Unterkirnach (hs) Der Kegelclub Rot Weiß feiert am 4. Juni in der Schlossberghalle mit einem Festbankett sein 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Kegelcub am 18. März 1966 im Café Furtwängler – Schwarzwaldstuben mit zehn Gründungsmitgliedern. Die Gründungsmitglieder waren Ernst Furtwängler, Waldemar Furtwängler, Herbert Korsch, Dietmar Helmstädter, Hermann Schreiber, Walter Weißer, Hermann Weißer, Horst Pascal, Lorenz und Leopold Peduzzi. Außer Horst Pascal, der verstorben ist, erfreuen sich die anderen neun Gründungsmitglieder noch guter Gesundheit, erklärt Schriftführer Manfred Ketterer im Gespräch mit dem SÜDKURIER.

  • Wie alles begann: Im Café Furtwängler – Schwarzwaldstuben kegelten einige Hobbykegler aus Unterkirnach und hatten die Idee, einen Sportkegelclub zu gründen, so Ketterer. "Die Sportkegler wollten sich zuerst Sportkegelclub Kieschtock nennen, dieser Name wurde vom Verband jedoch nicht genehmigt." Bis 1978 wurde in den Schwarzwaldstuben gekegelt, anschließend im ehemaligen Wüba, ab 1983 in dem neu gebauten Sportlertreff. Auf die Frage, wieso innerhalb von drei Monaten zwei verschiedene Kegelclubs in Unterkirnach gegründet wurde, anstatt einen gemeinsamen Verein zu gründen, antwortet Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender Ernst Furtwängler: "Das war einfach so, es gab zwei verschiedene Gruppen, die einen Kegelclub gründen wollten, das heißt nicht, dass wir irgendwie verfeindet waren."
  • Die Punktespiele: 1967 nahm Rot Weiß schon mit einer Herrenmannschaft am Punktespielbetrieb teil.
    1969 wurde eine zweite und 1970 eine dritte Herrenmannschaft (Junioren) gegründet. Ketterer betont, dass der Kegelsportclub 1996 seinen höchsten Mitgliederstand mit 156 Mitgliedern hatte. Die erste Frauenmannschaft wurde 1985 zum Punktespielbetrieb angemeldet, 1993 kam eine zweite Frauenmannschaft dazu. 1998 habe der Kegelclub in der höchsten Liga, der Landesliga gekegelt, womit der Club der erste Kegelclub Unterkirnachs war, der in der Landesliga spielte. 1999 und 2000 wurden die Sportkegler Vizemeister in der Landesliga. Die höchste Liga bei den Frauen war die Verbandsliga nach der Meisterschaft in der Landesliga 2014. Doch auch der Sportkegelclub Rot Weiß musste einen Mitgliederschwund hinnehmen und trat dem entgegen mit der Gründung der Spielgemeinschaft Rot Weiß Unterkirnach/Postsportverein Furtwangen in Jahre 2011.
  • Besondere Leistungen im Sportkegelclub: Albert Weißer, langjähriger Bahnwart, sorgte mit dafür, dass die Kegelbahn in Unterkirnach zu einer der Holzträchtigsten in Südbaden wurde. Auf dieser Bahn wurden die meisten Kegel geworfen. 2011 erkämpfte sich Petra Bärenbold den zweiten Platz in Ravensburg, Horst Oppermann erreichte Platz zehn in Kaiserslautern bei den Deutschen Meisterschaften. Tim Pfaff, der Südbadischer Meister in der Jugend U 18 wurde, nahm aktuell an den Deutschen Meisterschaften in München teil. In die Südbadische Auswahl wurden 2006 Michael Storz und Gerhard Nickel 2009 berufen.
    Alois Hettich und Hartwig Spada wurden für 500 Spiele Albert Weißer für 600 Spiele geehrt.
  • Weitere Aktivitäten: Von 1966 bis 1986 waren die Sportkegler Ausrichter des Unterkirnacher Wanderpokalturniers für Sportmannschaften. 1967 bis 1978 waren sie Ausrichter der Dorfmeisterschaft Unterkirnach. Von 1984 bis heute sind sie Ausrichter des Unterkirnacher Laienkegelturniers. Sie nehmen am Dorffest teil, am Fußballturnier des FC Unterkirnach sowie am Fest der Kieschtockzunft Unterkirnach. Anfangs feierten sie ihre zweitägigen Sommerfeste auf der Freilichtbühne. Von 1984 bis 2002 fuhren die Sportkegler in jedem Jahr nach Ötz, wo sie am Acherkogel teilnahmen. Bei den Pokalturnieren in Sandhausen erreichten die Herren unter 48 Mannschaften den ersten Platz.
  • Kurioses: 1977 unternahmen die Sportkegler eine Schiffahrt auf dem Bodensee mit eigener Bordkapelle, das war das Zindelsteiner/Neininger Quartett. Bei einem Ausflug wurde ein Mitglied von der Frauenmannschaft auf dem Rastplatz vergessen. Als die Dame per Anhalter in einem Auto an dem Bus vorbeifuhr und fröhlich winkte, meinten die Kegler im Bus, dass ihnen die Dame irgendwie bekannt vorkomme. Dass sie im Bus fehlte, hatten sie noch nicht bemerkt.
  • Festbankett: Am 4. Juni beginnt das Festbankett um 18 Uhr mit einem Sektempfang im Foyer der Schlossberghalle. Ab 19 Uhr startet das Festbankett in der Schlossberghalle mit Ehrengästen wie dem Präsident von Südbaden, Holger Zurek und Bürgermeister Andreas Braun. Alle Mitglieder, die 50 Jahre zum Verein gehören, werden zu Ehrenmitgliedern ernannt.