Im Jahr 2019 sind im Landkreis Tuttlingen so wenige Straftaten verübt worden wie schon seit 25 Jahren nicht mehr. Bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik im Tuttlinger Landratsamt freuten sich der Konstanzer Polizeipräsident Gerold Sigg und Landrat Stefan Bär, dass die Gesamtzahl der letztjährigen Delikte mit 5197 Fällen einen solch historisch niedrigen Wert erreicht hat. Niedriger lag die Fallzahl im zurückliegenden Vierteljahrhundert nur ein einziges Mal im Jahr 2012 (5032 Delikte). Hinzu kommt eine seit 2017 laufend ansteigende Aufklärungsquote der Tuttlinger Polizei, die 2019 bei 64,4 Prozent lag und damit den Landesschnitt von 60,8 deutlich übersteigt.

Bild: Küster, Sebastian

Hohe Aufklärungsquote

Es war eine in mehrfacher Hinsicht eine besondere Pressekonferenz, die Sigg und Bär zur Präsentation der Kriminalstatistik von 2019 im Landratsamt gaben. „Wir haben gute Botschaften zu verkünden“, sagte Landrat Bär zu Beginn. Allerdings handle es sich um die letzte Statistik des Polizeipräsidiums Tuttlingen, bevor der Präsidiumssitz ab 2020 nach Konstanz wechselte. Polizeipräsident Sigg erklärte, den telefonisch zugeschalteten Pressevertretern, dass man die aktuelle Polizeibilanz „in diesen ungewöhnlichen Zeiten bei einer etwas anderen Pressekonferenz“ vorstellen müsse.

Mehr Wohnungseinbrüche

Sigg ging dann im Detail auf die einzelnen Deliktbereiche bei den 5197 im Kreis Tuttlingen verübten Straftaten ein. Zugenommen haben die Delikte im Bereich sexuelle Selbstbestimmung. Mit 87 registrierten Fällen kamen 25 mehr zur Anzeige als 2018. Eine Rechtsänderung von 2016, die auch Beleidigungsstraftatbestände diesem Gebiet zuordnet, sah Sigg als mit ausschlaggebend für den Anstieg. „Echte Sexualstraftaten waren dagegen sehr gering“, so Sigg.

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In aller Regel habe es Vorbeziehungen von Tätern und Opfer gegeben. Angestiegen ist auch die Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreis, die bei 35 Fällen lag, nachdem es 2018 mit 22 Delikten außergewöhnlich wenige Einbrüche gegeben hatte. Sigg: „Wohnungseinbrüche haben eine große Einwirkung auf das Sicherheitsgefühl der Menschen.“ Die Polizei werde diese Entwicklung daher im Auge behalten. Immerhin kann Tuttlingen in diesem schwierigen Deliktbereich eine Aufklärungsquote von über 40 Prozent aufweisen und der Anteil der „nur versuchten“ Einbrüche lag bei 50 Prozent, was Sigg auch der intensiven Präventionsarbeit zurechnete.

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Um 24 Fälle auf 476 Straftaten zugenommen haben 2019 die Rauschgiftdelikte im Kreis Tuttlingen. Hoch ist dabei der Anteil der Besitzer und Käufer von weichen Drogen wie Cannabis. Insgesamt bewegen sich die Fallzahlen laut Gerold Sigg auf dem Niveau der Vorjahre. „Mit 156 Fällen entwickelte sich die Gewaltkriminalität 2019 wieder auf die Höhe des Jahres 2017 zurück und liegt deutlich unter den Durchschnittszahlen der vorangegangenen Jahre“, so der Polizeipräsident, der meinte, dies sei eine Situation, mit der er zufrieden sein könne.

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Einzig die Verdoppelung der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte (50 Delikte) beklagte er. Rückläufig waren 2019 die Straßenkriminalität, die von 1045 auf 897 Fälle sank, und die Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum (von 290 auf 258 Fälle). Auch dieser Deliktsbereich habe Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Kreisbewohner, meinte Sigg und hob hervor: „Im Kreis Tuttlingen brauchen die Menschen keine Sorge zu haben, bestimmte Orte nicht aufsuchen zu wollen.“ Insgesamt sei Tuttlingen ein „sehr, sehr sicherer“ Landkreis.

2650 Tatverdächtige

Laut Statistik 2019 bewegt sich die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen mit 2650 auf dem Niveau der Vorjahre. Recht hoch ist der Anteil der Täter unter 21 Jahren, der bei 28 Prozent liegt. Der Anteil ausländischer Tatverdächtiger erhöhte sich im letzten Jahr um zwölf Prozent, dagegen sank der Anteil der tatverdächtigen Asylbewerber und Flüchtlinge. Die guten Ermittlungsergebnisse der Tuttlinger Polizei mit ihrer Aufklärungsquote von 64,4 Prozent hätten wesentlich zur positiven Bilanz des gesamten Bezirks des Polizeipräsidiums Konstanz beigetragen, so Siggs Fazit. Landrat Stefan Bär bewertete den Rückgang der Straftaten und die gestiegene Aufklärungsquote ebenfalls als erfreulich und dankte der Polizei Tuttlingen für ihre gute Arbeit. Bär: „Ich glaube, dass sich die Menschen in Landkreis Tuttlingen sicher fühlen können.“

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