Die Wiedereröffnung des Unterkirnacher Hallenbades Aqualino ist weiter Ziel des Fördervereins. Das wurde bei der Hauptversammlung deutlich. Klaus Kuhnt, der Vorsitzende, kündigte an, in zwei Jahren für den Gemeinderat kandidieren zu wollen.

Noch ein Konzept in der Hinterhand

Hoffnung macht ein Konzept, das Bürgermeister Andreas Braun in der Hinterhand hat. Klare Vorgabe des Gemeinderats allerdings: Es wird keine zusätzlichen Gelder geben. Die Bindungswirkung des früheren Beschlusses wird geltend gemacht. Jetzt soll es um eine Nachnutzung gehen.

Aktuell 300 Mitglieder

Knapp 300 Mitglieder zählt der Förderverein derzeit. Die Mitgliederzahl ist leicht gesunken. In der Versammlung berichtete Klaus Kuhnt vom Auf und Ab beim Betrieb des Bades während der vergangenen Monate. Bereits im Frühjahr dieses Jahres zeichneten sich nach dem Start in den regulären Betrieb zum Spätsommer Liquiditätsprobleme ab, so Klaus Kuhnt und Gaby Köngeter, die Schatzmeisterin des Fördervereins.

Engpässe und gutes Miteinander

Die finanziellen Engpässe wurden begleitet von personellen Unstimmigkeiten zwischen Förderverein und Betriebsgesellschaft. Im Förderverein selbst habe es ein „tolles menschliches Miteinander“ gegeben, berichteten die Vorstände. „Das hat uns getragen“, betonten sie und dankten den Mitgliedern, insbesondere denjenigen, die sich zu Rettungsschwimmern ausbilden ließen.

Geld blieb aus

Der Unterkirnacher Gemeinderat sagte im Sommer zur Überwindung der Engpässe die vorschüssige Auszahlung des Gewinns der Unterkirnacher Energiegesellschaft zu. Zur Auszahlung kam es nicht, weil nach Auffassung des Gemeinderates die Voraussetzungen nicht erfüllt wurden. Zudem war unsicher, wie sich die Energiepreise entwickeln würden. Am 11. September wurde der Badebetrieb beendet und die Liquidation der Betriebsgesellschaft eingeleitet. „Das war ein vernünftiger und notwendiger Schritt, um in der Betriebsgesellschaft kein finanzielles Desaster anzurichten“, so Gaby Köngeter.

Lobby-Arbeit landauf, landab

Eine Gruppe Engagierter um Nina Benz-Trieschmann und Cornelia Conzelmann sucht seither das Gespräch mit Kreis-, Landes- und Bundespolitikern der Region, um auf die Miesere des Bädersterbens aufmerksam zu machen. Den Initiatoren einer Unterschriftensammlung, Hartmut Ganter und Friedrich Mayer, dankte der Bürgermeister zwar in einem Schreiben, musste mit Verweis auf die Beschlusslage des Gemeinderates aber um Verständnis bitten, dass sich das Gremium nun mit einer Nachnutzung des Bades befassen werde.

Förderer arbeiten weiter

Die Liquidation der Betriebsgesellschaft hat zunächst keine Auswirkung auf den Fortbestand des Fördervereins, wie Klaus Kuhnt betont. Er selbst seit regelmäßig im guten Kontakt mit dem Bürgermeister. Bei einem dieser Gespräche habe der Bürgermeister auch die Idee eines Schul- und Vereinsbades vorgestellt.

Dann wäre das Hallenbad nur für Vereinsmitglieder und Schüler im Rahmen des Schwimmunterrichts zugänglich. Beteiligungen anderer Gemeinden sind denkbar. Unterkirnach selbst könne nicht mehr Geld zuschießen, so Andreas Braun.

„Nachnutzung kann auch Weiterbetrieb sein“

Allerdings, so echauffierte sich der Vorsitzende, verweigere der Gemeinderat ein weiteres Gespräch mit dem Förderverein, auch über dieses Konzept. Das Gremium beziehe sich auf gefasste Beschlüsse. „Wir wollen mit dem Gemeinderat einen Weg finden. Eine Nachnutzung kann ja durchaus auch im Weiterbetrieb bestehen“, so Klaus Kuhnt mit Blick in die Zukunft.