Wenn es nach ihr gegangen wäre, wäre ihr Schaffen auch weiterhin den heimischen vier Wänden vorbehalten geblieben, verrät Gertrud Müller. Ihr Mann, Edelfried Müller, war allerdings der Meinung, dass die Bilder etwas Besseres verdient hätten. So keimte in ihm die Idee einer Ausstellung. Heimlich packte er zuhause mehrere Werke ein und führte sie dem Rathauschef vor.

Bürgermeister begeistert von der Idee

Bei Bürgermeister Andreas Braun lief er damit praktisch offene Rathaustüren ein. Edelfried Müller wusste auch, dass es etwas Besonderes braucht, um seine Frau von der Idee der Ausstellung zu überzeugen. Deshalb kam nun Teil zwei des Plans zum Einsatz: Der Bürgermeister stellte auf Bitte des Ehemanns anlässlich eines runden Geburtstages der Malerin einen Gutschein über eine Ausstellung im Rathaus aus. „Die Idee war so herzzerreißend. Das habe ich wirklich gerne gemacht“, erinnert sich Braun.

Werke mit Acryl und Aquarell

Jetzt ist es soweit. Die Gemälde zieren die Rathausflure und können dort von den Besuchern betrachtet werden. Die Malerin Gertrud Müller zeigt sich vielfältig. Sie verwendet hauptsächlich Acryl- und Aquarellfarben. Wenige mit Pastellkreide gezeichnete Bilder sind ebenfalls dabei. Auch die Motive lassen keine Langeweile aufkommen. Blüten, Tiere und auch Gebäude sind abgebildet. Porträts male sie zwar auch, stelle sie aber nicht aus, ergänzt Gertrud Müller.

Von Beruf war sie technische Zeichnerin

„Von Beruf war ich technische Zeichnerin“, berichtet die in Villingen geborene und seit 1992 in Unterkirnach lebende Malerin. Perspektivzeichnen für technische Objekte in Tusche sei ihre Herausforderung und auch Einnahmequelle gewesen. Ein Spagat zu diesen beruflichen Herausforderungen war ihre Lust auf kreatives Malen. Im Beruf war exakte Genauigkeit gefragt, bei den Gemälden darf Einfallsreichtum nicht fehlen. In einem Kurs der Volkshochschule und später unter Anleitung der Malerin Elena Pluto ließ sie sich in die Techniken des Malens einführen.

Vernissage am 25. Oktober

Am 25. Oktober, um 18.30 Uhr, wird im Rathaus die Vernissage der Ausstellung gefeiert. 25 Bilder hat Gertrud Müller mithilfe ihres Mannes in den Fluren des Verwaltungsgebäudes aufgehängt.