Ab dem kommenden Wochenende steht das Unterkirnacher Hallenbad Aqualino zur Vermietung an kleine Gruppen aus jeweils maximal zwei Haushalten parat. Einzig das Damoklesschwert der Inzidenzzahlen schwebt noch über dem Vorhaben. Weist der Landkreis drei Tage in Folge eine Inzidenz von über 100 auf, muss das Vorhaben erst einmal wieder ruhen. Bitter für die Initiatoren: Pünktlich zum Pressegespräch, in dem das Vorhaben vorgestellt wurde, flatterte bereits für den zweiten Tag in Folge eine Inzidenz von über 100 auf den Tisch. Dennoch soll das Buchungsportal jetzt online gehen.

Zwei Stunden ein ganzes Hallenbad mit 28 Grad Wasser- und 30 Grad Lufttemperatur, mit individuell einstellbaren Hubboden im großen Becken sowie mit Spielparadies für die jüngsten – Und das alles zur alleinigen Nutzung. So sieht gewiss der Traum etlicher Familien aus. Im Aqualino kann das jetzt, wenn es nach den neuen Betreibern geht, zum Preis von 150 Euro für zwei Stunden reine Badezeit wahr werden.

In der Zeit, in der der reguläre Badebetrieb wegen Corona nicht stattfinden kann, wollen Christian Sontag und Gerhard Graf, die Geschäftsführer der neu gegründeten Betriebsgesellschaft, mit ihrem Team etwas besonders auf die Beine stellen und endlich auch wieder Badegäste in ihr Hallenbad lassen. Entsprechend dem Vorbild der Skiliftvermietungen im Winter und anderer Hallenbäder, wie zum Beispiel auch St. Georgen, entstand die Idee der Vermietung des Aqualino.

Eigene Umkleide für jede Gruppe

Froh ist man im Aqualino, eine Regelung gefunden zu haben, die tatsächlich zwei Stunden Zeit im Wasser ermöglicht. Das Umkleiden erfolgt außerhalb dieser Zeit. Dazu wird jeder Gruppe eine eigene Umkleide zugewiesen, in der sie sich vor und nach dem Schwimmen umziehen kann. Erst mit Beginn der zwei Stunden darf die Gruppe dann tatsächlich das Bad betreten. So wird gewährleistet, dass sich die beiden Gruppen nicht begegnen. Im Bad wird während der ganzen Zeit der Nutzung eine Badeaufsicht anwesend sein, die auch die gewünschte Höhe des Hubbodens zwischen 34 und 180 Zentimeter Wassertiefe individuell einstellen kann.

Ob nun die Vermietung des Bades tatsächlich wie geplant am Wochenende starten kann, hängt am seidenen Faden der Inzidenzzahl des Landkreises. Noch hoffen die Betreiber, dass ihnen die Pandemie nicht ein weiteres Mal einen Knüppel zwischen die Beine wirft. In den vergangenen Monaten investierte der Förderverein Aqualino viel Arbeit in die Wiedereröffnung des Bades. Nur zu gerne würde man nun endlich mit Badegästen richtig durchstarten.

Bereits der zweite Versuch

Erst jüngst musste das Team des Aqualino eine Enttäuschung einstecken. Als zweites Standbein während der Pandemie sollte das Bad an Werktagen für den Reha-Sport geöffnet werden. Nutzer mit ärztlicher Verordnung dürfen so, ausdrücklich von der Corona Verordnung sogar unabhängig von der Inzidenzzahl genehmigt, ein Hallenbad auch dann nutzen während es eigentlich geschlossen ist.

Hauptnutzer soll in Unterkirnach die Rheumaliga sein, die sich nach den Schließungsplänen der Gemeinde für den Weiterbetrieb des Bades stark gemacht hat. Auch anderer, sogenannter Funktionssport wäre für die Betreiber denkbar. Am 7. April wollte man starten. Kurz davor kam die niederschmetternde Nachricht, dass das Ordnungsamt beim Landratsamt dies nicht genehmige. Aktuell haben die Badbetreiber, so sagen sie, aber noch nicht aufgegeben. In den kommenden Tagen soll auch unter Einschaltung des Sozialministeriums ein Bescheid erfolgen, ob die Rheumaliga eventuell doch noch von der Öffnung des Aqualino profitieren kann.