Am 13. März endete der reguläre Veranstaltungsbetrieb. Seither gab es nur noch eine Handvoll kleinerer Veranstaltungen, die als systemrelevant eingestuft und gesondert genehmigt wurden – zum Beispiel die mehrtägige Blutspende-Aktion des DRK, einige Sitzungen des Gemeinderats oder auch die Abiturprüfungen des Immanuel-Kant-Gymnasiums. Alles andere fiel aus – ob kulturelle Veranstaltung, Tagung, Seminar oder private Feier. Auf einen höheren sechsstelligen Betrag rechnen sich laut Mitteilung der Stadtverwaltung die Einnahmeausfälle aufgrund der entgangenen Mieteinnahmen für die Tuttlinger Hallen hoch.

Erst einmal war es wesentlich mehr Arbeit

Die bedeute freilich nicht, dass seit März nicht mehr gearbeitet wurde – im Gegenteil: Für die Vertriebsabteilung, das Ticketing und die Programmplanung gab es erst einmal Mehrarbeit: Verträge mussten storniert oder Veranstaltungen verschoben werden, Ticketkäufe wurden rückabgewickelt, Kunden informiert, verunsicherte Vertragspartner über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten.

Viele Veranstaltungen sind ausgefallen

Rund 60 Veranstaltungen, die bis zur Sommerpause noch stattfinden sollten, mussten abgesagt oder auf einen späteren Termin neu vereinbart werden. Fast täglich kamen zudem neue Informationen und Vorgaben vonseiten des Bundes und des Landes, dazu eine ganze Reihe von Zuschussprogrammen, die geprüft und bearbeitet werden mussten.

Hallen-Mitarbeiter unterstützen den Ordnungsdienst

Auch im Marketing musste kräftig umgeplant werden: Das Programmbuch kann nicht wie geplant erscheinen, auch andere Publikationen mussten gestoppt werden, dafür entstanden Gesichtsschutzmasken mit Honberg-Sommer-Aufdruck und spezielle „Bleibt-Zuhause-Festival“-Plakate. Auch die Veranstaltungstechniker waren für eine längere Zeit noch mit Inventarisierungsarbeiten und Geräteprüfungen beschäftigt. Verschiedentlich verstärkten Mitarbeiter der Tuttlinger Hallen im April und Mai auch den Kommunalen Ordnungsdienst bei der Kontrolle des Wochenmarkts oder der Spielplätze mit Blick auf die Kontaktbeschränkungen.

„Das gibt uns ein für den Öffentlichen Dienst neues Instrument an die Hand, um auf die außergewöhnliche Situation angemessen zu reagieren.“
Michael Beck, Oberbürgermeister

„Arbeit war lange reichlich da, jetzt wird es aber für manche Mitarbeiter doch spürbar weniger, vor allem für diejenigen, die besonders eng an den Veranstaltungen dran sind“, weiß Geschäftsführer Michael Baur. Vor allem, da nun auch der Honberg-Sommer ausfällt, gibt es in Kürze tatsächlich bei weitem nicht mehr für die ganze Belegschaft ausreichend Arbeit. Da kam der neue Corona-Tarifvertrag, auf den sich Arbeitgeber und Gewerkschaften im April erstmals verständigt hatten, wie gerufen: „Das gibt uns ein für den Öffentlichen Dienst neues Instrument an die Hand, um auf die außergewöhnliche Situation angemessen zu reagieren“, so OB Beck.

Drei Monate wird die Belegschaft in Kurzarbeit gehen

Im Juni, Juli und August wird nun ein Großteil der Belegschaft (unter anderem sind Ausbilder und Auszubildende ausgenommen) kurzarbeiten. Dabei werden die Mitarbeiter – je nach Tätigkeitsbereich zu verschiedenen Prozentsätzen – teilweise freigestellt. Der Tarifvertrag sieht außerdem vor, dass ein Teil der Verdienstausfälle von der Stadt getragen wird. „Obwohl diese Lösung sehr sozialverträglich ist, wird sie uns auf der Kostenseite spürbar entlasten“, so OB Beck. Dankbar sind Beck und auch Geschäftsführer Baur, dass der Personalrat der Stadt bei der zügigen Abfassung der Dienstvereinbarung konstruktiv und engagiert mitgewirkt hat.

Über dem Veranstaltungsherbst schwebt ein Fragezeichen

Bis 31. August sind die Mitarbeiter der Tuttlinger Hallen nun zunächst auf Kurzarbeit eingestellt. Die Dienstvereinbarung lässt aber grundsätzlich Kurzarbeit bis zum Jahresende zu; so lange läuft der Tarifvertrag. „Wir hoffen, dass wir diesen Spielraum nicht ausnutzen müssen. Wir wollen ja wieder veranstalten – und das lieber heute als morgen“, sagt der Stadthallengeschäftsführer. Allerdings schweben über dem Veranstaltungsherbst im Moment noch reichlich Fragezeichen, auch wenn erste vorsichtige Lockerungen bereits im Juni möglich werden.

Gesundheit der Besucher steht über allem

„Wir hoffen natürlich, aber wir müssen auch mit der gebotenen Vorsicht bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs vorangehen. Schließlich steht die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher wie der Mitarbeiter über allem. Auch wir fahren jetzt auf Sicht“, erklärt Stadthallengeschäftsführer Michael Baur, der aktuell nur bis Ende des Sommers so etwas wie Planungssicherheit hat. Und das in einer Branche, die eigentlich von Planungssicherheit und langen Vorläufen lebt.

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