Es war ein saurer und letztlich teurer Apfel, in den die Gemeinderäte Unterkirnachs am Dienstagabend beißen mussten. Künftig müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben die Gutachterausschüsse der Gemeinden eine umfangreichere Arbeit leisten als bislang. Im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit im Landkreis sollen diese Aufgaben auf einen gemeinsamen Gutachterausschuss übertragen werden. Das wird in Unterkirnach ab dem kommenden Jahr mit rund 10 000 Euro jährlich zu Buche schlagen und damit rund das Zehnfache der bisherigen Ausgaben für den kommunalen Gutachterausschuss kosten.

Letzter Gutachterausschuss im Jahr 2017

Zuletzt hatte die Gemeinde Unterkirnach einen Gutachterausschuss im Jahr 2017 bestellt. Er wurde von Bernhard Kuberczyk als Vorsitzender und Berthold Frisch als stellvertretender Vorsitzender geleitet. Dieser Ausschuss, so erläuterte Bernhard Kuberczyk jetzt, habe sich im Wesentlichen mit Grundstücksverkäufen, an denen die Gemeinde beteiligt war, oder bei denen die Grundstücke im Sanierungsgebiet liegen, befasst.

Verkäufe von Grundstücken werden erfasst und bewertet

Künftig müssen die Gutachterausschüsse alle auf der Gemarkung einer Gemeinde erfolgten Grundstücksverkäufe erfassen und bewerten. Mit den erhobenen Daten werden nach einer Information des Gemeindetages Bodenrichtwerte ermittelt, die für die künftige Feststellung der Grundsteuer zugrunde gelegt werden. Für „die sachgerechte Aufgabenerfüllung“ seien eine „geeignete Personal- und Sachmittelausstattung“ sowie eine Zahl von 1 000 Kauffällen oder mehr pro Jahr notwendig, so die Vorgaben des Landes. Unterkirnach alleine zählt nur rund 30 bis 40 Kauffälle pro Jahr.

Start zum 1. Januar 2020

Die Stadt Villingen habe nun einen Vorschlag erarbeitet, gemäß dem sich die Städte und Gemeinden des nördlichen Landkreises zum 1. Januar zu einem gemeinsamen Gutachterausschuss zusammenschließen, berichtete Bürgermeister Andreas Braun. Pro Einwohner jeder Gemeinde wird mit 3,80 Euro gerechnet. Das sind für Unterkirnach rund 10 000 Euro.

Im Hinblick auf die hohen Kosten rang das Gremium mit einer interkommunalen Zusammenarbeit. Letztlich stimmte der Gemeinderat dem Vertrag mit elf Stimmen bei der Gegenstimme von Susanne Ciampa zu.