Er akzeptiere alles, sagte der 27-jährige Mann in gebrochenem Deutsch an Richter Christian Bäumler gewandt, nachdem die Anklageschrift verlesen worden war. Der Angeklagte war ohne Anwalt und Übersetzer vor dem Amtsgericht Villingen-Schwenningen erschienen. Er soll im Oktober vergangenen Jahres seiner Ex-Freundin mit einem Handy ins Gesicht geschlagen und sie anschließend gewürgt haben.

Das Gericht folgte in seinem Urteil dem Plädoyer des Staatsanwaltes, der wegen gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten gefordert hatte. Diese könne zur Bewährung ausgesetzt werden, da der Angeklagte geständig sei, keine Vorstrafen habe und während der Tat alkoholisiert gewesen sei, so der Staatsanwalt.

Streit ist eskaliert

„Ich weiß gar nicht, was ich gemacht habe. Ich war besoffen. Aber ich akzeptiere alles“, sagte der Angeklagte gleich zu Beginn der Verhandlung. Aufgrund dieses Geständnisses wurde nur seine Ex-Freundin als Zeugin vor Gericht vernommen. Sie erzählte, dass der 27-Jährige eines Abends stark betrunken nach Hause gekommen sei, als sie mit ihren Kindern gerade beim Essen saß.

„Ich habe ihm gesagt, er solle in sein Zimmer gehen, damit ihn die Kinder nicht besoffen sehen“, erzählte die junge Frau dem Gericht. Ihr damaliger Freund sei aber immer wieder ins Esszimmer gekommen und sie hätten sich gestritten. „Als ich dann mit einer Freundin telefonierte, hat er mich geschubst und gesagt, ich solle aufhören, zu telefonieren.“ Auf einmal habe er ihr das Handy aus der Hand gerissen, ihr damit ins Gesicht geschlagen und sie anschließend etwa fünf bis zehn Sekunden lang gewürgt.

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Richter Christian Bäumler verurteilte den Mann aufgrund seines Geständnisses und der Aussage seiner Ex-Freundin zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Zudem muss der Angeklagte die Kosten des Verfahrens übernehmen und an den Verein „Frauen helfen Frauen“ 1000 Euro bezahlen, in Raten von 50 Euro pro Monat. „Sie dürfen während der Bewährungszeit keine Straftaten mehr begehen, sonst kommen Sie ins Gefängnis“, ermahnte Bäumler den Angeklagten zum Schluss der Verhandlung.