Die Frage nach der Zukunft des bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebten Hallenbades Aqualino treibt derzeit auch die Gemeindeverwaltung im Unterkirnacher Rathaus um. Nun hat Bürgermeister Braun dem Gemeinderat aktuelle Besucherzahlen der letzten drei Monate vorgelegt, um die Frequentierung des Bades einzuschätzen.

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Leichter Besucherrückgang verzeichnet

Das Ergebnis: Im Durchschnitt haben zwischen Dezember und Februar 44,8 Personen täglich das Aqualino besucht. Das entspricht einem Rückgang von 3,5 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 46,4 Personen pro Tag. "Die Zahlen sind enttäuschend und ernüchternd", folgerte Andreas Braun am Dienstag. "Es ist kein Trend erkennbar, dass die Besucherzahlen im Hallenbad ansteigen. Allerdings müssen die Bürger das Aqualino auch nutzen, wenn wir uns entschließen, das Bad zu erhalten."

Das Aqualino ist der größte Posten im Haushalt

Seit der Ankündigung der Firma Wahl, den Standort Unterkirnach zugunsten eines Neubaus im St. Georgener Stadtteil Peterzell aufzugeben, runzeln sich die Sorgenfalten auf den Stirnen im Rathaus. Denn mit Wahl verliert die Gemeinde den größten Gewerbesteuerzahler. Gleichzeitig ist das Hallenbad Dreh- und Angelpunkt im Haushalt der Kommune. Alleine für 2019 rechnet die Gemeinde mit einem notwendigen Verlustausgleich in Höhe von 150 000 Euro beim Aqualino.

"Die Zahlen sind enttäuschend und ernüchternd. Es ist kein Trend erkennbar, dass die Besucherzahlen im Hallenbad ansteigen." Andreas Braun, Bürgermeister
"Die Zahlen sind enttäuschend und ernüchternd. Es ist kein Trend erkennbar, dass die Besucherzahlen im Hallenbad ansteigen." Andreas Braun, Bürgermeister | Bild: Tobias Lange

So viel Geld muss die Allgemeinheit also jährlich zuschießen, um den Betrieb des Bades zu finanzieren. Es ist folglich klar, dass beim Hallenbad gespart werden muss. Erste Maßnahmen wurden bereits im Dezember veranlasst. Seitdem ist das Aqualino an zwei Tagen pro Woche, montags und dienstags, geschlossen. Auch die Sauna wurde kurz vor Weihnachten bereits komplett geschlossen. Mit dieser Entscheidung sei die Kommune den Forderungen nach Sparmaßnahmen für das Hallenbad nachgekommen, sagte Bürgermeister Andreas Braun zur Erklärung.

Jetzt kommen die Gesamtkosten unter die Lupe

Die jetzt vorgelegten, rückläufigen Zahlen werden bei der Beurteilung der Frage einfließen, ob das Hallenbad geschlossen oder weiterhin geöffnet bleiben soll. Bis Anfang März wird die Verwaltung nach eigenen Angaben eine Gegenüberstellung der beiden Alternativen "Bad erhalten" oder "Bad schließen" ausarbeiten. Darin sollen auch Vorschläge enthalten sein, wie die Einnahmensituation verbessert werden könnte. Zudem arbeitet die Gemeinde an einer umfassenden Übersicht der Gesamtkosten, die das Aqualino verursacht. Neben den Kosten für den laufenden Betrieb fließen an dieser Stelle auch Kosten für eine mögliche Sanierung ein, die langfristig unweigerlich anstehen würde.

Drei Infoveranstaltungen sind geplant

Am Donnerstag, 14. März, lädt Andreas Braun Gemeinderäte, Hallenbad-Mitarbeiter und auch die Nutzer des Hallenbades zu einem Austausch ein. Die Einladung der Nutzer erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Zu Wort kommen sollen vor allem Bürger, die das Hallenbad sehr regelmäßig nutzen. Sechs Punkte möchte der Bürgermeister mit den Unterkirnachern besprechen. Neben der Vorstellung der derzeitigen Gesamtkosten wird Braun die Gegenüberstellung der beiden Alternativen Öffnung und Schließung des Aqualino präsentieren und Vorschläge zur Verbesserung der Einnahmen aufzeigen und entgegennehmen. Außerdem steht ein steuerlicher Verbund mit der EGU, der mögliche Sanierungsaufwand und ein Rundgang im Hallenbad mit Blick hinter die Kulissen auf dem Programm.

Die Bürger sollen sich beteiligen

Nach der Veranstaltung wird die Gemeinde die Erkenntnisse aufbereiten und den Gastgebern im Tourismus und der Bürgerschaft voraussichtlich noch vor den Osterferien in zwei Veranstaltungen präsentieren. Andreas Braun setzt derweil auf Transparenz. Jeder Bürger soll die Chance bekommen, sich einzubringen. "Wir sind für Ideen und Anregungen jederzeit dankbar."