Für die Besucher in der Schlossberghalle war das Jahreskonzert des Musikvereins Unterkirnach ein schöner Abschluss der Weihnachtsfeiertage. Unterhalten wurden sie mit Musik, die Geschichten erzählt – und davon gab es viele an diesem Konzertabend. Die rund 40 Musiker waren mit beteiligt an der Auswahl der Stücke, die an diesem Abend gespielt wurden. „Es sind auch die Geschichten unserer Musiker, die wir heute erzählen“, so Dirigentin Miriam Raspe, die seit fünf Jahren das Blasorchester erfolgreich leitet. Die Musik solle bei den Zuhörern lebhafte Bilder und Erinnerungen hervorrufen. „Die Musik lässt auch viel Spielraum für die eigene Phantasie“, so Raspe, die neben dem Dirigat auch die Moderation bei der Hauptkapelle übernommen hatte.

Musikalische Geschichten erzählte der Musikverein Unterkirnach unter Leitung von Miriam Raspe beim diesjährigen Jahreskonzert in der Schlossberghalle.
Musikalische Geschichten erzählte der Musikverein Unterkirnach unter Leitung von Miriam Raspe beim diesjährigen Jahreskonzert in der Schlossberghalle.

Vor der Hauptkapelle hatte die Jugend ihren großen Auftritt. Drei Orte – Unterkirnach, St. Georgen und Langenschiltach – bilden die Jugendkapelle, geleitet von Slavomir Moleta. Bereits zwei Mal hatten die 29 Jungmusiker ihr Können unter Beweis gestellt und überzeugten auch beim dritten Auftritt in Unterkirnach. Nach einer kleinen ungarischen Rhapsodie und der Filmmusik von John Williams ließen die Besucher die Jugendkapelle nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Soloflötistin Marie Duffner erzählte beim Jahreskonzert des Musikvereins Unterkirnach die Geschichte vom letzten Einhorn.Bild: Roland Dürrhammer
Soloflötistin Marie Duffner erzählte beim Jahreskonzert des Musikvereins Unterkirnach die Geschichte vom letzten Einhorn.Bild: Roland Dürrhammer

Das erste Titel „Main Street Celebration“ der Hauptkapelle sollte die Phantasie der Zuhörer anregen. Die Ouvertüre erzählt vom Geschehen in der Hauptstraßen von Städten und Dörfern, in denen sich ein Großteil des öffentlichen Lebens abspielt. In „Cry of the last Unicorn“ erzählte Soloflötistin Marie Duffner, begleitet von der Hauptkapelle, die Geschichte vom letzten Einhorn. Reale und heitere Geschichten gab es in den „Circus Scenes“ von Andrew Pearce.

Bei den „Highlights from Harry Potter“ wird der Dirigentenstab von Miriam Raspe zum Zauberstab.
Bei den „Highlights from Harry Potter“ wird der Dirigentenstab von Miriam Raspe zum Zauberstab.

Filmgeschichten standen im zweiten Teil des Konzertabends im Mittelpunkt der Hauptkapelle. Mit dem „Imperial March“ aus Star Wars und Geschichten von „Gullivers Reisen“ sowie „Aladdin“, dem Geist aus der Öllampe, ging es los. Aus dem Dirigentenstab von Raspe wurde bei den „Highlights from Harry Potter„ ein Zauberstab. Eigentlich wollte Raspe schon als Kind eine Zauberin werden. Ein Wunschgedanke, wie Raspe verriet: „Ich bin mit den Harry Potter Geschichten aufgewachsen und hoffte, mit elf Jahren einen Brief mit einer Einladung nach Hogwarts zu bekommen.“ Ihr Brief sei leider nicht bei ihr angekommen. Mit einer satirischen Scherzpolka und dem Kaiserin-Sissi-Marsch endeten die musikalischen Geschichten. Als Zugabe, passend zur Weihnachtszeit, spielte die Hauptkapelle „Having a wonderful Christmas Time“ von Paul McCartney.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein Unterkirnach wird Melitta Richardi und für 40 Jahre Mitgliedschaft Reinhold Storz beim Jahreskonzert vom Blasmusikverband Schwarzwald-Baar sowie vom Musikverein Unterkirnach geehrt.
Für 50 Jahre Mitgliedschaft im Musikverein Unterkirnach wird Melitta Richardi und für 40 Jahre Mitgliedschaft Reinhold Storz beim Jahreskonzert vom Blasmusikverband Schwarzwald-Baar sowie vom Musikverein Unterkirnach geehrt.

Beim Jahreskonzert des Musikvereins werden traditionell verdiente Mitglieder geehrt. Dieses Jahr gab es zwei besondere Ehrungen: Melitta Richardi wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft und Reinhold Storz für 40 Jahre vom Blasmusikverband Schwarzwald-Baar sowie vom Musikverein Unterkirnach geehrt. „Die Urkunden haben einen furchtbar dünnen Wortlaut, aber die Nadeln und Urkunden sind eine tiefe Verbeugung vor dieser Lebensleistung, die beide Jubilare für den Verein erbracht haben“, so Heinrich Glunz, Präsident des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar, in seiner Laudatio.