Die Zahl der Übernachtungen und Gästeankünfte in Unterkirnach ist im Jahr 2015 stark zurückgegangen. Um gut neun Prozent sind beide Werte geringer ausgefallen als noch im Jahr 2014. Die Bettenkapazität ist im gleichen Zeitraum leicht angestiegen. Das zeigte nun der Geschäftsbericht der Tourist-Information, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde.

Mögliche Gründe: Warum die Zahlen in Unterkirnach so stark rückläufig sind, kann anhand von einigen Punkten erahnt werden. Sie geben den Verantwortlichen zumindest Anhaltspunkte. Nadine Bachhäubl von der Tourist-Information, die die Zahlen im Gemeinderat vorstellte, verwies auf einen Spruch, der die Situation in Unterkirnach gut darstellt: „Wenn das Hapimag schnupfen hat, dann ist Unterkirnach krank“, sagte sie. Und das Hapimag hatte Schnupfen. Alleine dort ging die Übernachtungszahl um mehr als 6000 nach unten. Der mögliche Grund liegt darin, dass Stammgäste wegfallen, die schon seit Jahrzehnten immer wieder nach Unterkirnach kamen. „Dieser Rückgang zeigt deutlich, dass die Unterkirnacher Stammgäste regelrecht alters- oder krankheitsbedingt wegfallen“, heißt es dazu im Geschäftsbericht. Jüngere Menschen würden demnach eher danach streben, möglichst viel von der Welt zu sehen und nicht immer am selben Ort Urlaub zu machen. Ein weiteres Problem: Dem Reisemobilstellplatz fehlt eine drahtlose Internetverbindung. „Fast jeder Gast hat uns nach WLAN gefragt“, so Nadine Bachhäubl.
Zudem sei es im Sommer besonders heiß gewesen, was eine Übernachtung in einem möglicherweise nicht klimatisierten Reisemobil erschwert hätte.

Mehr Gäste aus Israel: Aus dem Geschäftsbericht lassen sich einige weitere Dinge herauslesen. Beispielsweise ist auch die durchschnittliche Verweildauer der Urlauber minimal gesunken. Die Gäste blieben im Jahr 2015 im Schnitt 5,48 Tage. Außerdem kommen immer mehr Gäste aus Israel nach Unterkirnach. Das sei ein Trend, der erkennbar sei, wie Nadine Bachhäubl erklärt. Im vergangenen Jahr kamen 1,5 Prozent der Übernachtungsgäste aus dem Land im Mittleren Osten. Man müsse an dieser Stelle auch auf die Vermieter zugehen, die sich für diesen Trend und die Kultur der Gäste offen zeigen sollten. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus der Schweiz (7,74 Prozent) und Niederlande (6,92).

Wie es anderen geht: Zahlen des Statistischen Landesamtes zeigen eigentlich: Urlaub im Schwarzwald liegt im Trend. Die Übernachtungs- und Ankunftszahlen steigen. Auch im Ferienland-Verbund, aus dem Unterkirnach zum Jahresende aussteigen wird, sei eine positive Entwicklung zu sehen, wie Geschäftsführer Julian Schmitz bestätigte. Genau Zahlen werden erst noch veröffentlicht. St.Georgen, Ferienland-Partner und Nachbarstadt von Unterkirnach, verzeichnete bei den Übernachtungszahlen beispielsweise einen Zuwachs, wenn dort auch die Ankunftszahlen leicht rückläufig sind.