In der Roggenbachschule steckt viel persönlicher und oft auch ehrenamtlicher Einsatz. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, in der Schulleiterin Andrea Blessing einen Überblick über die aktuelle Lage der Einrichtung und die Kosten für die Gemeinde gab. Am Ende war es ein Euro, der eine Diskussion im Gremium auslöste.

Dieser Euro pro Tag wird Eltern berechnet, die für ihr Kind die Spätbetreuung von 16 Uhr bis 17 Uhr in Anspruch nehmen. Ein weiterer Euro wird für die Frühbetreuung von 7 Uhr bis 8 Uhr fällig. Diese Gebühr habe dazu geführt, dass Eltern ihre Kinder aus der Spätbetreuung herausgenommen haben, antwortete Andrea Blessing auf eine Frage von Gemeinderätin Birgit Kodet. Einige dieser Schüler halten sich nun unbeaufsichtigt auf dem Pausenhof auf.

Bürgermeister Andreas Braun hob hervor, dass man beachten müsse, wer das Ganztagesangebot braucht. Dabei handle es sich vor allem um Familien, in denen alle Elternteile berufstätig sind. "Ich warne davor, mit allem in Richtung kostenlos zu gehen", sagte er. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass man bald auch über die Gebühren beim Kindergarten reden muss. Gemeinderätin Birgit Kodet argumentierte dagegen. "Es steht uns nicht zu, zu beurteilen, welche Eltern die Betreuung brauchen." Sie fände es schlimm, wenn Kinder nicht betreut werden, nur weil die Eltern das Geld nicht haben. Bürgermeister Braun schlug vor, bei der anstehenden Klausurtagung über das Thema zu sprechen. Dann könne der Gemeinderat entscheiden, ob auf die Einnahmen verzichtet werden soll.

In finanzieller Hinsicht ist der tägliche Betrieb des Ganztagesangebots für die Gemeinde eine überschaubare Belastung auch dank Zuwendungen vom Land Baden-Württemberg, wie Andrea Blessing deutlich machte. Im Schuljahr 2017/18 koste der Betrieb rund 3400 Euro. Für das Personal müssen rund 2850 Euro aufgebracht werden.

Allerdings gebe es in der Roggenbachschule einige Bereiche, die sanierungsbedürftig seien, sagte die Schulleiterin. So müsse die Beleuchtung erneuert werden und es gebe immer wieder Ausfälle der Heizung. Die Fassade und Isolierung müsse ebenfalls erneuert werden. Auch die Toiletten seien in einem schlechten Zustand, sodass sich einige Schüler weigern, diese aufgrund von Geruchsbelästigungen zu benutzen. "Es geht uns nicht um Verschönerungen", sagte die Schulleiterin. "Ich versuche, nicht allzu fordernd zu sein, aber es geht um die Kinder."

Hier zeigt die Gemeinde aber, dass sie die Pflichtaufgabe Schule ernst nimmt. Denn wie Bürgermeister Braun betonte, seien einige der genannten Bereiche bereits in Angriff genommen worden. "Wir haben das erkannt", sagte er. Es sei unstrittig, dass die Beleuchtung erneuert werden muss und man werde noch 2018 einen Vorschlag unterbreiten. Das Problem mit der Heizung, ein Leck in der Fernwärmeleitung, sei behoben worden und auch die Isolierung, die Fassade und die Fenster, die sich teilweise in schlechtem Zustand befinden, sollen bald saniert werden. Neue Toiletten seien in Auftrag gegeben und werden in den Sommerferien eingebaut. Man habe den Anspruch, bis zum Beginn des neuen Schuljahrs damit fertig zu sein, da größere Arbeiten nur in der unterrichtsfreien Zeit erfolgen können.

Die Roggenbachschule

Im Schuljahr 2018/19 werden in der Roggenbachschule voraussichtlich 102 Schüler in fünf Klassen unterrichtet. Davon werden etwa 65 Schüler das Ganztagesangebot in irgendeiner Form, beispielsweise die Früh- oder Spätbetreuung oder das Mittagessen, nutzen. 34 Schüler werden die Ganztagsschule im Sinne des Schulgesetzes nutzen. An der Roggenbachschule arbeiten acht Lehrkräfte sowie acht pädagogische Mitarbeiter und eine Sekretärin. In der Mensa sind drei Mitarbeiter beschäftigt. (tol)