Der Kindergarten St. Elisabeth in Unterkirnach ist zu klein. Das Kindergartenkuratorium, bestehend aus Vertretern Gemeinde und des Trägers, der katholischen Kirche, arbeitet deshalb im Moment an einer tragbaren Lösung des Problems. Der Gemeinderat nahm in seiner jüngsten Sitzung von der Forschreibung der Bedarfsplanung Kenntnis. Zudem stimmte er einer leichten Erhöhung der Elternbeiträge für das neue Kindergartenjahr zu.

Nur ein Teil der Kinder des Kindergartens St. Elisabeth beobachtet hier vor wenigen Wochen die Übung der Feuerwehr. Insgesamt ist das Interesse an der Einrichtung so groß, dass gar nicht alle Kinder einen Platz bekommen können. Bild: Cornelia Putschbach
Nur ein Teil der Kinder des Kindergartens St. Elisabeth beobachtet hier vor wenigen Wochen die Übung der Feuerwehr. Insgesamt ist das Interesse an der Einrichtung so groß, dass gar nicht alle Kinder einen Platz bekommen können. Bild: Cornelia Putschbach
  • Leitung: Maria Wahl leitet seit 27 Jahren den Unterkirnacher Kindergarten. Zum Ende des Kindergartenjahres wird sie in die Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet. Ihre Nachfolgerin Susanne Nagler wurde bereits vorgestellt. Sie ist schon jetzt in verschiedene Aufgaben, wie beispielsweise der Ermittlung des künftigen Personalbedarfs, eingebunden, so Maria Wahl.
  • Erweiterung: Obwohl der Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft steht und es einen entsprechenden Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der Kirche und der Gemeinde gebe, wolle er die Verantwortung nicht komplett von der Gemeinde Unterkirnach weisen, betonte der Bürgermeister im Gemeinderat. Geplant sei ein Anbau an den Kindergarten, so dass dieser von fünf auf acht Gruppen erweitert werden könne. Ende der Woche werde der Architekt erste Entwürfe vorlegen.
  • Warteliste: Nach der Einschulung der 25 Schulanfänger werden die frei werdenden Plätze im September sofort wieder durch Kinder von der Warteliste belegt. Während des Kindergartenjahres können nur dann Kinder aufgenommen werden, wenn ein zweijähriges Kind, für das aufgrund rechtlicher Vorschriften zwei Plätze gerechnet werden, drei Jahre alt werde und damit nur noch einen Platz belege, erläuterte die scheidende Kindergartenleiterin Maria Wahl. Aktuell vergehe kaum ein Tag, an dem nicht eine Anmeldung für den Kindergarten eingehe.
  • Rechtsanspruch: Das Gesetz sehe einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz mit 29 Stunden pro Woche vor. Das entspricht in Unterkirnach einem Platz in der Regelgruppe. Wenn der Rechtsanspruch aller Familien auf einen Kindergartenplatz nicht gedeckt werden könne, müsse man vielleicht auch überlegen, so Andreas Braun, wie viel Plätze man künftig tatsächlich noch in anderen, zeitlich umfangreicheren Betreuungsformen zur Verfügung stelle. Auch eine solche Problemlösung könne angedacht werden.
  • Struktur: In ihrem Sachstandsbericht beschrieb Maria Wahl unter anderem auch, dass aktuell rund 20 Kinder den Kindergarten besuchen, die kein oder nur ganz wenig Deutsch sprechen. Für die Erzieher sei das eine große Herausforderung. Sie beobachte aber eine große Bereitschaft der Eltern, sich im Kindergarten und auch in der Gemeinde zu integrieren.
  • Elternbeiträge: In Unterkirnach basieren die Elternbeiträge auf den Landesrichtsätzen des Gemeindetages. Entsprechend deren Erhöhung erfolgt zum kommenden Kindergartenjahr auch eine Erhöhung der Beiträge. Für die politische Gemeinde bedeutet das einen um rund 4700 Euro geringeren Zuschussbedarf. Unterkirnach trägt 92 Prozent der ungedeckten Kosten des Kindergartens.
  • Waldkindergarten: Er persönlich sei vom Konzept eines Waldkindergartens überzeugt und er fände die Elterninitiative zur Gründung einer solchen Einrichtung in Unterkirnach grundsätzlich gut, so Andreas Braun. Als Bürgermeister Unterkirnachs sei es für ihn aber unabdingbar, an der kirchlichen Trägerschaft für alle Kindergartenplätze in der Gemeinde festzuhalten. Ein Waldkindergarten müsse mit dem bestehenden Angebot verknüpft werden. Man wolle keine kostenintensive Doppelstruktur aufbauen. Er warte nun auf die Vorlage eines speziell auf Unterkirnach ausgerichteten Konzepts für den Betrieb einer solchen Einrichtung durch die Elterninitiative.