Auch wenn noch ein kleiner Strohhalm als Hoffnungsschimmer bleibt, rückt der Bau des Jufa-Hotels in Unterkirnach so weit in die Ferne, dass er wohl kaum mehr umgesetzt wird.

  • Meilenstein für die Touristik: Der Bau des Hotels wäre "für Unterkirnach ein Meilenstein in der touristischen Entwicklung" geworden. "Satte 26 000 Übernachtungen könnte das Jufa-Hotel zusätzlich in die Gemeinde tragen", lauteten damals die Prognosen von Gemeinde und Hotelkonzern. An der Frage der Finanzierung und einem möglichen Investor schieden sich die Geister. Auch eine Investition der öffentlichen Hand wollte Bürgermeister Andreas Braun damals nicht ausschließen.
  • Die Pläne: Das Jufa-Hotel sollte am Fuße des Schlossbergs entstehen und wäre in unmittelbarer Nähe zu Hallenbad, Spielscheune und Sportanlagen angesiedelt. Die Schätzungen gingen von einer Investitionssumme von 8,5 Millionen Euro aus. Das Hotel sollte über 55 Zimmer und 150 Betten verfügen. Die österreichische Jufa hat sich auf Familienurlaub spezialisiert und will laut Leitbild Treffpunkt für Menschen jeden Alters sein.
  • Der SÜDKURIER schrieb darüber: Nun aber scheint das 8,5 Millionen Euro teure Projekt tatsächlich gescheitert zu sein. Bereits 2016 verwies der SÜDKURIER darauf, dass in Medienberichten viel darüber zu finden sei, dass die Anforderungen für die Umsetzung eines solchen Hotelprojekts für viele Gemeinden zu hoch wurden und die Projekte niemals realisiert werden konnten. Kostenlose Überlassung der Grundstücke, massive Beteiligung an den Investitionskosten und weitere Forderungen seien die Probleme gewesen. Bürgermeister Andreas Braun betonte damals gegenüber dieser Zeitung, er kenne diese Berichte, habe jedoch deswegen keine Bauchschmerzen. "Wir sind von der Seriosität von Jufa überzeugt", sagte der Verwaltungschef. Der schlechteste Fall, der aus Unterkirnacher Sicht eintreffen könnte, wäre, dass ein Finanzierungskonzept nicht zustande kommt und die 35 000 Euro für die Standortanalyse umsonst investiert wurden.
  • Jetzt kommt doch der Rückzug: Genau dieser Fall dürfte nun eingetroffen sein. In die Standortanalyse der Freizeit-Projektentwicklungsgesellschaft, einer mit dem Jufa-Konzern eng verbundenen Gesellschaft, wurde ohne Umsetzung des Hotelprojekts investiert. Zwar prüfte man noch eine zweite, womöglich kostengünstigere Planungsvariante, in der die Schlossberghalle in das Konzept mit einbezogen wurde. Doch auch diese Variante wird nun zu den Akten gelegt. Obwohl durch die Einbeziehung der Schlossberghalle Fördermittel für öffentliche oder gemeinschaftlich nutzbare Flächen aus dem Landessanierungsprogramm berücksichtigt werden könnten, stehen dem Bau nach wie vor Probleme entgegen. Ein wesentlicher Nachteil der Pläne ist der mögliche Bau in den recht steilen Hang hinein und die Zufahrt zum Hotel. Zu diesen bereits damals bekannten Problemen kam nun für die Gemeinde Unterkirnach noch der Weggang der Firma Wahl hinzu.
  • Die Gemeinde hat andere Prioritäten: "Wir haben jetzt andere Prioritäten und künftig gewaltige finanzielle Herausforderungen zu bewältigen", sagte Bürgermeister Andreas Braun am Dienstag gegenüber dem Gemeinderat. Weil er aber nach wie vor von Jufa als Produkt überzeugt sei und es in der Region auch kein ähnliches Hotel gebe, versuche er weiter nach jedem Strohhalm zu greifen. Letztlich müsse er aber realistisch bleiben, so der Bürgermeister weiter und bestätigte damit, dass das Projekt de facto zu den Akten gelegt wurde.