem Schilfbecken, das für die Vererdung des Klärschlamms sorgte. Ein herausragendes Projekt war die Verlegung des Kupferkabelnetzes im kompletten Kernort. Die Umgestaltung des Mühlenplatzes mit dem Bau des Mühlentreffs und dem Wiederaufbau einer original Schwarzwaldmühle fallen ebenfalls in die Amtsjahre von Siegfried Baumann.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Ernennung zum Ehrenbürger: Nachdem Siegfried Baumann 2002 für keine weitere Amtszeit mehr kandidierte, ernannte ihn die Gemeinde Unterkirnach wegen seines „stets außergewöhnlichen persönlichen Einsatzes, seines kommunalpolitischen Geschicks, der Verwirklichung von Ideenreichtum, verbunden mit sparsamer Haushaltsführung“ am 07. Juni 2002 zum Ehrenbürger.
  • Laudatio: In seiner Laudatio zur Widmung des Siegfried-Baumann-Weges sagt Bürgermeister Andreas Braun: „Bis heute wirkt seine herausragende Arbeit für unser einzigartiges Dorf nach, auch wenn die Rahmenbedingungen schwieriger und der Erhalt der großen Infrastruktur mittlerweile auch aufwändiger geworden sind. So können wir heute noch dankbar sein für all das, was unser langjähriger Bürgermeister Siegfried Baumann uns ermöglicht hat. Somit war es nur folgerichtig, dass die neue Straße im Neubaugebiet Sommerberg II fortan ein sichtbares Zeichen für sein herausragendes Wirken in Unterkirnach darstellen soll.“