Die Wähler in Unterkirnach haben entschieden. Das Gewann Ackerloch darf künftig nicht touristisch genutzt werden. Im Bürgerentscheid am Sonntag stimmten 596 Wähler gegen die touristische Nutzung. 415 Bürger sprachen sich dagegen für die touristische Nutzung des Ackerlochs aus. Auch das Quorum wurde damit erreicht. Das heißt, dass mehr als 20 Prozent der 2049 Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben und am Bürgerentscheid teilnahmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 49 Prozent.

Auf diesem Teilbereich der Grünflächen im Unterkirnacher Gewann Ackerloch hätte von privaten Investoren ein Minihausprojekt verwirklicht werden können. Das wurde von den Bürgern nun abgelehnt.
Auf diesem Teilbereich der Grünflächen im Unterkirnacher Gewann Ackerloch hätte von privaten Investoren ein Minihausprojekt verwirklicht werden können. Das wurde von den Bürgern nun abgelehnt. | Bild: Cornelia Putschbach

Im Bürgerentscheid ging es für die Wähler in Unterkirnach um diese Frage: „Sind Sie dagegen, dass für das Gewann Ackerloch“ ein Bebauungsplan für eine touristische Nutzung aufgestellt wird?“. Damit wurde letztlich auch über das Minihausprojekt von Andrea und Sabrina Lassak entschieden. Denn der Gemeinderat hatte sich von Beginn an per Beschluss festgelegt, dass die vorgesehene touristische Nutzung der Ackerlochs in Form des Baus der Minihausanlage erfolgen soll.

Nachdem die Gegner der Minihausanlage zunächst sehr erfolgreich in einer durch Edeltraud und Armin Simmerer sowie Simone und Jürgen Adam initiierten Onlinepetition Stimmen gesammelt hatten, wählten sie im Juli, vertreten durch die Vertrauensleute Berthold Frisch, Gunter Ketterer und Stefan Selke, den Weg eines Bürgerbegehrens. 242 Unterkirnacher hatten damals für die Durchführung eines Bürgerentscheids gestimmt.

Zur Bebbaung dieser Fläche im Unterkirnacher Ackerloch mit Minihäusern gab es am Sonntag, 13. Dezember, einen Bürgerentscheid.
Zur Bebbaung dieser Fläche im Unterkirnacher Ackerloch mit Minihäusern gab es am Sonntag, 13. Dezember, einen Bürgerentscheid. | Bild: Cornelia Putschbach

Gegen die Formulierung der durch die Initiative gewählten Fragestellung gab es allerdings Bedenken. Der Gemeinderat machte den Weg für den Bürgerentscheid dann aber dennoch frei, indem er die Fragestellung so umformulierte, wie sie jetzt dem Entscheid zugrunde lag. Aufgrund juristischer Vorgaben war der Wähler bei seiner Antwort gefordert aufzupassen. Wer beim Bürgerentscheid mit „Ja“ stimmte, war schlussendlich aber gegen das Projekt. Wer mit „Nein“ stimmte, war für seine Umsetzung.

Die Gegner des Minihausprojekts betonten in der Zeit vor dem Bürgerentscheid stets die Notwendigkeit einer weiterhin landwirtschaftlichen Nutzung und forderten den Erhalt der Schwarzwälder Kulturlandschaft für Einheimische und Touristen. Zudem machten sie geltend, die Bevölkerung sei in die Erarbeitung der Pläne nicht genügend mit einbezogen worden. Die Befürworter des Minihausprojekts auf der anderen Seite sehen dieses als wichtigen Beitrag für die touristische Zukunft Unterkirnachs und betonten die ökologische Nachhaltigkeit der Planungen. Außerdem hatten sie stets betont, dass es eine gute Integration in einen nur kleinen Teil der Wiesenflächen des Ackerlochs gebe.

Im Wahllokal im Unterkirnacher Rathaus gaben am Sonntag noch etliche Wähler ihre Stimme ab. Viele wollten das vor Ort tun und waren dem Aufruf zur Briefwahl nicht gefolgt.
Im Wahllokal im Unterkirnacher Rathaus gaben am Sonntag noch etliche Wähler ihre Stimme ab. Viele wollten das vor Ort tun und waren dem Aufruf zur Briefwahl nicht gefolgt.

Neben all der politischen Brisanz, stand der Bürgerentscheid gestern auch unter den besonderen Zeichen der Corona-Pandemie. Aufgrund der möglichst guten Umsetzung des Abstandsgebots, wandte sich die Gemeindeverwaltung mit der Bitte an die Bürger, möglichst per Briefwahl abzustimmen. Ein weit überwiegender Teil der Wähler kam dem auch nach. Der Anteil der Briefstimmen an der Gesamtzahl der Wähler war daher auch so hoch wie noch nie zuvor.

In das einzige Wahllokal, im Foyer des Rathauses, kamen am Sonntag dennoch etliche Wähler. Die Auszählung der Stimmen in der Schlossberghalle verfolgten neben den Initiatoren des Bürgerentscheids und den Investorinnen nur ganz wenige Bürger. Diese und alle Daheimgebliebenen erhielten gegen 19.15 Uhr das Endergebnis.