Die Zukunft des Hallenbades Aqualino in Unterkirnach steht auf dem Prüfstand. Beim ersten von drei Informationsabenden für die Bürger erläuterte Bürgermeister Andreas Braun den intensiven Nutzern des Hallenbads, wie es um das Hallenbad bestellt ist, beleuchtete die monetäre Seite und welche Investitionen notwendig seien, um das Bad fit für die Zukunft zu machen. Die Zuhörer konnten Argumente einbringen, die für den Erhalt des Bades sprechen.

Fachplaner Rolf Linsenmeier (Mitte) erläutert die Technik zur Wasseraufbereitung. Die gesamte Anlage muss ebenfalls erneuert werden.
Fachplaner Rolf Linsenmeier (Mitte) erläutert die Technik zur Wasseraufbereitung. Die gesamte Anlage muss ebenfalls erneuert werden. | Bild: Sprich, Roland

Zunächst machte Braun den zwei Dutzend Zuhörern, überwiegend Inhabern einer Jahreskarte und somit Dauernutzer des Aqualino, deutlich, weshalb die Zukunft des Hallenbads gerade zu diesem Zeitpunkt zur Debatte steht. "Durch den bevorstehenden Wegzug der Firma Wahl als größter Steuerzahler der Gemeinde fehlen künftig jährlich rund 400 000 Euro an Steuereinnahmen im Haushalt", machte der Bürgermeister deutlich.

Wahl wird Unterkirnach aus Platzgründen in Richtung St. Georgen verlassen, wo das Unternehmen derzeit einen Neubau plant. Die Gemeinde müsse das große Ganze sehen und habe eine Reihe von Pflichtaufgaben zu erfüllen.

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Wie eine detaillierte Kostenaufstellung zeigte, fährt das Hallenbad einen jährlichen Verlust ein, der für dieses Jahr mit 212 000 Euro kalkuliert ist. Darin enthalten ist bereits der Gewinn, den die Energie-Gesellschaft Unterkirnach (EGU) als 100-prozentige Tochter der Gemeindewerke GmbH mit dem Betrieb des Blockheizkraftwerks erwirtschaftet.

Der Gewinn fließt aus Steuereinspargründen nicht in den Gemeindehaushalt, sondern in die Hallenbadbewirtschaftung. Für das laufende Jahr beträgt der Gewinn rund 44 000 Euro. "Ohne diesen Gewinn wäre der Verlust um diese Summe höher." Ebenso in der Kalkulation berücksichtigt wurden bereits Einsparungen durch die Schließung der Sauna seit Anfang des Jahres und eine um einen Tag verkürzte Öffnungszeit.

Die in die Jahre gekommene Heizungsanlage.
Die in die Jahre gekommene Heizungsanlage. | Bild: Sprich, Roland

Bei einem Rundgang durch das Aqualino wiesen Bürgermeister Braun, Sachgebietsleiter Artur Makowe und Fachplaner Rolf Linsenmeier vom Planungsbüro Aqua-Technik aus Freiburg auf den Zustand des 45 Jahre alten Bades und die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen hin, um das Hallenbad künftig betreiben zu können. Neben der Modernisierung der Umkleideräume und Sanitäranlagen wäre unter anderem die Erneuerung der gesamten Technik zur Wasseraufbereitung notwendig.

Eine grobe Kostenschätzung ergibt eine Summe von 1,8 Millionen Euro. "Wir können das Bad in diesem Zustand noch zwei bis fünf Jahre betreiben", sagte Braun. Er gab aber zu bedenken, dass die Unterhaltungskosten aufgrund des zunehmenden Alters insbesondere der technischen Anlage steigen werden.

Bürgermeister Andreas Braun erläutert die Situation vor Ort.
Bürgermeister Andreas Braun erläutert die Situation vor Ort. | Bild: Sprich, Roland

Anschließend konnten die Zuhörer ihre eigenen Ideen und Anregungen einbringen, was für oder gegen den Erhalt spricht. Dabei wurde unter anderem herausgestellt, dass das Hallenbad eine wichtige Einrichtung für Schulschwimmsport und Schwimmunterricht allgemein ist und eine wichtige Freizeit- und Schlechtwettereinrichtung für Einheimische und Touristen darstellt.

Als Maßnahmen, um das Aqualino erhalten zu können, wurde die Generierung von Mehreinnahmen durch zusätzliche Angebote wie Wassergymnastik oder Ausweitung der Öffnungszeiten sowie die Verringerung der Ausgaben etwa durch den Umstieg auf erneuerbare Energien aufgezeigt.

Erste Maßnahmen werden bereits umgesetzt. Ab 12. April wechselt der Warmbadetag von Mittwoch auf Freitag. Auch über eine um eine Stunde verlängerte Öffnungszeit einmal pro Woche wird derzeit nachgedacht.

Gastgeber kommen zu Wort

Demnächst werden die Unterkirnacher Gastgeber zum Thema Hallenbad befragt. Ende April oder Anfang Mai wird es dann einen Bürgerinformationsabend für alle Unterkirnacher Bürger geben.