Für das Neubaugebiet im Unterkirnacher Marbental, wo 14 Häuser entstehen sollen, liegt ein erster Bauantrag vor. Bis dieser jetzt zur Zustimmung vorgelegt werden konnte, brauchte es einige Kreativität des Planers. Dennoch braucht es etliche Befreiungen vom Bebauungsplan. Werner Rosenfelder vom örtlichen Bauamt erklärte in einer Sitzung des Gemeinderates, warum das so ist.

Lange Zeit in der Schublade

Der Bebauungsplan für das Gebiet Marbental II stammt aus den 1980er-Jahren. Solange lag er in der Schublade. Als jetzt die Straße zur Erschließung gebaut wurde, stellte sich heraus, dass diese im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen 1,22 Meter höher gebaut werden musste. Nur so konnte sie in der Hanglage realisiert werden.

Eine sehr anspruchsvolle Lage

Für die Bauherren der unterhalb der Straße liegenden Grundstücke bedeutet das, dass auch die Höhe des Fußbodens im Erdgeschoss entsprechend abweichen muss. Würde diese der ursprünglich geplanten Straßenhöhe entsprechen, wäre eine ebenerdige Zufahrt in die Garage gar nicht möglich. Überhaupt ist das Baugebiet topografisch sehr anspruchsvoll. Das bedarf planerische Lösungen, die sowohl für den Bauherrn, aber auch für Nachbarn und Anlieger oberhalb erträglich sind.

Manche Details sind einfach von gestern

Weil der Bebauungsplan aus den 80er-Jahren den damaligen Vorstellungen entspricht, gibt es weitere Befreiungen für das geplante Zweifamilienhaus. So darf dieses eine Dachneigung von nur 35 anstelle von 45 bis 48 Grad aufweisen. Es kann eine breitere Gaube erhalten und die Firsthöhe darf die Bebauungsvorschriften um rund einen Meter überschreiten. Die Gesamthöhe wird durch die geringere Dachneigung dennoch niedriger sein.

Ja zur Terrasse auf dem Garagendach

Wesentlich ist auch die Zustimmung des Rates zur Überschreitung der Baugrenzen für die Dachterrasse auf dem Garagendach und eine Außentreppe als Zugang zur Wohnung im Dachgeschoss. Die Garage selbst darf immer auf der Grundstücksgrenze stehen. Für die Dachterrasse darauf müssten aber eigentlich Abstände eingehalten werden. Einwände gebe es bislang nicht.

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