Die Sozialstation Unterkirnach steht ab dem Jahresbeginn in der Trägerschaft der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen und verliert damit ihre Selbständigkeit. Das sei ein gutes Ergebnis, das im Alltag für die Patienten keinerlei Änderung bedeuten werde, verlautete am Montag einvernehmlich bei einem Pressegespräch, in dem dieser Wechsel der Trägerschaft bekannt gegeben wurde. Bislang war Träger der Sozialstation Unterkirnach die katholische Seelsorgeeinheit zwischen Brigach und Kirnach.

Einrichtung wurde von Ordensschwestern gegründet

Die katholische Sozialstation in Unterkirnach bestand selbständig seit 100 Jahren. Sie wurde von Ordensschwestern aus einer Pflegestation heraus gegründet. In Unterkirnach ist die Sozialstation eine wichtige Stütze der Dorfgemeinschaft. Derzeit pflegen und betreuen fünf Pflegefachkräfte rund 50 Patienten teilweise mehrfach täglich.

Das ganze Personal wird übernommen

Das wird auch weiterhin so sein. Das gesamte Personal einschließlich Pflegedienstleiter Benedikt Stauber wechselt zum neuen Träger und wird weiter für Unterkirnach zuständig bleiben. Auch durch den Gemeindehilfe Verein Unterkirnach wurde die Station bislang genau so unterstützt wie es auch künftig der Fall sein wird, betont dessen Vorsitzende Elfriede Dufner.

Schon lange Zusammenarbeit mit Evangelischer Altenhilfe

Die Zusammenarbeit der Sozialstation Unterkirnach mit der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen begann bereits in den 80er Jahren. Damals sprang die Altenhilfe zunächst in Vertretungsfällen ein. Im Laufe der Jahre wurde die Kooperation immer intensiver. Es sei schon immer ein „vorbildliches Miteinander gewesen“, ergänzt Klaus Gunkel, der Vorsitzende des Vereins Altenhilfe St. Georgen.

Aufgaben werden immer komplexer

Eine Kirchengemeinde mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern wie beispielsweise im Stiftungsrat sei nicht der typische Träger einer solchen Sozialstation. Die zunehmende Komplexität der Gesetzgebung und der Abrechungsmodalitäten für eine Sozialstation sei letztlich der Grund für den Wechsel der Trägerschaft, erläutern die Beteiligten.

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Vordergründig wäre es naheliegend gewesen, dass die Unterkirnacher Sozialstation von der Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde zur katholischen Caritas wechselt.

Doch das war keine Option, denn bereits bislang arbeitete die Sozialstation sehr gut mit der Altenhilfe St. Georgen zusammen. So werden beispielsweise die Abrechnungen für die Pflegeleistungen in St. Georgen erstellt.

Lange Vertragsverhandlungen

Über ein Jahr zogen sich dafür die Vertragsverhandlungen hin. Noch länger liefen im Voraus verschiedene Gespräche, so berichtet Pfarrer Dominik Feigenbutz. Jetzt seien alle mit dem Ergebnis zufrieden. Es sei ein Wechsel, von dem jeder profitiere.

Nur ein kleiner Wermutstropfen

Lediglich ein ganz kleiner Wermutstropfen sei dabei, weil man etwas abgebe, das schon sehr lange zur Pfarrgemeinde Unterkirnach dazu gehörte, so Dominik Feigenbutz weiter. Doch dieser Wermutstropfen tritt letztlich in den Hintergrund, denn es galt bei dieser Entscheidung nicht Besitzstände zu wahren, sondern für die für die Gemeinde Unterkirnach beste Entscheidung zu treffen.