Der Gasthof Fohrenhof bereitet Michael Stöffelmaier, Geschäftsführer des Caritas-Verbands Schwarzwald Baar, immer wieder Kopfzerbrechen. Zum Ende März wird nun außerdem die Leiterin des Inklusionsbetriebs die Einrichtung verlassen.

An den jüngsten Umsatzzahlen habe der Weggang der Leiterin jedoch nicht gelegen. Im Gegenteil, sie habe den Umsatz während ihrer Arbeitszeit sogar um 15 Prozent gesteigert. Stöffelmaier spricht des Weiteren von einer Vielzahl an Aufgaben, die in dem Betrieb zu bewältigen sind. Gemeint ist damit die komplexe Struktur aus Restaurant, Inklusionsbetrieb und Tourismus.

Mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten sei nicht nur eine große Herausforderung, dahinter würden auch die Angehörigen mit ihren Ansprüchen stehen. Zudem habe es immer wieder Schwierigkeiten gegeben mit den Öffnungszeiten und die Probleme, mit den Hapimag-Gästen und großen Gesellschaften, die dort oben buchen wollten, aneinander vorbeizukommen.

Große Gesellschaften würden sich mit den Hapimag-Gästen beißen, da diese ja bei geschlossenen Veranstaltungen nicht ausgeschlossen werden könnten. „Wir können andererseits nicht nur von den Hapimag-Gästen leben“, unterstreicht Stöffelmaier.

Zuletzt habe auch die Entscheidung, das Restaurant zu schließen, wenn keine Gäste da waren, für Verärgerung bei den Bürgern gesorgt. Das habe einen Sturm der Entrüstung nach sich gezogen, so Stöffelmaier. In den Anfangsjahren des Restaurants sei ein vergünstigter Mittagstisch angeboten worden, der nicht angenommen wurde. Schon bei der Vorgängerin der noch aktuellen Projektleiterin habe man umgestellt und mittags nur noch an den Wochenenden geöffnet, fuhr er fort.

Auch die Aktion, Lieblingsrezepte der Bürger anzubieten, sei nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Es habe Beschwerden gegeben, dauernd würde jemand an die Tische kommen und nach den Wünschen fragen. Dann wieder hieß es, es würde niemand kommen, fährt er fort.

Sechs Menschen mit Behinderung plus ein Azubi arbeiten im Restaurant und in der Küche. Menschen mit Behinderung würden Klarheit und klare Anleitung benötigen sowie große Verlässlichkeit. Gerade bei diesen Menschen habe es in den fünf Jahren seit Bestehen des Fohrenhofs nur einen Wechsel gegeben, was er als sehr positiv empfinde, betont Stöffelmaier. Auch habe es noch nie Klagen darüber gegeben, dass Menschen mit Behinderung im Fohrenhof arbeiten, zeigt er sich erleichtert. Es begegne ihm aber heute noch der Gedanke, dass nur Hapimag-Gäste im Fohrenhof willkommen seien, bedauert er.

Trotz aller Schwierigkeiten habe der Fohrenhof im letzten Jahr zum ersten Mal eine schwarze Null geschrieben, dazu habe Bettina Gail, die jetzt vorübergehend die Teamleitung des Service koordinieren wird, 40 000 Euro an Spenden gesammelt, unterstreicht er.

Auf die Frage, ob er das Jufa Hotel mit Restaurant, das eventuell am Sommerberg II entstehen könnte, für den Fohrenhof als Konkurrenz sehe, bejaht Stöffelmaier. Die Caritas habe einen Pachtvertrag über zehn Jahre mit der Hapimag abgeschlossen, fünf Jahre seien schon vergangen. „Wir zahlen 2000 Euro Pacht im Monat und haben 600 000 Euro in den Umbau des Fohrenhofs gesteckt“, so Stöffelmaier. Er habe auch einen Abenteuerspielplatz am Sommerberg II geplant, aber da sei die Jufa schon dagewesen, erklärt er.

„Wir schauen uns das an, zumal wir an anderen Standorten zu sehr viel günstigeren Konditionen eröffnen könnten, Angebote haben wir genug“, betont Stöffelmaier.


Fohrenhof

Die Gemeinde ist mit fünf Prozent Mitgesellschafter, eine Gebäudereinigungsfirma aus Niedereschach mit fünf Prozent als Mitgesellschafter beteiligt, 90 Prozent gehören der Caritas. Die Öffnungszeiten im Fohrenhof in der Hauptsaison sind von 15 Uhr bis 22 Uhr, die Küche hat bis 21 Uhr geöffnet. In der Nebensaison ist von 17 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet, die Küche hat bis 21 Uhr geöffnet.