Unterkirnach – Es ist eine erfreuliche Nachricht für die Unterkirnacher Sportvereine und die Gemeindeverwaltung gleichermaßen: Die Schlossbergstuben haben einen neuen Pächter. Besser gesagt drei neue Pächter, denn zukünftig wird sich ein Dreierteam um den Betrieb der Gaststätte kümmern, das sowohl mit Erfahrung als auch mit jungem Elan aufwarten kann.

"Es gab Gespräche mit unterschiedlichen Interessenten, erläuterte Bürgermeister Andreas Braun. Besonders Sabine Schwarzmüller habe sich dabei mächtig ins Zeug gelegt, rund 30 Gespräche geführt und sich intensiv darum gekümmert, dass neue Pächter gefunden werden. Einen Schnellschuss nach dem "Reinfall mit den Vorgängern" habe man schlicht nicht riskieren wollen. Es sei klar gewesen, dass es für beide Seiten, die Pächter und die Sportler, passen muss. Letztlich habe man sich für Armin Sehr, Mario Rauer und Jannik Weber entschieden, die einen Pachtvertrag über fünf Jahre unterschrieben haben.

Dass es zumindest mit einem Teil der Vereine schon ganz gut funktioniert, zeigte sich bei dem Pressegespräch, bei dem die neuen Pächter vorgestellt wurden. Man machte Witze, sprach über die Fußballweltmeisterschaft und versuchte scherzhaft, den jungen Koch Jannik Weber mit einer Unterkirnacherin zu verkuppeln, damit er auch ja im Ort bleibt. Die Chemie zwischen Vereinen und Gastwirten scheint also zu stimmen.

Unerfahren sind die drei neuen Gesichter der Schlossbergstuben ebenfalls nicht. Mario Rauer ist 57 Jahre alt und wohnt derzeit in Donaueschingen. Dort betreibt er die Bar Rock und Bike, wie er erläuterte. In den Schlossbergstuben werde er für den Service verantwortlich sein. Armin Sehr, 51 Jahre alt, wohnt in Geisingen und ist Metzgermeister. Zudem habe er bereits eine eigene Gaststätte gehabt.

Der Jüngste im Dreiergespann ist Jannick Weber. Er ist 20 Jahre alt und absolviert momentan eine Kochausbildung im Hotel Vier Jahreszeiten am Schluchsee, die er voraussichtlich Anfang August abschließen wird. Er wird, zusammen mit Armin Sehr, für die Küche verantwortlich sein. Verbunden sind die beiden auch über den Fastnachtsverein Rosenhexen Geisingen, bei dem Armin Sehr Vorsitzender und Jannik Weber Mitglied ist. "Wir rühren den Kochtopf", meinte dazu Armin Sehr scherzend.

Bürgermeister Braun zeigte sich von der Arbeitsaufteilung überzeugt und machte deutlich, dass man mit den Schlossbergstuben Erfolg haben kann. "Ich finde die Vorgehensweise gut", sagte er. "In einer Gastronomie ist es wichtig, dass das Essen eine gewisse Konstanz hat." Es habe viele Anfragen von "Einzelkämpfern" gegeben, die sich an den Schlossbergstuben versuchen wollten, doch mache dies keinen Sinn.

Die Wiedereröffnung der Schlossbergstuben ist für Anfang September geplant. Dann werde den Gästen eine gutbürgerliche, deutsche Küche mit regionalen und saisonalen Produkten geboten, erklärte Mario Rauer. Geplant seien auch Themenabende, wie beispielsweise zum Oktoberfest, ergänzte Armin Sehr. Eine zu große Speisekarte wolle man vermeiden. "Lieber klein und richtig", so der Metzgermeister.