Für die meisten Menschen gehört das Einkaufen zum Alltag. Dabei wandern Milch, Eier, Butter und Käse oft in den Einkaufswagen, ohne dass sich die Kunden allzu große Gedanken darüber machen, wo die Ware herkommt. In Unterkirnach bietet sich am letzten Freitag im September die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen von drei lebensmittelproduzierenden Höfen zu werfen. Erstmalig findet in der Gemeinde eine Hof-zu-Hof-Wanderung statt.

Die Idee zu einer solchen Wanderung, die mit Hofbesichtigungen verbunden ist, sei ursprünglich von Bürgermeister Andreas Braun und ihr selbst gekommen, sagte Sabine Bader von der Unterkirnacher Tourist-Info. "Dann bin ich auf die Suche nach Höfen gegangen." Dies habe sich aber als überraschend schwer herausgestellt. Es gebe nicht mehr sehr viele Höfe mit gläserner Produktion und auch ein Gespräch mit den Landfrauen sei nüchtern ausgefallen. "Ich habe mich aber nicht entmutigen lassen", sagte Sabine Bader. Am Ende habe sie dann doch noch drei Höfe gefunden, die sich für eine solche Veranstaltugn eignen und deren Besitzer bereit waren, mitzumachen.

Auch Bürgermeister Andreas Braun freut sich darüber, dass diese Veranstaltung organisiert werden konnte. "Ich bin stolz, dass das so stattfindet", sagte er. "Es ist etwas Einzigartiges." Das Besondere sei, dass es den sozialen Aspekt des gemeinsamen Wanderns mit dem Blick in die Höfe verbindet. Zumindest an einem Teil der Wanderung wolle er samt Familie auch teilnehmen, versprach er. "Ich habe echt Lust."

Klaus Richter, dessen 1674 erbauter und unter Denkmalschutz stehender Röthenlochhof an diesem Wandertag die erste Haltestation sein wird, findet die Idee, den Leuten einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen, ebenfalls toll. "Das macht die Hof-zu-Hof-Führung aus", sagte er. Er blickte auch schon in die Zukunft und könne sich vorstellen, solch eine Veranstaltung im kommenden Jahr zu wiederholen. Mit den Besuchern wird er eine Besichtigung im Fruchtspeicher und Haus unternehmen, kündigte er an. Allerdings seien im Haus Schuhe verboten und Socken deswegen zu empfehlen. Wenn nach der Hofführung noch Zeit bleibt, wolle er vorführen, wie Holzdachschindeln gemacht werden.

Zweite Station wird der seit 1720 von Familie Neininger betriebene Lippenhof sein. Auch dieser stehe unter Denkmalschutz und auch hier erwartet die Besucher, neben selbstgemachten Spezialitäten, eine Hofführung, sagte Margaux Chaton. Die dritte und letzte Station wird der Leimgrubenhof sein, der sich seit 1842 in Familienbesitz befindet. Rita Weißer kündigte an, dass die Besucher auf ihrem Hof beim Buttermachen und eventuell auch beim Kuhmelken zusehen können. Zum Probieren werde es frische Milch geben.

An jeder der drei Stationen werde eineinhalb Stunden Zwischenstopp eingelegt, erläuterte Sabine Bader. Zwischen den Höfen liege eine Wanderstrecke von jeweils zwei bis drei Kilometern. Hinzu komme dann noch eine Strecke von drei Kilometern vom Leimgrubenhof zum Ausgangspunkt. Wer also die gesamte Wanderung mitmachen will, muss sich auf eine Wanderstrecke von rund 10,5 Kilometern einstellen. Für Kinderwagen sei die Wanderung nicht geeignet, warnte die Rathausmitarbeiterin. Die Wanderleitung werde Roland Dufner übernehmen, der jede Menge Anekdoten zum Wanderweg und den Höfen zu erzählen weiß, versprach Andreas Braun.