"Ich trainiere einfach, bis ich nicht mehr kann – und dann laufe ich noch ein Stückchen weiter", sagte einmal Emil Zatopek, Laufwunder aus der 1950er Jahre. Nach diesem Motto sind auch die Frauen und Männer des über die Kreisgrenzen hinaus bekannten Lauftreffs unterwegs. In ihren Reihen befinden sich Welt- und Europameister sowie zahlreiche deutsche Meister.

  • Rückblick auf Saison: "Ich könnte über die vergangenen Jahre ein Buch schreiben und Euch stundenlang unterhalten", sagte Vorstand Meinrad Beha auf der vergangenen Jahreshauptversammlung im Fohrenhof, als er auf das erfolgreichste Jahr der fast 40-jährigen Vereinsgeschichte zurückblickte. Dabei wies er auf zahlreiche Aktivitäten außerhalb der Laufstrecke hin. "Immerhin haben wir auch Weltrekordler in anderen Disziplinen unter uns", so Beha. Mit 4 000 Kniebeugen in nur drei Stunden stellte Gründungsmitglied Manfred Ragg einen Weltrekord auf und bereits 1996 wurde Michael Maier mit 243 Km innerhalb von 24 Stunden Deutscher Meister.
Langjährige Mitglieder: Frank Bonsiepe, Norbert Lais, Lutz Kuhardt, Michael Stäb und Berthold Seelinger wurden für 20 Jahre geehrt. Thomas Konegen für 30 Jahre ausgezeichnet, Daniela Rohde für ihre 40-jährige Mitgliedschaft. Bild: Gerhard Graf
Langjährige Mitglieder: Frank Bonsiepe, Norbert Lais, Lutz Kuhardt, Michael Stäb und Berthold Seelinger wurden für 20 Jahre geehrt. Thomas Konegen für 30 Jahre ausgezeichnet, Daniela Rohde für ihre 40-jährige Mitgliedschaft. Bild: Gerhard Graf

"Trotz dieser Erfolge in der Vergangenheit war das Jahr 2017 ein Jahr der Superlative", verkündete Beha. Auf der nationalen Ebene errang man vier Meistertitel, sowie je eine Silber- und Bronzemedaille. Auf Bundeslandebene stand man achtmal auf der höchsten Stufe des Siegertreppchens. Aber auch bei den zahlreichen Wettkampfaktivitäten glänzten die Mitglieder mit glänzenden Ergebnissen, etwa bei den Deutschen Meisterschaften im Marathonlauf in Frankfurt. Mit einer Gesamtzeit von 9:31:43 Stunden wurde das M60er Team mit einem Vorsprung von 27 Minuten überlegen Deutscher Meister. Für Lutz Kuhardt und Berthold Seelinger war es bereits der zweite Titel bei einer deutschen Meisterschaft. Albert-Eugen Vetter konnte in diesem Jahr schon den dritten Titel feiern.

Die aktuellen Sieger verbesserten zusätzlich auch noch den Badischen Rekord um 20 Minuten, der bis jetzt von den Laufkollegen vom Lauftreff Unterkirnach aus dem Jahre 2015 gehalten wurde. Mit den Siegen in Frankfurt beim Marathon und in Hannover beim Halbmarathon gelang ihnen sogar das Double. Den Triple-Sieg verpasste das M60er Team als Dritter auf der zehn-Kilometer-Strecke in Bad Liebenzell. Die Damenmannschaft stand dem in nichts nach und erzielte bei den unterschiedlichsten Wettkämpfen zahlreiche Topresultate. So wurde Daniela Fichter Kreismeisterin Waldlauf, Hanna Bächle gewann neben der Kreismeisterschaft im Waldlauf auch die Meisterschaft im Berglauf in der U18-Klasse und wurde Gesamtsiegerin des Intersport-Denzer-Cups. Traditionell stockte Katrin Köngeter ihre umfangreiche Trophäensammlung auf. Sie holte sich nicht nur den Titel der Gesamtsiegerin des Schluchseelaufs, sondern auch den Gesamtsieg beim 21,1 Kilometer-Lauf in Bräunlingen. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften im Halbmarathon wurde sie Zweite.

  • Erfolgreiche Nachwuchsarbeit: Wenn ein Verein so erfolgreich ist, hat er auch keine Probleme talentierten Nachwuchs zu fördern und für diesen Sport zu begeistern. Die zweite Versitzende Angie Burkart berichtete zwar über leicht rückgängige Mitgliederzahlen, freute sich aber über die große Ressonanz bei den Lauftreff-Veranstaltungen. Besonders freute sie sich über die Teilnahme des Nachwuchses. Immerhin nahmen beim Weihermosslauf 39 Kinder, beim Ackerlochlauf 115 und beim Bambinilauf 22 Kinder teil.
  • Vorstandswahlen: Bürgermeister Andreas Braun fand für dieses Engagement nur lobende Worte. Der Lauftreff zeichne sich nicht nur durch überragende sportliche Erfolge aus. Der Verein bringe sich auch sonst mit ins Dorfgeschehen ein, so Braun. Die Zusammenarbeit zwischen Lauftreff und Grundschule sei vorbildlich. Nach dem Bericht der Kassenprüfer und der Feststellung der ordnungsgemäßen Führung der Vereinskasse wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Bei den Neuwahlen wurde Angie Burkart als zweite Vorsitzende und Heike Hannes als Schriftführerin einstimmig wiedergewählt.

 

Als im Oktober 1967 in Bräunlingen der erste Schwarzwaldmarathon stattfand, reagierte man hierzulande überwiegend mit Achselzucken und Ablehnung. Alles Verrückte und Spinner, die "lieber was Gescheites arbeiten sollten", meinten nicht wenige Zeitgenossen. Neugierde und pure Abenteuerlust bewog dennoch schon damals alljährlich einige junge Männer aus Unterkirnach (vornehmlich aus den Reihen der Fußballspieler des FC), einen Marathonlauf in Angriff zu nehmen. Als dann etwa Mitte der siebziger Jahre landauf landab Lauftreffs wie Pilze aus dem Boden schossen, war es dann im Mai 1978 auch in Unterkirnach so weit. Friedel Tischler, begeisterter Langstreckenläufer, gründete zusammen mit Manfred Ragg und Walter Krieger im Gasthaus Rössle Post den Unterkirnacher Lauftreff. Aufgrund nur weniger Mitglieder und der Artverwandschaft zum Fußballspielen – nur eben ohne Ball – war es naheliegend, sich als Abteilung dem FC Unterkirnach anzuschließen. Seit 2015 ist der Lauftreff ein eigenständiger Verein.