Die Kieschtock Zunft Unterkirnach hat zum Zunftball eingeladen und eine große Narrenschar ist dem Aufruf gefolgt. Vornweg zog der Musikverein Unterkirnach in die Halle ein. Dahinter die Mitglieder der Zunft mit dem Vorstand, den Zinkenräten und den Narren. Leider war von den Hästrägern, dem Käschtock, den Beerenwieble und dem Holzwieb nicht allzu viel zu sehen. Die Musikerinnen und Musiker platzierten sich auf der Bühnenaufgangstreppe und so verschwanden die Hauptakteure dahinter. Die Zunftmitglieder konnten noch so sehr im Rhythmus des Kieschtockliedes schunkeln und sich bewegen, dem Publikum blieb der Anblick fast gänzlich verborgen. Einzig, die Zunftfahne überragte das Geschehen.

Als Motto zum Ball wurde ausgegeben: "Sei nicht du – komm inkognito". Und zahlreiche Narren hielten sich an das Motto. Viele Zunftballteilnehmer verstecktem das "du" unter herrlich und ideenreich aussehender Maskerade.

Oli und Steffi, hinter ihrem inkognito verbergen sich Oliver Speth und Stefanie Jacaud, führten durch das Programm und kündigten so manchen Brüller an. Leider verschwanden die Kinder an ihrem Tanzauftritt als Skelette gleich zu Beginn hinter einer mächtigen Nebelwand, die sich recht zäh, wie eben Nebel im Schwarzwald sein kann, auflöste. Karin Weißer und Steffi Beha hatten sich große Mühe gegeben, mit den Kindern den als Augenschmaus geplanten Auftritt zu ermöglichen.

In blau schimmernden Nebel getaucht leuchten die Jüngsten der Käschtock-Zunft bei ihrem Skelett-Tanz. Bild: Werner Müller
In blau schimmernden Nebel getaucht leuchten die Jüngsten der Käschtock-Zunft bei ihrem Skelett-Tanz. Bild: Werner Müller

Als Mann vom Marbental kündigte sich Büttenredner Ralf Eble an. Er hatte vieles an Lokalkolorit im Gepäck. Auch den Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten, die wohl noch nicht uneingeschränkte Zustimmung finden, nahm er aufs Korn. Dazu stellte Eble fest, "als Touri brauchst du richtig Geld", denn die Kurtaxe in Unterkirnach sei nirgendwo so hoch als in Unterkirnach. Und auf die App vom Amtsblatt sei kein Verlass. Auch brachte Ralf Eble die Idee einer Kirnachseilbahn nach Villingen ins Gespräch.

In seiner Paraderolle als Mann vom Marbental präsentiert sich Ralf Eble als Büttenredner. Bild: Werner Müller
In seiner Paraderolle als Mann vom Marbental präsentiert sich Ralf Eble als Büttenredner. Bild: Werner Müller

Mit dem Ballett aus "Schwanensee" präsentierte sich der Zinkenrat in origineller Weise. Angelika Fleig hat hier ganze Arbeit beim Einstudieren geleistet. An der Werkzeugkiste und dem Werkzeugkistenrap war Bürgermeister Andreas Braun mit Karin Auber, Lisa Duffner, Yvonne Krezalek und Elena Lehmann mit selbstironisch verfassten Texten zu erleben. "Wer nichts wird, wird Wirt" hatten Oliver Speth, Stefan Lauble und Sebastian Haas, als Kandidaten zur Vergabe der Wirtsstelle im Sportlertreff auf amüsante Weise als deutscher, griechischer und italienischer Wirtskandidat dargestellt.

Die Holzwieber sorgten mit ihrem Tanz für Begeisterung und die Mädels waren als tanzende Pokerbande präsent. Die Lachmuskeln strapazierten Sylvia Obergfell und Regina Lehmann als taffe Unterkirnacher Bäuerinnen. Oliver Speth, Jürgen Weißer und Stefanie Jacaud präsentierten sich singend mit "Ich will jetzt uf d Fasnet gau" und das Männerballett unter der Leitung von Carina Weisser zeigte sich in Ganzkörpermaskierung.