Viele Wochen im Winter galt es für die Unterkirnacher Tauzieher Kraft und Kondition zu trainieren. Jetzt starten die Wettkämpfe – und auch Laien dürfen bei einem Grümpel-Turnier zum Tau greifen.

„Seil auf“, „Spannen“, „Fertig“ und „Pull“ – englisch für ziehen – lauten die Kommandos der Tauzieher. Beim nächsten Kommando legen sich die Tauziehfreunde Wadenkrampf richtig ins Seil, denn dann gilt es, zu ziehen, was die eigene Kraft und Technik hergeben.
„Seil auf“, „Spannen“, „Fertig“ und „Pull“ – englisch für ziehen – lauten die Kommandos der Tauzieher. Beim nächsten Kommando legen sich die Tauziehfreunde Wadenkrampf richtig ins Seil, denn dann gilt es, zu ziehen, was die eigene Kraft und Technik hergeben. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Training im Marbental: Ganz oben im Marbental liegt auf einer Wiese das Trainingsgelände der „Tauziehfreunde Wadenkrampf“ Unterkirnach. Bei genauem Hinsehen entdeckt man die Kerben im Boden, die von vielen Trainingseinheiten zeugen und den Tauziehern den wichtigen Halt bieten. Auch an diesem Montagabend geht es für die Gruppe ins Marbental. Bei frostigen Temperaturen ist zumindest für die jungen Tauzieher zunächst Warmlaufen angesagt. Die älteren erklären verlegen grinsend, dass sie das nicht mehr brauchen – und tragen das Risiko. Anschließend wird das feste Schuhwerk geschnürt, das in dieser Gruppe eine breite Auswahl an stabilen Bergstiefeln und alten, speziellen Lederstiefeln darstellt, denen man viele Wettkämpfe ansieht.
Plötzlich geht es ganz schnell: Bei ihrer Trainingseinheit können diese Unterkirnacher Tauzieher dem Gegner auf der anderen Seite des Taus nicht genügend Widerstand entgegensetzen und müssen sich über die Wiese ziehen lassen.
Plötzlich geht es ganz schnell: Bei ihrer Trainingseinheit können diese Unterkirnacher Tauzieher dem Gegner auf der anderen Seite des Taus nicht genügend Widerstand entgegensetzen und müssen sich über die Wiese ziehen lassen. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Das Ziel ist die Landesliga: Die ersten Wettkämpfe der Saison stehen an. Am vergangenen Wochenende war man erfolgreich in Eschbachtal am Start und kommendes Wochenende geht es zum großen Turnier nach Denzlingen. Im Training wird noch weiter unter Anleitung von Jürgen Weißer und Horst Schicklang an Technik und Kraft sowie an der Ausdauer gefeilt. Noch treten die Unterkirnacher Tauzieher in sogenannten Hobbyrunden an, doch das erklärte Ziel Landesliga rückt näher. Mit dem Landesverband sei bereits abgesprochen, dass man im Sommer bei einem Turnier der Landesliga schnuppern dürfe, berichtet Jürgen Weißer. Er weiß, dass das gute, ganzjährige Training die Gruppe bei den Hobbyturnieren sehr gut aussehen lässt. „Wir haben im Gegensatz zu ganz vielen anderen Teams die Ausdauer, auch mal zwei Minuten ziehen zu können“, sagt er. Doch in der Landesliga muss und möchte man sich weitaus schwereren Gegner stellen.
Bei den Tauziehfreunden Wadenkrampf herrscht im Training gute Laune. Dennoch legen sie sich richtig ins Seil und leisten für dieses Foto ausnahmesweise zu acht dem Gegner Widerstand. Bild: Cornelia Putschbach
Bei den Tauziehfreunden Wadenkrampf herrscht im Training gute Laune. Dennoch legen sie sich richtig ins Seil und leisten für dieses Foto ausnahmesweise zu acht dem Gegner Widerstand. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Auch Laien sollen sich versuchen: Was vermeintlich leicht aussieht, ist bei den Tauziehfreunden Wadenkrampf das Ergebnis von viel Training. Doch auch Laiengruppen können ihren Spaß beim Tauziehen haben. Deshalb laden die Unterkirnacher Tauzieher am 27. Juli im Rahmen des Stockwald-Festes der Kieschtockzunft zu einem Grümpelturnier. Anmeldung ist ab sofort möglich. Für das Grümpelturnier gelten grundsätzlich die gleichen Vorgaben wie bei den Hobbyturnieren, an denen die Tauziehfreunde Wadenkrampf teilnehmen.
  • Nicht jedes Tau taugt zum Tauziehen: Für das Tauziehen gibt es festgelegte Regel und Bestimmungen. So ist das Seil von einer mittleren Marke vier Meter bis zu einer Marke auf der eigenen Seite zu ziehen. Das kann, wenn es schnell geht, 15 Sekunden dauern. Das kann unter vollem Zug bei ausgeglichen Gegnern aber auch drei Minuten oder mehr dauern. Das Tau, das aus Hanf oder Kunststoff hergestellt wird, darf maximal 33 Meter lang sein und muss einen Umfang von zehn bis zwölf Zentimeter haben. Hanfseile haben den Vorteil, dass man sie besser greifen kann, erklärt Horst Schicklang. Kunststoffseile seien „bissiger“, sagt er, hätten aber den Vorteil, dass sie sich bei Feuchtigkeit nicht so vollziehen. Die Unterkirnacher Tauzieher haben ein Hanfseil im Einsatz. Handschuhe sind beim Tauziehen verpönt. Die bloße Hand muss hier kräftig zupacken. Das können sie, die Männer aus Unterkirnach, und zeigen das auch gleich zu Beginn ihres Trainings.