Das neue Jahr beginnt für die Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) mit einem Paukenschlag. An Neujahr eröffnet die Vereinigung erstmals in ihrer 45-jährigen Erfolgsgeschichte einen eigenen Verbandssitz mit eigenen Büroräumen, Archiv- und Ausstellungsflächen. Drahtzieher des Coups war Vizepräsident Karlheinz Bähr aus Unterkirnach, welcher der SNV im Herz seiner Heimatgemeinde das neue Domizil organisierte.

Der Verwaltungssitz bleibt zwar wie bisher die Adresse des jeweiligen Präsidenten, doch mit dem Vereinshaus am Kirchplatz 2 in Unterkirnach hat sich die SNV ein Vereinsheim geschaffen, das den Charakter einer urgemütlichen Heimatstube ausstrahlt und Parkplätze in unmittelbarer Nähe bietet. Jahrelang waren die Räume, in denen sich jetzt die SNV befindet, leer gestanden. „Da war es beinahe unsere Pflicht, schnell zu handeln“, sagt Präsident Gerd Kaltenbach. Der neue SNV-Sitz wird sukzessive umgestaltet, sowohl baulich wie auch inhaltlich. Vorbei sind die Zeiten, als die SNV-Präsidenten mangels Räumen ein Archiv bei sich zu Hause anhäuften. Kaltenbach hofft deshalb, aus dem Fundus seiner Amtsvorgänger noch einige interessante Archivmaterialien zu erhalten.

Dass der Verbandssitz in Unterkirnach liegt, ist eher zufällig. Doch für eine Vereinigung, deren Verbandgebiet sich inzwischen vom tiefsten Schwarzwald bis auf die Ostbaar und ins schwäbische Schwenningen erstreckt, ist er gut gewählt. Außerdem liegt er abseits der großen Zentren, was dem Präsidium ermöglicht, seine Ideen in aller Ruhe zu entwerfen. Die Räume bieten die Möglichkeit, das Inventar zentral zu lagern und das Archiv kontinuierlich zu optimieren. Auch eignet sich ein großflächiger Raum mit integriertem Küchenblock hervorragend für Workshops, Sitzungen, Bastelnachmittage und Vorträge.

Eine komplette mediale Infrastruktur ist vorhanden. Bis zu 50 Plätze bietet der große Versammlungsraum. Kaltenbach stuft dies als ein weiteres Zeichen dafür ein, welch großes Glück die SNV durch den Bezug des leer stehenden Domizils hatte. Passend zum Einzug ins Unterkirnacher Domizil feiert die einheimische Kieschtock-Zunft im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag, den sie als Gastgeber des siebten Schwarzwälder Narrentreffs mit Tausenden von Narren und Gästen zwischen dem 3. und 5. Februar feiert. Für viele ist dieser Termin folglich die beste Gelegenheit, die neue Präsidialresidenz am Kirchplatz 2 zumindest von außen zu besichtigen. Drei Tage Narrentreff sind auch für Unterkirnach verbunden mit drei Tagen Ausnahmezustand. Höhepunkt neben dem traditionellen Festumzug am Sonntagnachmittag ist dabei am Vorabend das Fasnetkribbeln, bei dem zehn von den Präsidiumsmitgliedern gewählte Programmpunkte aus dem Verbreitungsgebiet gezeigt werden.

Narrentreffen

Der siebte Narrentreff der SNV findet in Unterkirnach vom 3. bis 5. Februar 2017 statt. Zum Auftakt am 3. Februar um 19 Uhr laden die Narren zu einem Nachtumzug, der im Narrendorf und der Sporthalle ausklingt. Der 4. Februar bietet nachmittags einen Kinderumzug inklusive Kindernachmittag. Das folgende Narrentreiben im Dorf mündet um 20 Uhr ins erste Fasnetkribbeln der SNV in der Schlossberghalle. Der Sonntag beginnt mit einer Narrenmesse. (bom)