Die angekündigte Gründung eines Vereins, der den Zweck haben soll, einen Unterkirnacher Naturkindergarten ins Leben zu rufen, ist vorerst gescheitert. Kurzfristig habe man vom Registergericht den Bescheid bekommen, dass die eingereichte Satzung fehlerhaft sei, hieß es bei der Versammlung Unterkirnach. So mussten die drei Initiatoren Patrick Neugart, Leonie Wimmer und Carina Schneider in der Unterkirnacher Mühle die an einer Vereinsmitgliedschaft interessierten Mütter und Väter, die zur Gründungsversammlung gekommen waren, erst einmal vertrösten.

Noreen Neißner, lange Zeit in der Spielscheune in Unterkirnach tätig, hat sich zu ihrer Erzieherinnen-Ausbildung zusätzlich Einblicke in die Naturpädagogik angeeignet.
Noreen Neißner, lange Zeit in der Spielscheune in Unterkirnach tätig, hat sich zu ihrer Erzieherinnen-Ausbildung zusätzlich Einblicke in die Naturpädagogik angeeignet.

Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, machten die drei sofort klar. Man befasse sich jetzt noch einmal mit dem Entwurf der Vereinssatzung und sei guter Dinge, dass man in ein paar Wochen den Verein werde gründen können. So tat die verschobene Vereinsgründung dem weiteren Zweck der Infoveranstaltung auch keinen Abbruch. Die Gäste erfuhren aus berufenem Munde und aus erster Hand, was die Vereinsgründer in spe vorhaben und wie man sich am Projekt Naturkindergarten beteiligen kann.

Noreen Neißner, Erzieherin und langjährige Mitarbeiterin in der Spielscheune Unterkirnach, ist bewandert in der Naturpädagogik und gab ihr Wissen, das sie sich in Fortbildungen und Kursen angeeignet hat, gerne weiter. Greifen komme bei Kindern vor dem Begreifen, erklärte die Erzieherin, und deshalb seien Erfahrungen über Kopf, Herz und Hand für Kinder extrem wichtig. Die Liebe zur Natur könne man lernen und die Achtung vor der Schöpfung gehöre zum Leben. Und das Lernen in der Natur erfolge ganz intuitiv. Es gebe Positives wie auch Negatives in der Natur und man mache die Erfahrung, dass Naturkinder später eine bessere Orientierung besäßen. Außerdem seien sie geduldiger und konzentrierter als andere Altersgenossen. Ob es um das hautnahe erfahren der Jahreszeiten gehe, eine Orientierung nach den Himmelsrichtungen oder einfach nur um die notwendige Wertschätzung der Natur, solchermaßen erzogene Kinder seien immer vorne mit dabei, sind die Initiatoren überzeugt.

Es gebe drei Hauptfaktoren, die in Unterkirnach für einen weiteren Kindergarten sprächen, so Patrick Neugart, der als Erzieher selbst bereits Erfahrung mit dieser Art der Pädagogik gemacht hat. Zum einen gebe es einen ganz erheblichen Bedarf an Kitaplätzen. Zum zweiten wolle man einem Gegenpart zur aktuellen politischen und sozialen Struktur der Gesellschaft die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln; zum dritten könnten er und Leonie Wimmer praktische Erfahrungen für die Vereinsarbeit einbringen. Man wolle diesen Weg aber nur gemeinsam gehen, so der Initiator. Das heißt, der Gemeinderat und die Bevölkerung müssten mit ins Boot – und: "Wir wollen gemeinsam in eine Richtung paddeln."

Mit Angelika Vogel hatten die Vereinsgründer einen weiteren Gast eingeladen. Die Erzieherin, die den Waldkindergarten Zauberwald in Königsfeld leitet, erzählte aus der Praxis der etwas anderen Erziehungsarbeit, erinnerte sich an die aufwändige Überzeugungsarbeit, die man in Königsfled leisten musste, und wies nicht ohne Stolz auf die Vollbelegung mit langer Warteliste hin, die ebenfalls zum Zauberwald gehöre.

Auf die Frage nach einem möglichen Standort konnten die drei Initiatoren noch keine konkrete Antwort geben, es gebe viele Wünsche, aber man stehe hier ganz am Anfang. Unter Umständen sei man bei der jetzt zu Ende Oktober anvisierten Vereinsgründung schon weiter, bleiben die drei bei dieser Frage vage.