Das Interesse ist da, die nötige Mitgliederzahl erreicht. Der Gründung eines Vereins für einen Waldkindergarten in der Gemeinde Unterkirnach steht somit nichts mehr im Weg. Bereits am Sonntag, 2. September, soll im Anschluss einer Informationsveranstaltung die Vereinsgründung stattfinden.

Der neue Verein soll dann von einem Vorstandsteam aus drei Personen geleitet werden. Eine von ihnen ist Carina Schneider. "Wir wollen jetzt starten mit der Vereinsgründung", sagt die zweifache Mutter, deren Tochter Taya dann auch den Waldkindergarten besuchen soll. Sie sei über eine Anzeige im örtlichen Supermarkt auf den Aufruf von Ideengeberin Leonie Wimmer auf das Vorhaben aufmerksam gemacht worden. Neu ist ihr das Konzept aber nicht. Ihr elf Jahre alter Stiefsohn Milas sei im Naturkindergarten Zauberwald in Königsfeld betreut worden, sagt sie. Dort habe er viel über die Natur gelernt. "Er kann mir jeden Pilz nennen", sagt die Mutter. "Man lernt den Umgang mit der Natur." Zudem werden die Kinder dort selbstständig und eigenverantwortlich, ist sie überzeugt.

Bei der Gemeinde rennen die Initiatoren mit der Idee offene Türen ein. Denn in Unterkirnach herrscht ohnehin ein Mangel an Betreuungsplätzen, sodass der Kindergarten St. Elisabeth sogar erweitert werden muss. Es gebe Gespräche mit Bürgermeister Andreas Braun zwecks Gemeindezuschuss und Standort, erklärt Carina Schneider. Und auch mit der Leitung von St. Elisabeth stehe man in Kontakt. Denn der geplante Waldkindergarten solle sich auf keinen Fall zu Konkurrenz entwickeln, versichert sie. Vielmehr wollen die Eltern dies als eine Ergänzung des bestehenden Angebots sehen.

Bis eine naturnahe Betreuung der Kinder stattfinden kann, sind aber noch einige offene Fragen zu klären. Allen voran die, wo der geplante Bauwagen stehen soll. Es kommen einige Standort in Frage, berichtet Carina Schneider. Ob es bis zur Vereinsgründung aber schon eine definitive Lösung gibt, wolle sie nicht versprechen. Andere wichtige Fragen sind hingegen schon beantwortet. So gebe es bereits eine Fachkraft, die bereit ist, im Naturkindergarten zu arbeiten. Mit weiteren interessierten Erzieherinnen gebe es Gespräche. Ausstattungsgegenstände und Spielzeug für die Kinder sollen soweit möglich von Eltern und Kindern selbst hergestellt werden. "Wir versuchen es so kostengünstig und umweltfreundlich wie möglich zu machen", sagt Carina Schneider. Auch Reparaturarbeiten, Putzdienst und Wasserbeschaffung sollen von Eltern erledigt werden.

Das Interesse an einem Waldkindergarten ist wohl da. Das habe sich bei einem Infostand beim Dorffest gezeigt, meint Carina Schneider. "Da waren viele interessierte Eltern und Kinder." Aber auch Aber auch Menschen ohne und Vertreter vom Gemeinderat haben sich der Idee gegenüber offen gezeigt und Unterstützung in Aussicht gestellt. So seien es eben nicht nur die sieben Personen, die für die Vereinsgründung mindestens nötig sind, sondern viele Interessenten mehr, freut sich die Mutter. Die Mitgliedschaft im Verein stehe nicht nur den Eltern, deren Kind im Naturkindergarten betreut wird, offen. Jeder Unterstützer sei willkommen. Denn mit Vereinsbeiträgen werde ein Teil des Betriebs finanziert. Die Initiatoren hoffen, dass der Kindergarten zur Schuljahresbeginn 2019 eröffnet werden kann

Am Sonntag, 2. September, laden die Verantwortlich um 15 Uhr alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung in die Kirnachmühle ein. Es wird zwei Vorträge geben. Zunächst geht es um die Naturpädagogik. Danach spricht die Leitung des Waldkindergartens Zauberwald über den Alltag in einer solchen Einrichtung. Anschließend besteht die Möglichkeit für eine offene Fragerunde. Im Anschluss wird dann der Verein gegründet.