Im Baugebiet Sommerberg II in Unterkirnach erfolgte jetzt der erste offizielle Spatenstich. Bis zum Jahresende werden auf dem knapp 1,9 Hektar umfassenden Gelände 20 Wohngrundstücke erschlossen.

  • Sporthotel und Ferienhäuser scheitern: In den vergangenen Jahren gab es für das Gebiet des heutigen Sommerbergs zwei unterschiedlichste Nutzungspläne. Zunächst gab es in den 90er Jahren Pläne der Firma Hapimag, dort ein Sporthotel zu bauen. Sogar eine erste Rodung des Geländes war damals bereits erfolgt. Dann gab es einen Wechsel in der Leitung von Hapimag und von den Plänen wurde wieder Abstand genommen. Bürgermeister Gerold Löffler unternahm dann den Versuch, einen Investor für Ferienhäuser auf dem Gelände zu finden. Das Grundstück wurde noch einmal abgeholzt, um es erschließen zu können. Im Bebauungsplan Sommerberg zwei wurde das Gelände nun als Sondergebiet für Ferienhäuser ausgewiesen. Zuletzt scheiterten auch die Bemühungen von Bürgermeister Andreas Braun, einen Investor für Ferienhäuser oder Chalets zu finden. Zu hohe Kosten standen zu wenigen Interessenten gegenüber. Der Anlauf des auswärtigen Investors wurde schließlich nach mehreren Marketinganläufen für beendet erklärt. Seither liegt für die Fläche wieder der Ball im Spielfeld der Gemeinde.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Der Sommerberg II wird zum Wohnbaugebiet: Der Mangel an verfügbaren Bauplätzen ließ schließlich die Pläne für ein Wohnbaugebiet entstehen. Nur noch ganz wenige und zudem sehr steile freie Bauplätze standen damals in der Gemeinde für potentielle Bauherren zur Verfügung. Vor zwei Jahren ging man deshalb an die Umsetzung der Umwandlung des Sondergebiets in ein Wohnbaugebiet.
  • Ein Erschließungsträger ist beauftragt: Die Gemeinde Unterkirnach erschließt das Baugebiet Sommerberg zwei nicht selbst. Als Erschließungsträger und Projektentwickler wurde die Karlsruher GkB – Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung – beauftragt. Der Vertrag beinhaltet die Durchführung der Erschließungsmaßnahmen, die Koordinierung der beteiligten Planer sowie auch die Finanzierung der Erschließungskosten für die Gemeinde. Durch diese Art der Abwicklung bindet die Gemeinde keine Haushaltsmittel und entlastet letztendlich auch die Verwaltung.
  • Arbeiten haben bereits begonnen: Bereits einige Tage vor dem offiziellen Spatenstich konnte das Bauunternehmen Stumpp mit den Erdarbeiten beginnen, weil für dessen Arbeiter an anderer Stelle Kapazitäten frei wurden. Die Gemeinde freute das, wie Bürgermeister Andreas Braun betonte. Sei man so doch jetzt dem Zeitplan schon ein wenig voraus. Bis Ende des Jahres soll die Erschließung abgeschlossen sein.
  • Das passiert gerade auf der Baustelle: Im Moment laufen auf dem Gelände vorbereitende Erdarbeiten. So wurde zum Beispiel der Boden gekalkt um seine Tragfähigkeit zu verbessern. Außerdem ist ein sogenanntes Oberbodenmanagement notwendig, um den bisherigen Waldboden für die spätere Bebauung vorzubereiten. Danach erfolgt bereits unmittelbar die Verlegung der Kanäle. In Abstimmung mit dem Forst wird es nach Ostern noch eine Rodungsaktion geben, um im Baugebiet die notwendigen Waldabstände einhalten zu können.
  • Spielplatz muss gesperrt werden: Noch klettern und spielen in unmittelbarer Nachbarschaft der Baufläche Kinder auf dem dortigen Spielplatz. Fasziniert blicken sie immer wieder zu den großen Baufahrzeugen herüber. Doch der Spielplatz muss nach den Osterferien aus Sicherheitsgründen vorläufig abgesperrt werden, berichtet Rainer Christ vom Büro BIT Ingenieure, das die Bauleitung für das Gelände hat. In enger Absprache mit der Gemeinde, dem Hapimag Resort und dem Fohrenhof sei man bemüht, für einige Spielgeräte während der Arbeiten einen alternativen Standort zu finden. Zudem sei man sich bewusst, dass auch der Baulärm für Hapimag und Fohrenhof eine Beeinträchtigung darstellen könne. Man sei sich der Herausforderung diese zu minimieren bewusst, betont Bürgermeister Andreas Braun, möchte aber auch hier in enger Absprache eine möglichst gangbare Lösung finden.
  • Die Tarife für Bauinteressenten: Auf einer Liste der Gemeinde hätten sich 26 Bewerber für Bauplätze eingetragen, sagte Bürgermeister Andreas Braun auf Nachfrage. Diese Eintragung sei allerdings zum derzeitigen Zeitpunkt noch unverbindlich, so das Gemeindeoberhaupt gegenüber dem SÜDKURIER. Wie viele der Bewerber bei einem Preis von 175 Euro pro Quadratmeter tatsächlich bauen möchten und können, muss sich noch zeigen.
  • Informationsabend: Am Donnerstag, 2. Mai, wird es um 19 Uhr im Sitzungssaal eine öffentliche Informationsveranstaltung für Interessenten geben. Neben der Vorstellung des Bewerbungsverfahrens sowie der Kriterien für die Auswahl der Bauherren wird dann auch der Bebauungsplan ausführlich vorgestellt und es werden Fragen beantwortet.

Neues vom Wurstbauernwald

Die Geschichte des Unterkirnacher Sommerbergs hält Bemerkenswertes bereit. In das Eigentum der Gemeinde gelangte das Areal schon früh. Kurz nach seinem Amtsantritt gelang es dem damaligen Bürgermeister Siegfried Baumann, das Gelände am Sommerberg vom sogenannten Wurstbauern zu kaufen. Noch heute heißt die Fläche im Volksmund deshalb "Wurstbauernwald". 800 000 Mark bezahlte die Gemeinde damals für die große Fläche, die vom Tal bis hinauf zum heutigen Baugebiet Sommerberg zwei reicht. Ein erster Bebauungsplan des Gebiets Sommerberg stammt aus dem Jahr 1969. Er umfasste zunächst Pläne für den Eichhaldeweg, den Fohrenweg und einen Teil des Panoramawegs, also für den westlichen Teil des Sommerbergs. Bauplätze waren damals wie heute rar. Im Laufe der Zeit gab es mehrere Änderungen und vor allem Ergänzungen dieses Bebauungsplans Sommerberg. So wurde das Plangebiet zum Beispiel erweitert als später oberhalb der bestehenden Wohnbebauung die Hapimaganlage gebaut wurde. Über die Jahre wurde es dann hinsichtlich Bautätigkeiten ruhig am Sommerberg. Mehrere Pläne platzten. (put)