Derzeit sind bei der Kieschtock Narrenzunft die Großen und Kleinen im Einsatz. Jede Gruppe möchte einen Beitrag zum 50-jährigen Vereinsjubiläum leisten. Vor allem der Nachwuchs beteiligt sich mit Freude.

Und was die Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren bieten, ist bemerkenswert. Zwölf Kinder, deren Eltern bei den Beerewieble und Kieschtöck aktiv an der Unterkirnacher Fasnet beteiligt sind, haben eine Tanzgruppe gebildet. Karin Weißer und Stefanie Beha sind als Trainingsleiterinnen ebenso eifrig bei der Sache wie die jungen Tänzerinnen und Tänzer selbst. Immer am Samstagnachmittag treffen sich die Teilnehmer seit November in der Schlossberghalle, um intensiv zu proben.

Die Kinder auf der Bühne, die Trainerinnen und einige Eltern unten auf dem Parkett: Normalerweise wird eine Stunde geprobt, danach kommt eine Spielrunde, dann geht es wieder heimwärts. "Heute wird es etwas länger dauern, denn schon bald – am 4. Februar zum Jubiläum, dann nach dem Kinderumzug am schmutzigen Donnerstag – werden die Kinder vor großem Publikum auftreten", sagt Übungsleiterin Karin Weißer.

Für die Kinder sei die Beteiligung eine neue Erfahrung. Vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl werde gestärkt. So lernen die Kinder auch, dass das gemeinsame Proben Wirkung zeigt und wahrgenommen wird. Die acht Mädchen und vier Buben sind mit großem Eifer dabei.

Karin Weißer scheint ein Allroundtalent zu sein. Bisher hat sie noch nie als Vortänzerin einer Tanzgruppe vorgestanden. „Ich tanze gerne und das auch bei den Beerewieble an der Fasnet“, sagt sie. Die Kinder sind derart bei der Sache, dass die Übungsleiterin zu einer Trinkpause aufrufen muss, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird.

Getanzt wird zum aktuellen Hit Hulapalu von Andreas Gabalier. Dabei kann es gar nicht anders sein, dass alle Kinder das rot-weiße Karohemd und die Gabalier typische, ebenso karierte Sonnenbrille tragen. Ausdauer zum Tanz wird benötigt, denn 255 Sekunden Konzentration sind notwendig, um die Aufführung gelingen zu lassen. Die Zugabe nicht mit eingerechnet.

Manche Kinder kommen wie Mira aus entlegenen Winkeln der Unterkirnacher Gemarkung. Ihre Mutter ist dabei, denn es lohnt sich nicht, wieder zurück in den Ellenwinkel zu fahren, um dann die Tochter wieder abzuholen. Franziska findet das Tanzen gut. Sie kann sich vorstellen das wieder einmal zu machen. Auch Anna hat die gleiche Idee, wieder mitzumachen, denn das Tanzen bereite ihr Spaß. Ebenso begeistert ist Saskia und sie freut sich, dabei zu sein. Lukas hat Spaß und findet es witzig, zumal er Hulapalu sehr cool findet.

Nach der Aufführung ist an ein Ende nicht zu denken. „Bitte lass uns nochmals tanzen, es war so toll“, fordern die Kinder ihre Übungsleiterin auf. Karin Weißer erfüllt ihnen den Wunsch.

Zukunftsaussichten

Vor langer Zeit gab es in Unterkirnach eine Tanzgruppe der Narrenzunft. Überaus glücklich zeigten sich die Verantwortlichen, dass sich zwölf Kinder bereitgefunden haben, vor Publikum einen Tanz aufzuführen. Vielleicht ist damit ein Neuanfang verbunden, um mit einer weiteren Bereicherung die Fasnet in Unterkirnach zu gestalten.